Inhaltsverzeichnis
- 1. Produktübersicht
- 2. Detaillierte Analyse der technischen Parameter
- 2.1 Elektrische Eigenschaften
- 2.2 Maximale Grenzwerte und thermische Eigenschaften
- 3. Analyse der Kennlinien
- 3.1 Durchlasskennlinie (VF-IF)
- 3.2 Sperrkennlinie (VR-IR)
- 3.3 Kapazitätskennlinie (VR-Ct)
- 3.4 Stoßstrom-Abwertung (IFSM – PW)
- 3.5 Transiente thermische Impedanz (ZθJC)
- 4. Mechanische und Gehäuseinformationen
- 4.1 Gehäuseabmessungen und Umriss
- 4.2 Pinbelegung und Polarität
- 4.3 Empfohlene PCB-Lötflächengeometrie
- 5. Löt- und Montagerichtlinien
- 6. Anwendungsvorschläge
- 6.1 Typische Anwendungsschaltungen
- 6.2 Designüberlegungen
- 7. Technischer Vergleich und Vorteile
- 8. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- 9. Praktische Design-Fallstudie
- 10. Funktionsprinzip
- 11. Technologietrends
1. Produktübersicht
Dieses Dokument beschreibt die Spezifikationen einer leistungsstarken Siliziumkarbid (SiC) Schottky-Barrieren-Diode (SBD) im oberflächenmontierbaren TO-252-3L (DPAK) Gehäuse. Die Diode ist für Hochspannungs- und Hochfrequenz-Leistungswandlungsanwendungen entwickelt, bei denen Effizienz, thermische Leistung und Schaltgeschwindigkeit entscheidend sind. Die Kerntechnologie nutzt die überlegenen Materialeigenschaften von Siliziumkarbid, was im Vergleich zu herkömmlichen Siliziumdioden einen Betrieb bei höheren Temperaturen, Spannungen und Schaltfrequenzen ermöglicht.
Die primäre Einsatzmöglichkeit dieser Komponente ist als Gleichrichter- oder Freilaufdiode in fortschrittlichen Netzteiltopologien. Ihre inhärenten Eigenschaften machen sie zur idealen Wahl für moderne, hochintegrierte Leistungsdesigns, die darauf abzielen, Verluste zu minimieren und die Größe passiver Bauteile und Kühlkörper zu reduzieren.
2. Detaillierte Analyse der technischen Parameter
2.1 Elektrische Eigenschaften
Die elektrischen Parameter definieren die Betriebsgrenzen und die Leistung unter spezifischen Bedingungen.
- Periodische Spitzensperrspannung (VRRM):650V. Dies ist die maximale momentane Sperrspannung, die die Diode wiederholt aushalten kann. Sie definiert die Spannungsklasse der Diode und ist entscheidend für die Auswahl in Schaltungen wie Power-Faktor-Korrektur (PFC) oder Wechselrichterbrücken, die mit gleichgerichteter Netzspannung arbeiten.
- Dauer-Durchlassstrom (IF):8A bei einer Gehäusetemperatur (TC) von 135°C. Diese Angabe zeigt die Stromtragfähigkeit der Diode unter Dauerlast, begrenzt durch ihre Wärmeableitung. Die Spezifikation bei hoher Gehäusetemperatur unterstreicht ihre robuste thermische Leistung.
- Durchlassspannung (VF):Typisch 1,5V bei 8A und 25°C Sperrschichttemperatur (TJ), maximal 1,85V. Dieser Parameter beeinflusst direkt die Leitungsverluste. Die relativ niedrige VF für eine SiC-Diode trägt zu einer höheren Systemeffizienz bei. Zu beachten ist, dass VF einen negativen Temperaturkoeffizienten hat, d.h. sie sinkt mit steigender Sperrschichttemperatur – eine charakteristische Eigenschaft von Schottky-Dioden.
- Sperrstrom (IR):Maximal 40 µA bei 520V und 25°C. Dieser Leckstrom ist auch bei hohen Sperrspannungen und erhöhten Temperaturen (max. 20 µA bei 175°C) außergewöhnlich niedrig und minimiert so die Verluste im gesperrten Zustand.
- Gesamte kapazitive Ladung (QC):12 nC typisch bei 400V. Dies ist eine wichtige Kenngröße für das Schaltverhalten. Eine niedrigere QC bedeutet, dass pro Schaltzyklus weniger Ladung bewegt werden muss, was zu geringeren Schaltverlusten und höheren Betriebsfrequenzen führt.
2.2 Maximale Grenzwerte und thermische Eigenschaften
Diese Parameter definieren die absoluten Grenzen für einen sicheren Betrieb und die Fähigkeit der Diode, Wärme abzuführen.
- Nicht-periodischer Stoß-Durchlassstrom (IFSM):14,4A für eine 10ms Halbsinuswelle. Diese Angabe ist entscheidend für das Überstehen von Kurzschlüssen, Einschaltströmen oder anderen transienten Überlastbedingungen.
- Sperrschichttemperatur (TJ):Maximal 175°C. Die hohe maximale Betriebstemperatur ist ein direkter Vorteil des SiC-Materials und ermöglicht den Betrieb in rauen Umgebungen oder kompaktere Designs mit höherer Leistungsdichte.
- Thermischer Widerstand, Sperrschicht-Gehäuse (RθJC):Typisch 3,7 °C/W. Dieser niedrige thermische Widerstand zeigt eine effiziente Wärmeübertragung von der Halbleitersperrschicht zum Gehäuse an. Er ist ein kritischer Parameter für das Wärmemanagement-Design, da er bestimmt, wie stark die Sperrschichttemperatur bei einer gegebenen Verlustleistung ansteigt. Ein niedrigerer RθJC ermöglicht eine höhere Leistungsaufnahme oder den Einsatz eines kleineren Kühlkörpers.
- Gesamtverlustleistung (PD):40W. Dies ist die maximale Leistung, die die Diode abführen kann, bestimmt durch den thermischen Widerstand und die maximale Sperrschichttemperatur.
3. Analyse der Kennlinien
Das Datenblatt enthält mehrere charakteristische Kurven, die für detailliertes Design und Simulation essenziell sind.
3.1 Durchlasskennlinie (VF-IF)
Dieses Diagramm stellt den Durchlassspannungsabfall über dem Durchlassstrom bei verschiedenen Sperrschichttemperaturen dar. Entwickler nutzen dies, um Leitungsverluste unter verschiedenen Betriebsbedingungen genau zu berechnen. Die Kurve zeigt den typischen exponentiellen Zusammenhang, wobei der Spannungsabfall bei höheren Temperaturen für einen gegebenen Strom niedriger ist.
3.2 Sperrkennlinie (VR-IR)
Diese Kurve zeigt den Sperrleckstrom in Abhängigkeit von der angelegten Sperrspannung. Sie bestätigt den in der Tabelle angegebenen niedrigen Leckstrom über den gesamten Betriebsspannungsbereich.
3.3 Kapazitätskennlinie (VR-Ct)
Diese Darstellung zeigt die Sperrschichtkapazität (Ct) über der Sperrspannung (VR). Die Kapazität nimmt nichtlinear mit steigender Sperrspannung ab. Diese Information ist entscheidend für die Vorhersage des Schaltverhaltens, da die gespeicherte Ladung (QC) das Integral dieser Kapazität über der Spannung ist. Die mit der Spannung abnehmende Kapazität ist eine vorteilhafte Eigenschaft für Hochspannungsschaltungen.
3.4 Stoßstrom-Abwertung (IFSM – PW)
Diese Kennlinie zeigt, wie der zulässige Stoßstrom (IFSM) mit zunehmender Pulsbreite (PW) abnimmt. Sie bietet eine Richtlinie für den Entwurf von Schutzschaltungen oder die Bewertung der Überlebensfähigkeit bei Fehlerbedingungen jenseits der standardmäßigen 10ms-Angabe.
3.5 Transiente thermische Impedanz (ZθJC)
Diese Kurve ist entscheidend für die Bewertung der thermischen Leistung unter gepulsten Leistungsbedingungen. Sie zeigt den effektiven thermischen Widerstand von der Sperrschicht zum Gehäuse für Einzelpulse unterschiedlicher Dauer. Bei kurzen Pulsen ist die thermische Impedanz viel niedriger als der stationäre RθJC, was bedeutet, dass die Sperrschicht höhere momentane Leistung ohne Überhitzung verarbeiten kann. Dies ist entscheidend für Anwendungen mit hohen Spitzenströmen.
4. Mechanische und Gehäuseinformationen
4.1 Gehäuseabmessungen und Umriss
Die Diode verwendet das industrieübliche oberflächenmontierbare TO-252-3L (DPAK) Gehäuse. Wichtige Abmessungen aus dem Datenblatt sind:
- Gehäuselänge (D): 6,10 mm (typ)
- Gehäusebreite (E): 6,60 mm (typ)
- Gesamthöhe (H): 9,84 mm (typ)
- Anschlussabstand (e1): 2,28 mm (Basis)
- Anschlusslänge (L): 1,52 mm (typ)
Detaillierte mechanische Zeichnungen mit Minimal-, Typ- und Maximalwerten für alle kritischen Abmessungen sind enthalten, um ein korrektes PCB-Footprint-Design und ausreichende Montageabstände zu gewährleisten.
4.2 Pinbelegung und Polarität
Das TO-252-3L Gehäuse hat drei Anschlusspunkte: zwei Anschlüsse und die freiliegende Metalllasche (Gehäuse).
- Pin 1:Kathode (K)
- Pin 2:Anode (A)
- Gehäuse (Läsche):Mit der Kathode (K) verbunden
Wichtiger Hinweis:Das Gehäuse ist elektrisch mit der Kathode verbunden. Dies muss beim PCB-Layout berücksichtigt werden, um unbeabsichtigte Kurzschlüsse zu vermeiden. Die Läsche dient als primärer Weg für die Wärmeableitung und muss auf eine entsprechend dimensionierte Kupferfläche auf der Leiterplatte gelötet werden.
4.3 Empfohlene PCB-Lötflächengeometrie
Eine empfohlene Footprint-Geometrie für die Lötflächen ist enthalten. Dieses Layout ist für die Zuverlässigkeit der Lötstellen und die thermische Leistung optimiert. Es weist typischerweise eine große zentrale Fläche für die thermische Läsche (Kathode) auf, um die Wärmeübertragung in die PCB-Kupferschicht zu maximieren, sowie zwei kleinere Flächen für die Anoden- und Kathodenanschlüsse. Die Befolgung dieser Empfehlung hilft, korrekte Lötnahtformen zu erreichen und thermische Spannungen zu minimieren.
5. Löt- und Montagerichtlinien
Obwohl spezifische Reflow-Profile in diesem Auszug nicht detailliert sind, gelten die allgemeinen Richtlinien für oberflächenmontierbare Bauteile in TO-252-Gehäusen.
- Reflow-Löten:Standard bleifreie (Pb-free) Reflow-Profile mit einer Spitzentemperatur von maximal 260°C sind typischerweise geeignet. Die große thermische Masse der Läsche kann eine sorgfältige Profilanpassung erfordern, um sicherzustellen, dass alle Lötstellen die richtige Reflow-Temperatur erreichen.
- Handhabung:Standard-ESD-Schutzmaßnahmen (Elektrostatische Entladung) sollten wie bei allen Halbleiterbauteilen beachtet werden.
- Lagerung:Die Bauteile sollten in einer trockenen, kontrollierten Umgebung gelagert werden. Der spezifizierte Lagertemperaturbereich liegt zwischen -55°C und +175°C.
6. Anwendungsvorschläge
6.1 Typische Anwendungsschaltungen
- Hochsetzsteller-Diode in PFC-Stufen:Ihr schnelles Schalten und die niedrige QC minimieren Schaltverluste bei hohen Frequenzen (z.B. 65-100 kHz) und verbessern so den PFC-Wirkungsgrad. Die hohe VRRM eignet sich für Universal-Eingangsdesigns (85-265VAC).
- Ausgangsgleichrichter in LLC-Resonanzwandlern:Die Null-Sperrverzögerungs-Eigenschaft eliminiert Sperrverzögerungsverluste, was ein großer Vorteil in hochfrequenten Resonanztopologien ist und zu kühlerem Betrieb und höherer Effizienz führt.
- Freilauf-/Klemmdiode in Motorantrieben und Wechselrichtern:Parallel zu schaltenden MOSFETs oder IGBTs verwendet, um einen Pfad für den induktiven Laststrom bereitzustellen. Schnelles Schalten verhindert Spannungsspitzen und reduziert die Belastung des Hauptschalters.
- Solar-Mikrowechselrichter und String-Wechselrichter:Profitieren von hoher Effizienz und Hochtemperaturbetrieb in Außenumgebungen.
- Hochintegrierte AC/DC- und DC/DC-Wandler:Die Kombination aus Hochfrequenzfähigkeit und Hochtemperaturbewertung ermöglicht kleinere magnetische Bauteile und Kühlkörper, was die Leistungsdichte erhöht.
6.2 Designüberlegungen
- Thermisches Management:Trotz des niedrigen RθJC ist eine ordnungsgemäße Kühlung unerlässlich. Die PCB-Fläche für die Läsche muss mit großen Kupferflächen oder einem externen Kühlkörper verbunden werden, um die volle Strom- und Leistungsbewertung nutzen zu können. Thermische Durchkontaktierungen unter der Fläche können helfen, Wärme zu inneren oder unteren Lagen zu leiten.
- Parallelschaltung von Bauteilen:Das Datenblatt erwähnt den Vorteil der "Parallelschaltung ohne thermisches Durchgehen". Dies liegt am positiven Temperaturkoeffizienten der Durchlassspannung in SiC-Schottky-Dioden. Wenn eine Diode heißer wird, steigt ihre VF leicht an, wodurch sich der Strom gleichmäßiger mit kühleren parallelen Dioden aufteilt und eine stabile Stromaufteilung fördert.
- Snubber-Schaltungen:Obwohl die Diode selbst sehr schnell ist, können Schaltungsparasitiken (Streuinduktivität) beim Abschalten dennoch zu Spannungsüberschwingern führen. Snubber-Schaltungen (RC oder RCD) können in einigen Anwendungen mit hohem di/dt notwendig sein, um diese Spitzen zu begrenzen und die Diode sowie andere Komponenten zu schützen.
- Gate-Ansteuerungsüberlegungen (für zugehörige Schalter):Das schnelle Schalten dieser Diode kann zu hohem di/dt und dv/dt führen. Dies kann Aufmerksamkeit beim Gate-Treiber-Design des komplementären MOSFETs/IGBTs erfordern, um Probleme wie Fehlauslösung durch den Miller-Effekt zu vermeiden.
7. Technischer Vergleich und Vorteile
Im Vergleich zu Standard-Silizium-Schnellerholungsdioden (FRDs) oder sogar den Body-Dioden von SiC-MOSFETs bietet diese SiC-Schottky-Diode deutliche Vorteile:
- Null Sperrverzögerungsstrom (Qrr=0):Dies ist ihr bedeutendster Vorteil gegenüber Silizium-PN-Dioden. Er eliminiert vollständig Sperrverzögerungsverluste und damit verbundene Schaltstörungen, was höhere Effizienz und Frequenz ermöglicht.
- Niedrigere Durchlassspannung als frühe SiC-Dioden:Moderne SiC-Schottky-Dioden haben die VF deutlich reduziert und schließen so die Lücke zu Siliziumdioden, während alle Hochgeschwindigkeits- und Hochtemperaturvorteile erhalten bleiben.
- Höhere Betriebstemperatur:Max. 175°C Sperrschichttemperatur gegenüber typisch 150°C für Silizium, was einen größeren Designspielraum und höhere Zuverlässigkeit in heißen Umgebungen bietet.
- Überlegene Stoßstromfestigkeit:Gute IFSM-Bewertung für ihre Größe, was Robustheit bietet.
- Vergleich mit SiC-MOSFET Body-Diode:Während die Body-Diode eines SiC-MOSFETs ebenfalls eine PIN-Diode mit schlechter Sperrverzögerung ist, wird in hart schaltenden Schaltungen oft eine separate SiC-Schottky-Diode als Freilaufdiode bevorzugt, um die Verluste der Body-Diode zu vermeiden.
8. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Was bedeutet "Null Sperrverzögerung" praktisch für mein Design?
A: Es bedeutet, dass Sie Sperrverzögerungsverluste in Ihren Wirkungsgradberechnungen vernachlässigen können. Es vereinfacht auch das Snubber-Design und reduziert die elektromagnetische Störung (EMV), die beim Abschalten der Diode entsteht.
F: Das Gehäuse ist mit der Kathode verbunden. Wie isoliere ich es bei Bedarf?
A: Elektrische Isolation erfordert die Verwendung eines isolierenden Wärmeleitpads (z.B. Glimmer, Silikon) zwischen der Diodenlasche und dem Kühlkörper, zusammen mit einer isolierenden Distanzscheibe für die Montageschraube. Dies erhöht den thermischen Widerstand, daher muss der Kompromiss berechnet werden.
F: Kann ich diese Diode mit ihrer vollen 8A-Bewertung dauerhaft betreiben?
A: Nur wenn Sie die Gehäusetemperatur bei oder unter 135°C halten können. Der tatsächliche Dauerstrom ist niedriger, wenn das thermische Design zu einer höheren Gehäusetemperatur führt. Nutzen Sie die Verlustleistung (PD) und den thermischen Widerstand (RθJC), um die maximal zulässige Verlustleistung für Ihren spezifischen Kühlkörper und Umgebungsbedingungen zu berechnen, und leiten Sie dann den Strom aus der VF-Kurve ab.
F: Warum ist der QC-Parameter wichtig?
A: QC repräsentiert die in der Sperrschichtkapazität der Diode gespeicherte Energie. Während des Einschaltens des gegensätzlichen Schalters in einer Schaltung muss diese Ladung entfernt werden, was zu einem Stromimpuls führt. Eine niedrigere QC reduziert diesen Impuls, verringert die Schaltverluste im Steuerschalter und reduziert die Belastung beider Komponenten.
9. Praktische Design-Fallstudie
Szenario:Entwurf eines 500W Server-Netzteils (PSU) mit 80Plus Titanium Effizienz und einer brückenlosen Totem-Pole PFC-Stufe, die bei 100 kHz arbeitet.
Herausforderung:Traditionelle Silizium-Ultrafast-Dioden in der PFC-Hochsetzsteller-Position zeigen bei 100 kHz signifikante Sperrverzögerungsverluste, was den Wirkungsgrad begrenzt und thermische Probleme verursacht.
Lösung:Einsatz der 650V SiC-Schottky-Diode als Hochsetzsteller-Diode.
Umsetzung & Ergebnis:
1. Die Diode wird in der Standard-Position der Hochsetzsteller-Diode platziert.
2. Aufgrund ihrer Null-Sperrverzögerung werden die Abschalt-Schaltverluste praktisch eliminiert.
3. Die niedrige Qc reduziert den Einschaltverlust des komplementären MOSFETs.
4. Die hohe 175°C-Bewertung ermöglicht es, sie nahe an anderen heißen Komponenten zu platzieren.
5. Ergebnis:Der gemessene Wirkungsgrad der PFC-Stufe erhöht sich bei Volllast um ~0,7% im Vergleich zur besten Silizium-Alternative. Dies trägt direkt zum Erreichen des strengen Titanium-Effizienzstandards bei. Darüber hinaus läuft die Diode kühler, was ein kompakteres Layout oder einen reduzierten Luftstrombedarf ermöglicht und so die Leistungsdichte erhöht.
10. Funktionsprinzip
Eine Schottky-Diode wird durch einen Metall-Halbleiter-Übergang gebildet, im Gegensatz zu einer Standard-PN-Diode, die einen Halbleiter-Halbleiter-Übergang verwendet. Bei einer Siliziumkarbid-Schottky-Diode ist der Halbleiter SiC. Der Metall-SiC-Übergang erzeugt eine Schottky-Barriere, die nur Majoritätsträgerleitung ermöglicht (Elektronen in einem N-Typ SiC). Dies steht im Gegensatz zu einer PN-Diode, bei der die Leitung sowohl Majoritäts- als auch Minoritätsträger betrifft (Diffusionsstrom).
Das Fehlen von Minoritätsträgerinjektion und -speicherung ist der grundlegende Grund für das Fehlen der Sperrverzögerung. Wenn die Spannung an einer Schottky-Diode umgekehrt wird, gibt es keine gespeicherte Minoritätsladung, die aus der Driftzone entfernt werden muss; der Strom hört einfach fast augenblicklich auf, sobald die Ladungsträger vom Übergang abgezogen sind. Dies führt zur "Null-Sperrverzögerungs"-Eigenschaft. Das schnelle Schalten ist eine direkte Folge dieses unipolaren Leitungsmechanismus.
11. Technologietrends
Siliziumkarbid-Leistungsbauteile sind eine Schlüsseltechnologie für den anhaltenden Trend zu höherer Effizienz, höherer Frequenz und höherer Leistungsdichte in allen Bereichen der Leistungselektronik. Der Markt für SiC-Dioden wird durch mehrere Faktoren vorangetrieben:
- Elektrofahrzeuge (EVs):Nachfrage nach schnelleren Bordladegeräten (OBCs), effizienteren DC-DC-Wandlern und Traktionswechselrichtern mit höheren Schaltfrequenzen.
- Erneuerbare Energien:Solar- und Windwechselrichter profitieren von der höheren Effizienz, die den Energieertrag steigert, und der höheren Temperaturfähigkeit, die die Zuverlässigkeit bei Außeninstallationen verbessert.
- Rechenzentren & Telekommunikation:Das Streben nach höherer Effizienz (z.B. 80Plus Titanium) und erhöhter Rack-Leistungsdichte erfordert den Einsatz fortschrittlicher Komponenten wie SiC-Dioden in Server-Netzteilen und Gleichrichtern.
- Industrielle Motorantriebe:Streben nach höherer Regelbandbreite und Effizienz.
Der Trend für SiC-Schottky-Dioden geht speziell in Richtung niedrigerer Durchlassspannung (Reduzierung der Leitungsverluste), höherer Stromdichte (kleinere Die-Größe für eine gegebene Bewertung) und verbesserter Zuverlässigkeit sowie Kostensenkung durch Fertigungsskalierung und Prozessreife. Die Integration mit SiC-MOSFETs in Multi-Chip-Modulen ist ebenfalls ein wachsender Trend.
LED-Spezifikations-Terminologie
Vollständige Erklärung der LED-Technikbegriffe
Photoelektrische Leistung
| Begriff | Einheit/Darstellung | Einfache Erklärung | Warum wichtig |
|---|---|---|---|
| Lichtausbeute | lm/W (Lumen pro Watt) | Lichtausgang pro Watt Strom, höher bedeutet energieeffizienter. | Bestimmt direkt den Energieeffizienzgrad und Stromkosten. |
| Lichtstrom | lm (Lumen) | Gesamtlicht, das von der Quelle emittiert wird, allgemein "Helligkeit" genannt. | Bestimmt, ob das Licht hell genug ist. |
| Betrachtungswinkel | ° (Grad), z.B. 120° | Winkel, bei dem die Lichtintensität auf die Hälfte abfällt, bestimmt die Strahlbreite. | Beeinflusst Beleuchtungsbereich und Gleichmäßigkeit. |
| Farbtemperatur | K (Kelvin), z.B. 2700K/6500K | Wärme/Kühle des Lichts, niedrigere Werte gelblich/warm, höhere weißlich/kühl. | Bestimmt Beleuchtungsatmosphäre und geeignete Szenarien. |
| Farbwiedergabeindex | Einheitenlos, 0–100 | Fähigkeit, Objektfarben genau wiederzugeben, Ra≥80 ist gut. | Beeinflusst Farbauthentizität, wird an anspruchsvollen Orten wie Einkaufszentren, Museen verwendet. |
| Farborttoleranz | MacAdam-Ellipsenschritte, z.B. "5-Schritt" | Metrik für Farbkonsistenz, kleinere Schritte bedeuten konsistentere Farbe. | Sichert einheitliche Farbe über dieselbe Charge von LEDs. |
| Dominante Wellenlänge | nm (Nanometer), z.B. 620nm (rot) | Wellenlänge, die der Farbe farbiger LEDs entspricht. | Bestimmt Farbton von roten, gelben, grünen monochromen LEDs. |
| Spektralverteilung | Wellenlänge vs. Intensitätskurve | Zeigt Intensitätsverteilung über Wellenlängen. | Beeinflusst Farbwiedergabe und Farbqualität. |
Elektrische Parameter
| Begriff | Symbol | Einfache Erklärung | Design-Überlegungen |
|---|---|---|---|
| Flussspannung | Vf | Mindestspannung zum Einschalten der LED, wie "Startschwelle". | Treiberspannung muss ≥ Vf sein, Spannungen addieren sich für serielle LEDs. |
| Flussstrom | If | Stromwert für normalen LED-Betrieb. | Normalerweise Konstantstromantrieb, Strom bestimmt Helligkeit & Lebensdauer. |
| Max. Pulsstrom | Ifp | Spitzenstrom, der für kurze Zeit erträglich ist, wird für Dimmen oder Blinken verwendet. | Pulsbreite & Tastverhältnis müssen streng kontrolliert werden, um Schäden zu vermeiden. |
| Sperrspannung | Vr | Maximale Sperrspannung, die die LED aushalten kann, darüber kann es zum Durchbruch kommen. | Schaltung muss verhindern, dass umgekehrte Verbindung oder Spannungsspitzen auftreten. |
| Wärmewiderstand | Rth (°C/W) | Widerstand gegen Wärmeübertragung vom Chip zum Lötpunkt, niedriger ist besser. | Hoher Wärmewiderstand erfordert stärkere Wärmeableitung. |
| ESD-Immunität | V (HBM), z.B. 1000V | Fähigkeit, elektrostatische Entladung zu widerstehen, höher bedeutet weniger anfällig. | In der Produktion sind antistatische Maßnahmen erforderlich, insbesondere für empfindliche LEDs. |
Wärmemanagement & Zuverlässigkeit
| Begriff | Schlüsselmetrik | Einfache Erklärung | Auswirkung |
|---|---|---|---|
| Sperrschichttemperatur | Tj (°C) | Tatsächliche Betriebstemperatur im LED-Chip. | Jede Reduzierung um 10°C kann die Lebensdauer verdoppeln; zu hoch verursacht Lichtabfall, Farbverschiebung. |
| Lichtstromrückgang | L70 / L80 (Stunden) | Zeit, bis die Helligkeit auf 70% oder 80% des Anfangswerts sinkt. | Definiert direkt die "Nutzungsdauer" der LED. |
| Lichtstromerhaltung | % (z.B. 70%) | Prozentsatz der nach Zeit verbleibenden Helligkeit. | Gibt die Fähigkeit an, die Helligkeit über die langfristige Nutzung zu erhalten. |
| Farbverschiebung | Δu′v′ oder MacAdam-Ellipse | Grad der Farbänderung während der Verwendung. | Beeinflusst die Farbkonsistenz in Beleuchtungsszenen. |
| Thermisches Altern | Materialabbau | Verschlechterung aufgrund langfristig hoher Temperatur. | Kann zu Helligkeitsabfall, Farbänderung oder Leiterunterbrechung führen. |
Verpackung & Materialien
| Begriff | Gängige Typen | Einfache Erklärung | Merkmale & Anwendungen |
|---|---|---|---|
| Gehäusetyp | EMC, PPA, Keramik | Chip schützendes Gehäusematerial, bietet optische/thermische Schnittstelle. | EMC: gute Wärmebeständigkeit, niedrige Kosten; Keramik: bessere Wärmeableitung, längere Lebensdauer. |
| Chip-Struktur | Front, Flip-Chip | Chip-Elektrodenanordnung. | Flip-Chip: bessere Wärmeableitung, höhere Effizienz, für Hochleistung. |
| Phosphorbeschichtung | YAG, Silikat, Nitrid | Bedeckt den blauen Chip, wandelt einen Teil in gelb/rot um, mischt zu weiß. | Verschiedene Phosphore beeinflussen Effizienz, CCT und CRI. |
| Linse/Optik | Flach, Mikrolinse, TIR | Optische Struktur auf der Oberfläche, die die Lichtverteilung steuert. | Bestimmt den Betrachtungswinkel und die Lichtverteilungskurve. |
Qualitätskontrolle & Binning
| Begriff | Binning-Inhalt | Einfache Erklärung | Zweck |
|---|---|---|---|
| Lichtstrom-Bin | Code z.B. 2G, 2H | Nach Helligkeit gruppiert, jede Gruppe hat Mindest-/Maximal-Lumenwerte. | Sichert einheitliche Helligkeit in derselben Charge. |
| Spannungs-Bin | Code z.B. 6W, 6X | Nach Flussspannungsbereich gruppiert. | Erleichtert Treiberabgleich, verbessert Systemeffizienz. |
| Farb-Bin | 5-Schritt MacAdam-Ellipse | Nach Farbkoordinaten gruppiert, sichert engen Bereich. | Garantiert Farbkonsistenz, vermeidet ungleichmäßige Farbe innerhalb der Leuchte. |
| CCT-Bin | 2700K, 3000K usw. | Nach CCT gruppiert, jede hat entsprechenden Koordinatenbereich. | Erfüllt verschiedene Szenario-CCT-Anforderungen. |
Prüfung & Zertifizierung
| Begriff | Standard/Test | Einfache Erklärung | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| LM-80 | Lichtstromerhaltungstest | Langzeitbeleuchtung bei konstanter Temperatur, Aufzeichnung von Helligkeitsabfall. | Wird zur Schätzung der LED-Lebensdauer (mit TM-21) verwendet. |
| TM-21 | Lebensdauerschätzstandard | Schätzt Lebensdauer unter tatsächlichen Bedingungen basierend auf LM-80-Daten. | Bietet wissenschaftliche Lebensdauervorhersage. |
| IESNA | Beleuchtungstechnische Gesellschaft | Deckt optische, elektrische, thermische Testmethoden ab. | Industrieanerkannte Testbasis. |
| RoHS / REACH | Umweltzertifizierung | Stellt sicher, dass keine schädlichen Substanzen (Blei, Quecksilber) enthalten sind. | Marktzugangsvoraussetzung international. |
| ENERGY STAR / DLC | Energieeffizienzzertifizierung | Energieeffizienz- und Leistungszertifizierung für Beleuchtungsprodukte. | Wird in staatlichen Beschaffungen, Subventionsprogrammen verwendet, steigert Wettbewerbsfähigkeit. |