Inhaltsverzeichnis
- 1. Produktübersicht
- 1.1 Kernvorteile und Zielmarkt
- 2. Detaillierte Analyse der technischen Parameter
- 2.1 Absolute Maximalwerte
- 2.2 Elektro-optische Kenngrößen (Ta = 25°C)
- 3. Erläuterung des Binning-Systems
- 3.1 Binning der Strahlungsstärke
- 4. Analyse der Kennlinien
- 4.1 Durchlassstrom in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur
- 4.2 Spektrale Verteilung
- 3.3 Spitzenemissionswellenlänge in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur
- 4.4 Durchlassstrom in Abhängigkeit von der Durchlassspannung (I-V-Kennlinie)
- 4.5 Relative Strahlungsstärke in Abhängigkeit vom Winkel
- 5. Mechanische und Gehäuseinformationen
- 5.1 Gehäuseabmessungen
- 5.2 Polaritätskennzeichnung
- 6. Löt- und Montagerichtlinien
- 6.1 Lagerung und Feuchtigkeitssensitivität
- 6.2 Reflow-Lötprofil
- 6.3 Handlöten und Nacharbeit
- 7. Verpackungs- und Bestellinformationen
- 7.1 Spezifikationen für Band und Rolle
- 7.2 Verpackungsvorgang
- 8. Anwendungsdesign-Empfehlungen
- 8.1 Strombegrenzung ist zwingend erforderlich
- 8.2 Wärmemanagement
- 8.3 Optische Design-Überlegungen
- 9. Technischer Vergleich und Differenzierung
- 10. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- 10.1 Welchen Zweck haben die Binning-Codes (E, F, G)?
- 10.2 Kann ich diese LED direkt von einem 3,3V- oder 5V-Mikrocontroller-Pin ansteuern?
- 10.3 Warum ist die 940nm Wellenlänge bedeutsam?
- 10.4 Wie oft kann ich dieses Bauteil reflowlöten?
- 11. Design- und Anwendungsbeispiele
- 11.1 Einfacher Näherungssensor
- 11.2 Infrarot-Fernbedienungssender
- 12. Funktionsprinzip
- 13. Technologietrends
1. Produktübersicht
Die IR19-315C/TR8 ist eine miniaturisierte oberflächenmontierbare Infrarot-Leuchtdiode (LED) in einem standardmäßigen 0603-Gehäuse. Diese Komponente ist darauf ausgelegt, Licht mit einer Spitzenwellenlänge von 940 Nanometern (nm) zu emittieren, was optimal auf die spektrale Empfindlichkeit von Silizium-Fotodioden und Fototransistoren abgestimmt ist. Ihre Hauptfunktion besteht darin, als effiziente Infrarotquelle in verschiedenen Sensor- und Kommunikationssystemen zu dienen.
1.1 Kernvorteile und Zielmarkt
Diese Komponente bietet mehrere Schlüsselvorteile für das moderne Elektronikdesign. Ihr miniaturisierter SMD-Bauraum ermöglicht hochdichte Leiterplattenlayouts, was für kompakte Konsumelektronik und IoT-Geräte unerlässlich ist. Das Bauteil ist aus AlGaAs (Aluminiumgalliumarsenid)-Chipmaterial gefertigt, das eine zuverlässige Leistung für die Infrarotemission bietet. Es ist in einer wasserklaren Epoxidharzlinse verkapselt, die eine minimale Absorption des emittierten IR-Lichts gewährleistet. Das Produkt ist vollständig konform mit RoHS (Beschränkung gefährlicher Stoffe), der EU REACH-Verordnung und wird halogenfrei hergestellt, wodurch strenge Umwelt- und Sicherheitsstandards erfüllt werden. Die primären Zielanwendungen umfassen Infrarot-Fernbedienungen mit konsistenter Ausgangsleistung, leiterplattenmontierte Näherungs- oder Objekterkennungssensoren, Barcodescanner und verschiedene andere infrarotbasierte Systeme.
2. Detaillierte Analyse der technischen Parameter
Ein gründliches Verständnis der Grenzwerte und Betriebseigenschaften des Bauteils ist entscheidend für ein zuverlässiges Schaltungsdesign und die langfristige Leistungsfähigkeit.
2.1 Absolute Maximalwerte
Diese Werte definieren die Belastungsgrenzen, jenseits derer dauerhafte Schäden am Bauteil auftreten können. Ein Betrieb unter oder an diesen Grenzen ist nicht garantiert.
- Dauer-Durchlassstrom (IF): 65 mA. Dies ist der maximale Gleichstrom, der kontinuierlich an die LED angelegt werden darf.
- Sperrspannung (VR): 5 V. Das Überschreiten dieser Spannung in Sperrrichtung kann zum Durchbruch des pn-Übergangs führen.
- Betriebstemperatur (Topr): -25°C bis +85°C. Der Umgebungstemperaturbereich für den Normalbetrieb.
- Lagertemperatur (Tstg): -40°C bis +100°C. Der Temperaturbereich für die Lagerung im nicht betriebsbereiten Zustand.
- Verlustleistung (Pd): 130 mW bei oder unter 25°C freier Lufttemperatur. Die maximale Leistung, die das Gehäuse als Wärme abführen kann.
- Löttemperatur (Tsol): 260°C für eine Dauer von maximal 5 Sekunden, anwendbar für Reflow-Prozesse.
2.2 Elektro-optische Kenngrößen (Ta= 25°C)
Diese Parameter definieren die Leistung des Bauteils unter typischen Betriebsbedingungen. Alle Werte sind bei einer Umgebungstemperatur von 25°C spezifiziert.
- Strahlungsstärke (Ie): Dies ist die optische Leistung pro Raumwinkeleinheit, gemessen in Milliwatt pro Steradiant (mW/sr). Bei einem Durchlassstrom (IF) von 20 mA beträgt der typische Wert 0,6 mW/sr. Im gepulsten Betrieb (IF=100mA, Pulsbreite ≤100μs, Tastverhältnis ≤1%) kann die Strahlungsstärke bis zu 4,0 mW/sr erreichen.
- Spitzenwellenlänge (λp): 940 nm. Dies ist die Wellenlänge, bei der die optische Ausgangsleistung maximal ist.
- Spektrale Bandbreite (Δλ): Ungefähr 45 nm. Dies gibt den Bereich der emittierten Wellenlängen an, typischerweise bei halber Maximalintensität gemessen (Full Width at Half Maximum - FWHM).
- Durchlassspannung (VF): Der Spannungsabfall über der LED, wenn Strom fließt. Bei IF=20mA beträgt die typische VF1,2V, maximal 1,5V. Dieser Wert steigt auf 1,4V (typisch) und 1,8V (max) bei IF=100mA unter gepulsten Bedingungen.
- Sperrstrom (IR): Maximal 10 μA bei einer angelegten Sperrspannung von 5V.
- Abstrahlwinkel (2θ1/2): 140 Grad. Dies ist der volle Winkel, bei dem die Strahlungsstärke auf die Hälfte ihres Wertes bei 0 Grad (auf der Achse) abfällt. Ein großer Abstrahlwinkel ist vorteilhaft für Anwendungen, die eine breite Abdeckung erfordern.
3. Erläuterung des Binning-Systems
Die IR19-315C/TR8 verwendet ein Binning-System, um Bauteile basierend auf ihrer Strahlungsstärke zu kategorisieren. Dies ermöglicht es Entwicklern, Komponenten auszuwählen, die spezifische Helligkeitsanforderungen für ihre Anwendung erfüllen.
3.1 Binning der Strahlungsstärke
Die Bauteile werden entsprechend ihrer gemessenen Strahlungsstärke unter einer Prüfbedingung von IF= 20 mA in Bins (E, F, G) sortiert.
- Bin E: Strahlungsstärke reicht von mindestens 0,2 mW/sr bis maximal 1,0 mW/sr.
- Bin F: Strahlungsstärke reicht von mindestens 0,5 mW/sr bis maximal 1,5 mW/sr.
- Bin G: Strahlungsstärke reicht von mindestens 1,0 mW/sr bis maximal 2,5 mW/sr.
Diese Einteilung gewährleistet Konsistenz innerhalb einer Produktionscharge und ermöglicht eine vorhersehbare optische Leistung im Endprodukt.
4. Analyse der Kennlinien
Das Datenblatt enthält mehrere charakteristische Kurven, die das Verhalten des Bauteils unter verschiedenen Bedingungen veranschaulichen. Diese sind für fortgeschrittenes Design und das Verständnis nichtlinearer Effekte unerlässlich.
4.1 Durchlassstrom in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur
Diese Kurve zeigt die Reduzierung des maximal zulässigen Durchlassstroms mit steigender Umgebungstemperatur. Die Verlustleistungsfähigkeit der LED nimmt mit steigender Temperatur ab, um Überhitzung zu verhindern. Entwickler müssen dieses Diagramm konsultieren, wenn das Bauteil in erhöhten Umgebungstemperaturen betrieben wird, um sicherzustellen, dass der Treiberstrom den sicheren Arbeitsbereich nicht überschreitet.
4.2 Spektrale Verteilung
Das Diagramm der spektralen Verteilung zeigt die relative optische Ausgangsleistung über verschiedene Wellenlängen. Es bestätigt das Maximum bei 940nm und die ungefähre spektrale Bandbreite von 45nm. Dies ist entscheidend, um die Kompatibilität mit der spektralen Empfindlichkeit des Empfangssensors sicherzustellen.
3.3 Spitzenemissionswellenlänge in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur
Dieses Diagramm zeigt, wie sich die Spitzenwellenlänge (λp) mit Änderungen der Sperrschichttemperatur verschiebt. Typischerweise nimmt die Wellenlänge mit der Temperatur leicht zu (ein positiver Koeffizient). Diese Verschiebung muss bei Präzisionssensoranwendungen berücksichtigt werden, bei denen der Filter oder die Empfindlichkeit des Empfängers eng abgestimmt ist.
4.4 Durchlassstrom in Abhängigkeit von der Durchlassspannung (I-V-Kennlinie)
Die I-V-Kennlinie ist grundlegend für das Schaltungsdesign. Sie zeigt die exponentielle Beziehung zwischen Strom und Spannung. Die "Kniespannung" liegt bei etwa 1,2V. Diese Kurve wird verwendet, um den notwendigen Vorwiderstandswert zu berechnen, um den Strom auf ein gewünschtes Niveau zu begrenzen, wenn die LED von einer Spannungsquelle gespeist wird, wie in den Vorsichtsmaßnahmen betont.
4.5 Relative Strahlungsstärke in Abhängigkeit vom Winkel
Dieses Polardiagramm stellt den Abstrahlwinkel visuell dar. Es zeigt, wie die Intensität abnimmt, wenn sich der Beobachtungswinkel von der Mittelachse (0°) entfernt, und bei ±70° auf 50% abfällt (daher der gesamte Abstrahlwinkel von 140°). Diese Information ist entscheidend für das Design des Strahlengangs und die Ausrichtung in einem System.
5. Mechanische und Gehäuseinformationen
5.1 Gehäuseabmessungen
Das Bauteil entspricht dem standardmäßigen 0603 (1608 metrisch) SMD-Gehäuse. Wichtige Abmessungen umfassen eine Bauteillänge von 1,6 mm, eine Breite von 0,8 mm und eine Höhe von 0,6 mm. Das Land Pattern (empfohlene Leiterplatten-Pad-Anordnung) und die Anschlussabmessungen werden angegeben, um ein korrektes Löten und mechanische Stabilität zu gewährleisten. Alle Maßtoleranzen betragen typischerweise ±0,1 mm, sofern nicht anders angegeben.
5.2 Polaritätskennzeichnung
Die Kathode ist typischerweise auf dem Bauteilgehäuse markiert. Das Diagramm im Datenblatt zeigt die Kathodenseite an, die gemäß dem empfohlenen Footprint korrekt auf der Leiterplatte ausgerichtet werden muss. Falsche Polarität verhindert, dass das Bauteil Licht emittiert, und das Anlegen einer Sperrspannung ist zu vermeiden.
6. Löt- und Montagerichtlinien
Sachgemäße Handhabung und Lötung sind entscheidend für die Aufrechterhaltung der Zuverlässigkeit und Leistung des Bauteils.
6.1 Lagerung und Feuchtigkeitssensitivität
Die LEDs sind in einer feuchtigkeitsdichten Beutel mit Trockenmittel verpackt. Wichtige Vorsichtsmaßnahmen umfassen:
- Öffnen Sie den Beutel erst, wenn Sie bereit zur Verwendung sind.
- Lagern Sie ungeöffnete Beutel bei ≤30°C und ≤90% relativer Luftfeuchtigkeit (RLF).
- Verwenden Sie die Bauteile innerhalb eines Jahres nach Versand.
- Nach dem Öffnen bei ≤30°C und ≤60% RLF lagern und innerhalb von 168 Stunden (7 Tagen) verwenden.
- Wenn die Lagerzeit überschritten wird oder das Trockenmittel Feuchtigkeit anzeigt, ist vor dem Löten eine Trocknung bei 60 ±5°C für mindestens 24 Stunden erforderlich.
6.2 Reflow-Lötprofil
Das Bauteil ist mit Infrarot- und Dampfphasen-Reflow-Prozessen kompatibel. Ein bleifreies Löttemperaturprofil wird empfohlen, mit einer Spitzentemperatur von 260°C für nicht mehr als 5 Sekunden. Reflow-Löten sollte nicht mehr als zweimal durchgeführt werden. Spannungen am LED-Gehäuse während des Erhitzens und Verzug der Leiterplatte nach dem Löten müssen vermieden werden.
6.3 Handlöten und Nacharbeit
Falls Handlöten notwendig ist, verwenden Sie einen Lötkolben mit einer Spitzentemperatur unter 350°C, erhitzen Sie jeden Anschluss für nicht mehr als 3 Sekunden und verwenden Sie einen Lötkolben mit einer Leistung von 25W oder weniger. Lassen Sie eine Abkühlpause von mindestens 2 Sekunden zwischen den Anschlüssen. Nacharbeit wird nicht empfohlen, aber falls unvermeidbar, sollte ein Doppelspitzen-Lötkolben verwendet werden, um beide Anschlüsse gleichzeitig zu erhitzen, um mechanische Spannungen an den Lötstellen zu vermeiden. Die Auswirkung der Nacharbeit auf die Bauteileigenschaften sollte vorab überprüft werden.
7. Verpackungs- und Bestellinformationen
7.1 Spezifikationen für Band und Rolle
Die Bauteile werden auf 8 mm breiter, geprägter Trägerbandrolle auf einer Standardrolle mit 7 Zoll Durchmesser geliefert. Jede Rolle enthält 4000 Stück (4k Stück/Rolle). Detaillierte Trägerbandabmessungen, einschließlich Taschengröße, Teilung und Transportloch-Spezifikationen, werden angegeben, um die Kompatibilität mit automatischen Bestückungsgeräten sicherzustellen.
7.2 Verpackungsvorgang
Die Rollen sind zusammen mit Trockenmittel in einem aluminiumbeschichteten Feuchtigkeitsschutzbeutel versiegelt. Etiketten auf dem Beutel liefern wichtige Informationen wie Artikelnummer (P/N), Kundenartikelnummer (CPN), Menge (QTY), Binning-Klasse (CAT), Spitzenwellenlänge (HUE), Losnummer (LOT No.) und Herkunftsland.
8. Anwendungsdesign-Empfehlungen
8.1 Strombegrenzung ist zwingend erforderlich
Die wichtigste Designregel ist die zwingende Verwendung eines Vorwiderstands zur Strombegrenzung. Die Durchlassspannung einer LED hat einen negativen Temperaturkoeffizienten und kann zwischen einzelnen Bauteilen leicht variieren. Eine kleine Spannungserhöhung kann einen großen, möglicherweise zerstörerischen Stromanstieg verursachen. Der Widerstandswert (R) kann mit dem Ohmschen Gesetz berechnet werden: R = (Vversorgung- VF) / IF, wobei VFdie Durchlassspannung beim gewünschten Strom IF.
ist.
8.2 Wärmemanagement
Obwohl das 0603-Gehäuse eine begrenzte thermische Masse hat, sollte der Verlustleistung Beachtung geschenkt werden, insbesondere bei höheren Strömen oder hohen Umgebungstemperaturen. Die Derating-Kurve muss befolgt werden. Eine ausreichende Kupferfläche, die mit den thermischen Pads (falls vorhanden) oder den Bauteilanschlüssen verbunden ist, kann helfen, Wärme in die Leiterplatte abzuleiten.
8.3 Optische Design-Überlegungen
Der 140° breite Abstrahlwinkel macht diese LED geeignet für Anwendungen, die eine breite Ausleuchtung erfordern, wie z.B. Näherungssensoren. Für größere Reichweiten oder gerichtete Strahlen können sekundäre Optiken (Linsen) erforderlich sein. Die 940nm Wellenlänge ist für das menschliche Auge unsichtbar, was sie ideal für unauffälligen Betrieb macht, aber es ist wichtig zu beachten, dass einige Consumer-Digitalkamera-Sensoren sie erkennen können, was als purpurnes Leuchten erscheinen kann.
9. Technischer Vergleich und Differenzierung
Die IR19-315C/TR8 unterscheidet sich innerhalb der Kategorie der 0603 Infrarot-LEDs durch ihre spezifische Kombination aus AlGaAs-Material und 940nm Spitzenwellenlänge. AlGaAs-LEDs bieten im Allgemeinen eine gute Effizienz und Zuverlässigkeit bei dieser Wellenlänge. Im Vergleich zu GaAs-basierten LEDs können AlGaAs-Bauteile leicht unterschiedliche Durchlassspannungs- und Temperaturcharakteristiken aufweisen. Der große 140° Abstrahlwinkel ist ein bemerkenswertes Merkmal im Vergleich zu einigen Wettbewerbern mit engeren Strahlen, was sie vielseitiger für flächenbasierte Sensoranwendungen macht.
10. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
10.1 Welchen Zweck haben die Binning-Codes (E, F, G)?
Die Binning-Codes kategorisieren die LEDs basierend auf ihrer gemessenen Strahlungsstärke. Dies ermöglicht es Entwicklern, einen konsistenten Helligkeitslevel für ihr Produkt auszuwählen. Beispielsweise würde eine Anwendung, die eine höhere optische Ausgangsleistung erfordert, Bauteile der Bin G spezifizieren.
10.2 Kann ich diese LED direkt von einem 3,3V- oder 5V-Mikrocontroller-Pin ansteuern?
Nein, Sie dürfen sie nicht direkt anschließen. Die niedrige Durchlassspannung der LED (typisch 1,2V) bedeutet, dass ein direkter Anschluss an eine 3,3V- oder 5V-Quelle ohne Strombegrenzungswiderstand einen übermäßigen Stromfluss verursachen und das Bauteil sofort zerstören würde. Ein Vorwiderstand ist immer erforderlich.
10.3 Warum ist die 940nm Wellenlänge bedeutsam?
940nm ist eine sehr gebräuchliche Wellenlänge für Infrarotsysteme, da sie in einen Bereich fällt, in dem Silizium-Fotodetektoren (Fotodioden, Fototransistoren) eine hohe Empfindlichkeit aufweisen. Sie ist außerdem weniger sichtbar für Umgebungslichtrauschen im Vergleich zu kürzeren IR-Wellenlängen wie 850nm und für das menschliche Auge unsichtbar, was für Konsumelektronik wünschenswert ist.
10.4 Wie oft kann ich dieses Bauteil reflowlöten?
Das Datenblatt spezifiziert, dass Reflow-Löten nicht mehr als zweimal durchgeführt werden sollte. Jeder Reflow-Zyklus setzt die Komponente thermischen Belastungen aus, die die internen Bonddrähte oder die Epoxidverkapselung potenziell verschlechtern können.
11. Design- und Anwendungsbeispiele
11.1 Einfacher Näherungssensor
Eine häufige Anwendung ist ein einfacher reflektierender Objektsensor. Die IR19-315C/TR8 wird auf einer Leiterplatte neben einem Silizium-Fototransistor platziert. Die LED wird mit einem gepulsten Strom (z.B. 20mA, 1kHz, 50% Tastverhältnis) über einen Widerstand angesteuert. Wenn sich ein Objekt nähert, reflektiert es das IR-Licht auf den Fototransistor, der leitend wird und ein Signal erzeugt. Der gepulste Betrieb hilft, das Signal vom Umgebungs-IR-Licht zu unterscheiden. Der große Abstrahlwinkel der LED gewährleistet eine gute Abdeckung des Detektionsbereichs.
11.2 Infrarot-Fernbedienungssender
Für Fernbedienungen, die größere Reichweite oder höhere Ausgangsleistung erfordern, kann die LED im gepulsten Modus mit höheren Strömen betrieben werden, z.B. 100mA mit einem sehr niedrigen Tastverhältnis (z.B. ≤1%). Dies nutzt die höhere gepulste Strahlungsstärke (bis zu 4,0 mW/sr) aus, während die Durchschnittsleistung und Wärmeentwicklung innerhalb der Grenzen bleiben. Das Signal wird typischerweise mit einer Trägerfrequenz (z.B. 38kHz) moduliert, um dem Empfänger zu ermöglichen, Rauschen herauszufiltern.
12. Funktionsprinzip
Die IR19-315C/TR8 ist eine Halbleiter-pn-Übergangsdiode. Wenn eine Durchlassspannung angelegt wird, die ihre Bandlückenenergie übersteigt, rekombinieren Elektronen aus dem n-dotierten AlGaAs-Material mit Löchern aus dem p-dotierten Material im aktiven Bereich. Dieser Rekombinationsprozess setzt Energie in Form von Photonen (Licht) frei. Die spezifische Zusammensetzung des AlGaAs-Halbleiters bestimmt die Bandlückenenergie, die wiederum die Wellenlänge der emittierten Photonen vorgibt – in diesem Fall etwa 940nm, was im nahen Infrarotspektrum liegt.
13. Technologietrends
LED-Spezifikations-Terminologie
Vollständige Erklärung der LED-Technikbegriffe
Photoelektrische Leistung
| Begriff | Einheit/Darstellung | Einfache Erklärung | Warum wichtig |
|---|---|---|---|
| Lichtausbeute | lm/W (Lumen pro Watt) | Lichtausgang pro Watt Strom, höher bedeutet energieeffizienter. | Bestimmt direkt den Energieeffizienzgrad und Stromkosten. |
| Lichtstrom | lm (Lumen) | Gesamtlicht, das von der Quelle emittiert wird, allgemein "Helligkeit" genannt. | Bestimmt, ob das Licht hell genug ist. |
| Betrachtungswinkel | ° (Grad), z.B. 120° | Winkel, bei dem die Lichtintensität auf die Hälfte abfällt, bestimmt die Strahlbreite. | Beeinflusst Beleuchtungsbereich und Gleichmäßigkeit. |
| Farbtemperatur | K (Kelvin), z.B. 2700K/6500K | Wärme/Kühle des Lichts, niedrigere Werte gelblich/warm, höhere weißlich/kühl. | Bestimmt Beleuchtungsatmosphäre und geeignete Szenarien. |
| Farbwiedergabeindex | Einheitenlos, 0–100 | Fähigkeit, Objektfarben genau wiederzugeben, Ra≥80 ist gut. | Beeinflusst Farbauthentizität, wird an anspruchsvollen Orten wie Einkaufszentren, Museen verwendet. |
| Farborttoleranz | MacAdam-Ellipsenschritte, z.B. "5-Schritt" | Metrik für Farbkonsistenz, kleinere Schritte bedeuten konsistentere Farbe. | Sichert einheitliche Farbe über dieselbe Charge von LEDs. |
| Dominante Wellenlänge | nm (Nanometer), z.B. 620nm (rot) | Wellenlänge, die der Farbe farbiger LEDs entspricht. | Bestimmt Farbton von roten, gelben, grünen monochromen LEDs. |
| Spektralverteilung | Wellenlänge vs. Intensitätskurve | Zeigt Intensitätsverteilung über Wellenlängen. | Beeinflusst Farbwiedergabe und Farbqualität. |
Elektrische Parameter
| Begriff | Symbol | Einfache Erklärung | Design-Überlegungen |
|---|---|---|---|
| Flussspannung | Vf | Mindestspannung zum Einschalten der LED, wie "Startschwelle". | Treiberspannung muss ≥ Vf sein, Spannungen addieren sich für serielle LEDs. |
| Flussstrom | If | Stromwert für normalen LED-Betrieb. | Normalerweise Konstantstromantrieb, Strom bestimmt Helligkeit & Lebensdauer. |
| Max. Pulsstrom | Ifp | Spitzenstrom, der für kurze Zeit erträglich ist, wird für Dimmen oder Blinken verwendet. | Pulsbreite & Tastverhältnis müssen streng kontrolliert werden, um Schäden zu vermeiden. |
| Sperrspannung | Vr | Maximale Sperrspannung, die die LED aushalten kann, darüber kann es zum Durchbruch kommen. | Schaltung muss verhindern, dass umgekehrte Verbindung oder Spannungsspitzen auftreten. |
| Wärmewiderstand | Rth (°C/W) | Widerstand gegen Wärmeübertragung vom Chip zum Lötpunkt, niedriger ist besser. | Hoher Wärmewiderstand erfordert stärkere Wärmeableitung. |
| ESD-Immunität | V (HBM), z.B. 1000V | Fähigkeit, elektrostatische Entladung zu widerstehen, höher bedeutet weniger anfällig. | In der Produktion sind antistatische Maßnahmen erforderlich, insbesondere für empfindliche LEDs. |
Wärmemanagement & Zuverlässigkeit
| Begriff | Schlüsselmetrik | Einfache Erklärung | Auswirkung |
|---|---|---|---|
| Sperrschichttemperatur | Tj (°C) | Tatsächliche Betriebstemperatur im LED-Chip. | Jede Reduzierung um 10°C kann die Lebensdauer verdoppeln; zu hoch verursacht Lichtabfall, Farbverschiebung. |
| Lichtstromrückgang | L70 / L80 (Stunden) | Zeit, bis die Helligkeit auf 70% oder 80% des Anfangswerts sinkt. | Definiert direkt die "Nutzungsdauer" der LED. |
| Lichtstromerhaltung | % (z.B. 70%) | Prozentsatz der nach Zeit verbleibenden Helligkeit. | Gibt die Fähigkeit an, die Helligkeit über die langfristige Nutzung zu erhalten. |
| Farbverschiebung | Δu′v′ oder MacAdam-Ellipse | Grad der Farbänderung während der Verwendung. | Beeinflusst die Farbkonsistenz in Beleuchtungsszenen. |
| Thermisches Altern | Materialabbau | Verschlechterung aufgrund langfristig hoher Temperatur. | Kann zu Helligkeitsabfall, Farbänderung oder Leiterunterbrechung führen. |
Verpackung & Materialien
| Begriff | Gängige Typen | Einfache Erklärung | Merkmale & Anwendungen |
|---|---|---|---|
| Gehäusetyp | EMC, PPA, Keramik | Chip schützendes Gehäusematerial, bietet optische/thermische Schnittstelle. | EMC: gute Wärmebeständigkeit, niedrige Kosten; Keramik: bessere Wärmeableitung, längere Lebensdauer. |
| Chip-Struktur | Front, Flip-Chip | Chip-Elektrodenanordnung. | Flip-Chip: bessere Wärmeableitung, höhere Effizienz, für Hochleistung. |
| Phosphorbeschichtung | YAG, Silikat, Nitrid | Bedeckt den blauen Chip, wandelt einen Teil in gelb/rot um, mischt zu weiß. | Verschiedene Phosphore beeinflussen Effizienz, CCT und CRI. |
| Linse/Optik | Flach, Mikrolinse, TIR | Optische Struktur auf der Oberfläche, die die Lichtverteilung steuert. | Bestimmt den Betrachtungswinkel und die Lichtverteilungskurve. |
Qualitätskontrolle & Binning
| Begriff | Binning-Inhalt | Einfache Erklärung | Zweck |
|---|---|---|---|
| Lichtstrom-Bin | Code z.B. 2G, 2H | Nach Helligkeit gruppiert, jede Gruppe hat Mindest-/Maximal-Lumenwerte. | Sichert einheitliche Helligkeit in derselben Charge. |
| Spannungs-Bin | Code z.B. 6W, 6X | Nach Flussspannungsbereich gruppiert. | Erleichtert Treiberabgleich, verbessert Systemeffizienz. |
| Farb-Bin | 5-Schritt MacAdam-Ellipse | Nach Farbkoordinaten gruppiert, sichert engen Bereich. | Garantiert Farbkonsistenz, vermeidet ungleichmäßige Farbe innerhalb der Leuchte. |
| CCT-Bin | 2700K, 3000K usw. | Nach CCT gruppiert, jede hat entsprechenden Koordinatenbereich. | Erfüllt verschiedene Szenario-CCT-Anforderungen. |
Prüfung & Zertifizierung
| Begriff | Standard/Test | Einfache Erklärung | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| LM-80 | Lichtstromerhaltungstest | Langzeitbeleuchtung bei konstanter Temperatur, Aufzeichnung von Helligkeitsabfall. | Wird zur Schätzung der LED-Lebensdauer (mit TM-21) verwendet. |
| TM-21 | Lebensdauerschätzstandard | Schätzt Lebensdauer unter tatsächlichen Bedingungen basierend auf LM-80-Daten. | Bietet wissenschaftliche Lebensdauervorhersage. |
| IESNA | Beleuchtungstechnische Gesellschaft | Deckt optische, elektrische, thermische Testmethoden ab. | Industrieanerkannte Testbasis. |
| RoHS / REACH | Umweltzertifizierung | Stellt sicher, dass keine schädlichen Substanzen (Blei, Quecksilber) enthalten sind. | Marktzugangsvoraussetzung international. |
| ENERGY STAR / DLC | Energieeffizienzzertifizierung | Energieeffizienz- und Leistungszertifizierung für Beleuchtungsprodukte. | Wird in staatlichen Beschaffungen, Subventionsprogrammen verwendet, steigert Wettbewerbsfähigkeit. |