Inhaltsverzeichnis
- 1. Produktübersicht
- 2. Detaillierte Analyse der technischen Parameter
- 2.1 Absolute Maximalwerte
- 2.2 Elektrische und optische Kenngrößen
- 2.2.1 Eingangs- (IR-LED) Kenngrößen
- 2.2.2 Ausgangs- (Fototransistor) Kenngrößen
- 2.2.3 Koppler- (Kombinierte) Kenngrößen
- 3. Analyse der Kennlinien
- 4. Mechanische und Gehäuseinformationen
- 5. Löt- und Montagerichtlinien
- 6. Anwendungsvorschläge
- 6.1 Typische Anwendungsschaltungen
- 6.2 Designüberlegungen
- 7. Technischer Vergleich und Differenzierung
- 8. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- 9. Praktischer Anwendungsfall
- 10. Funktionsprinzip
- 11. Technologietrends
1. Produktübersicht
Der LTH-306-01 ist ein kompakter, berührungsloser optischer Schalter für zuverlässige Objekterkennung und Positionserfassung. Seine Kernfunktion basiert auf einer Infrarot (IR)-Leuchtdiode (LED), die mit einem Fototransistor in einem gemeinsamen Gehäuse gekoppelt ist. Wenn ein Objekt den Spalt zwischen Sender und Empfänger durchquert, unterbricht es den IR-Lichtstrahl und verursacht eine Zustandsänderung am Ausgang des Fototransistors. Dieses Prinzip ermöglicht präzises, verschleißfreies Schalten ohne physischen Kontakt.
Das Bauteil ist für die direkte Montage auf Leiterplatten (PCBs) oder in Standard-DIL-Sockel konzipiert und bietet damit erhebliche Designflexibilität. Seine Hauptvorteile sind die hohe Schaltgeschwindigkeit, die für Hochgeschwindigkeitszähl- und Zeitmessanwendungen entscheidend ist, sowie die berührungslose Funktionsweise, die mechanischen Verschleiß ausschließt und langfristige Zuverlässigkeit gewährleistet. Typische Zielmärkte sind die Industrieautomatisierung, Unterhaltungselektronik (z.B. Drucker, Kopierer), Sicherheitssysteme und Verkaufsautomaten, wo Objekterkennung, Papierstausensorik oder Schlitzsensorik erforderlich ist.
2. Detaillierte Analyse der technischen Parameter
2.1 Absolute Maximalwerte
Diese Werte definieren die Belastungsgrenzen, deren Überschreitung zu dauerhaften Schäden am Bauteil führen kann. Ein Betrieb unter diesen Bedingungen ist nicht garantiert. Wichtige Grenzwerte sind:
- IR-Diode Dauer-Durchlassstrom (IF): 60 mA. Dies ist der maximale Gleichstrom, der kontinuierlich an die LED angelegt werden darf.
- IR-Diode Spitzen-Durchlassstrom: 1 A für eine Pulsbreite von 10 μs bei 300 Pulsen pro Sekunde. Dies ermöglicht kurze, hochintensive Pulse für eine verbesserte Signalerfassung.
- Fototransistor Kollektor-Emitter-Spannung (VCEO): 30 V. Die maximale Spannung, die zwischen den Kollektor- und Emitter-Anschlüssen anliegen darf.
- Betriebstemperaturbereich: -25°C bis +85°C. Gibt den Umgebungstemperaturbereich für einen zuverlässigen Betrieb an.
- Löt-Temperatur der Anschlüsse: 260°C für 5 Sekunden in einem Abstand von 1,6mm vom Gehäuse. Dies ist entscheidend für Leiterplatten-Montageprozesse.
2.2 Elektrische und optische Kenngrößen
Diese Parameter sind bei einer Umgebungstemperatur (TA) von 25°C spezifiziert und definieren die typische Leistung des Bauteils unter normalen Betriebsbedingungen.
2.2.1 Eingangs- (IR-LED) Kenngrößen
- Durchlassspannung (VF): Typischerweise 1,2V bis 1,6V bei einem Durchlassstrom (IF) von 20 mA. Dieser Wert wird zur Berechnung des Vorwiderstands für die LED-Ansteuerschaltung verwendet.
- Sperrstrom (IR): Maximal 100 μA bei einer Sperrspannung (VR) von 5V. Dies gibt den Leckstrom der LED bei Sperrspannung an.
2.2.2 Ausgangs- (Fototransistor) Kenngrößen
- Kollektor-Emitter-Durchbruchspannung (V(BR)CEO): Mindestens 30V. Stellt sicher, dass der Transistor der spezifizierten Kollektor-Emitter-Spannung standhält.
- Kollektor-Emitter-Dunkelstrom (ICEO): Maximal 100 nA bei VCE=10V. Dies ist der Leckstrom, wenn die LED ausgeschaltet ist (kein Licht), was den Signalpegel im "Aus-Zustand" beeinflusst.
2.2.3 Koppler- (Kombinierte) Kenngrößen
- Kollektorstrom im Ein-Zustand (IC(ON)): Mindestens 5,0 mA bei VCE=5V und IF=20mA. Dies ist der Ausgangsstrom des Fototransistors, wenn die LED voll beleuchtet und ungehindert ist, und zeigt dessen Empfindlichkeit an.
- Kollektor-Emitter-Sättigungsspannung (VCE(SAT)): Maximal 0,4V bei IC=2,5mA und IF=20mA. Eine niedrige Sättigungsspannung ist wünschenswert, wenn der Fototransistor als Schalter im Sättigungsbetrieb verwendet wird, um den Spannungsabfall zu minimieren.
- Ansprechzeit: Die Anstiegszeit (tr) beträgt typischerweise 3-15 μs und die Abfallzeit (tf) typischerweise 4-20 μs unter spezifizierten Testbedingungen (VCE=5V, IC=2mA, RL=100Ω). Diese Parameter definieren die Schaltgeschwindigkeit und Bandbreite des Bauteils, entscheidend für die Erkennung sich schnell bewegender Objekte.
3. Analyse der Kennlinien
Das Datenblatt verweist auf typische elektrische/optische Kennlinien. Obwohl die spezifischen Grafiken im Text nicht enthalten sind, umfassen Standardkennlinien für solche Bauteile typischerweise:
- Durchlassstrom vs. Durchlassspannung (IF-VF) für die IR-LED: Zeigt den nichtlinearen Zusammenhang und hilft, den Arbeitspunkt zu bestimmen.
- Kollektorstrom vs. Kollektor-Emitter-Spannung (IC-VCE) für den Fototransistor: Bei verschiedenen Bestrahlungsstärken (LED-Strom) zeigt dies das Verhalten des Ausgangstransistors, ähnlich den Ausgangskennlinien eines Bipolartransistors.
- Stromübertragungsverhältnis (CTR) vs. Durchlassstrom: CTR ist das Verhältnis von Fototransistor-Kollektorstrom (IC) zu LED-Durchlassstrom (IF). Diese Kurve zeigt, wie sich der Wirkungsgrad mit dem Treiberstrom ändert.
- Temperaturabhängigkeit des Dunkelstroms (ICEO) und des Kollektorstroms im Ein-Zustand (IC(ON)): Veranschaulicht, wie sich die Leistung mit Änderungen der Umgebungstemperatur verschlechtert oder variiert. Dies ist entscheidend für das Design stabiler Systeme über den spezifizierten Betriebsbereich.
Diese Kennlinien sind für Entwickler unerlässlich, um den Arbeitspunkt zu optimieren, die Signalintegrität über den Temperaturbereich sicherzustellen und die Grenzen des Bauteils zu verstehen.
4. Mechanische und Gehäuseinformationen
Der LTH-306-01 ist für die Leiterplatten- oder Sockelmontage konzipiert. Die Gehäuseabmessungen sind im Datenblatt mit allen Maßen in Millimetern (und Zoll) angegeben. Wichtige mechanische Hinweise sind:
- Es gilt eine Standardtoleranz von ±0,25mm (±0,010"), sofern in der Maßzeichnung nicht anders angegeben.
- Das Gehäuse besteht aus einem Spritzgussteil mit einem präzisen Spalt zwischen IR-Sender und Fototransistor. Die genauen Abmessungen dieses Spalts, die Gesamthöhe, -breite und -länge sowie der Anschlussabstand sind für die mechanische Integration in das Endprodukt entscheidend.
- Die Anschlüsse bestehen typischerweise aus einem lötbaren Material und sind für die Durchsteckmontage geformt.
Die Polaritätskennzeichnung ist entscheidend. Das Bauteil hat Markierungen (wie einen Punkt, eine Kerbe oder unterschiedliche Anschlusslängen), um die Anode und Kathode der IR-LED sowie den Kollektor und Emitter des Fototransistors zu identifizieren. Eine falsche Polungsverbindung kann die Komponenten beschädigen.
5. Löt- und Montagerichtlinien
Die absoluten Maximalwerte geben eine Löttemperatur der Anschlüsse von 260°C für maximal 5 Sekunden an, gemessen 1,6mm (0,063") vom Kunststoffgehäuse entfernt. Dies ist ein kritischer Parameter für Wellenlöt- oder Handlötprozesse.
Empfehlungen:
6. Anwendungsvorschläge
6.1 Typische Anwendungsschaltungen
Eine grundlegende Anwendungsschaltung umfasst:
- LED-Ansteuerschaltung: Einen Vorwiderstand in Reihe mit der IR-LED. Der Widerstandswert (Rlimit) wird berechnet als (Versorgungsspannung - VF) / IF. Für eine 5V-Versorgung und IF=20mA, mit VF~1,4V, beträgt Rlimit≈ (5-1,4)/0,02 = 180Ω.
- Fototransistor-Ausgangsschaltung: Der Fototransistor kann in zwei gängigen Konfigurationen verwendet werden:
- Schaltbetrieb (Sättigung): Schließen Sie einen Pull-up-Widerstand vom Kollektor an eine positive Versorgungsspannung (z.B. 5V) an. Der Emitter ist mit Masse verbunden. Wenn Licht auf den Transistor trifft, schaltet er hart durch (sättigt), wodurch die Kollektorspannung niedrig wird (nahe VCE(SAT)). Wenn das Licht blockiert wird, schaltet der Transistor aus, und die Kollektorspannung wird durch den Widerstand hochgezogen. Das Ausgangssignal ist ein digitales Signal.
- Linearer Betrieb: Verwenden Sie den Fototransistor in einer Emitterschaltung mit einem Kollektorwiderstand. Die Ausgangsspannung variiert linear mit der Intensität des empfangenen Lichts, was für analoge Erfassung nützlich ist.
6.2 Designüberlegungen
- Unempfindlichkeit gegenüber Umgebungslicht: Das Bauteil verwendet moduliertes IR-Licht, aber starke Umgebungs-IR-Quellen (Sonnenlicht, Glühlampen) können Fehlauslösungen verursachen. Die Verwendung einer gepulsten LED-Ansteuerung mit synchroner Detektion oder das Hinzufügen eines optischen Filters kann die Störfestigkeit verbessern.
- Objekteigenschaften: Die Erkennungszuverlässigkeit hängt von der Opazität des Objekts für die IR-Wellenlänge ab. Sehr dünne oder durchscheinende Materialien unterbrechen den Strahl möglicherweise nicht vollständig.
- Ausrichtung: Eine präzise mechanische Ausrichtung des Objektpfads mit dem Sensorspalt ist für einen konsistenten Betrieb erforderlich.
- Geschwindigkeit: Stellen Sie sicher, dass die Geschwindigkeit des Objekts und die erforderliche Ansprechzeit des Systems mit den Anstiegs-/Abfallzeiten des Bauteils (Mikrosekundenbereich) kompatibel sind.
- Elektrische Störungen: In störungsbehafteten Umgebungen sollten Sie die Signalleitungen kurz halten, Entkopplungskondensatoren in der Nähe des Bauteils verwenden und eine Abschirmung in Betracht ziehen.
7. Technischer Vergleich und Differenzierung
Im Vergleich zu mechanischen Mikroschaltern bietet der LTH-306-01 klare Vorteile: kein Kontaktprellen, kein mechanischer Verschleiß, höhere Schaltgeschwindigkeit und höhere Zuverlässigkeit über Millionen von Zyklen. Im Vergleich zu anderen optischen Sensoren wie Reflexionssensoren sind transmissive Foto-Unterbrecher (Schlitzkoppler) im Allgemeinen unempfindlicher gegenüber Schwankungen in der Objektoberflächenreflexion und -farbe und liefern ein konsistenteres Ein-/Aus-Signal, das rein auf der Strahlunterbrechung basiert.
Seine wichtigsten Unterscheidungsmerkmale innerhalb der Kategorie der Foto-Unterbrecher sind seine spezifische Gehäusegröße (ermöglicht kompakte Designs), seine elektrischen Kenngrößen (Empfindlichkeit definiert durch IC(ON), Geschwindigkeit definiert durch tr/tf) und seine robusten Spezifikationen für Lötung und Betriebstemperatur.
8. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
F: Was ist die typische Lebensdauer dieses Bauteils?
A: Als Halbleiterbauteil ohne bewegliche Teile wird seine Lebensdauer hauptsächlich durch die allmähliche Degradation der LED-Leistung bestimmt. Bei Betrieb innerhalb der Spezifikationen übertrifft es typischerweise die Lebensdauer mechanischer Schalter bei weitem und ist oft für Hunderttausende bis Millionen von Schaltvorgängen ausgelegt.
F: Kann ich die LED direkt mit einer Spannungsquelle ansteuern?
A: Nein. Eine LED muss mit einer strombegrenzten Quelle angesteuert werden. Ein direkter Anschluss an eine Spannungsquelle, die ihre Durchlassspannung überschreitet, führt zu übermäßigem Stromfluss und kann sie zerstören. Verwenden Sie immer einen Vorwiderstand in Reihe oder einen Konstantstromtreiber.
F: Wie interpretiere ich den Mindestwert des "Kollektorstroms im Ein-Zustand" (IC(ON))?
A: Dies ist ein garantierter Mindestausgangsstrom unter den spezifizierten Testbedingungen (VCE=5V, IF=20mA). In Ihrem Design sollten Sie sicherstellen, dass Ihre Schaltung (z.B. der Wert Ihres Pull-up-Widerstands) zuverlässig mit diesem Mindeststrom arbeiten kann, um eine gültige logische Low-Spannung zu erzeugen, wenn der Strahl nicht blockiert ist.
F: Die Ansprechzeit liegt im Mikrosekundenbereich. Ist das für meine Anwendung schnell genug?
A: Für die meisten Anwendungen wie Objektzählung, Positionserfassung und Papiererkennung ist eine Mikrosekunden-Ansprechzeit mehr als ausreichend. Um beispielsweise ein Objekt zu erfassen, das sich mit 1 m/s durch einen 1mm-Spalt bewegt, beträgt die Unterbrechungszeit 1ms (1000 μs), was viel länger ist als die Schaltzeit des Bauteils. Für extrem hochgeschwindigkeitskritische Anwendungen sollten Sie die erforderliche Timing-Anforderung überprüfen.
9. Praktischer Anwendungsfall
Szenario: Papierstau-Erkennung in einem Drucker
Der LTH-306-01 kann entlang des Papierwegs platziert werden. Ein durch den Spalt laufendes Papierblatt lässt den IR-Strahl den Fototransistor erreichen und hält seinen Ausgang in einem Zustand (z.B. Low). Tritt ein Stau auf, bleibt das Papier im Spalt stehen, blockiert den Strahl und ändert den Ausgangszustand (z.B. High). Dieses Signal wird an den Mikrocontroller des Druckers gesendet, der dann den Betrieb anhalten und den Benutzer alarmieren kann. Die berührungslose Erfassung gewährleistet keinen Verschleiß am Papier oder Sensor, und die schnelle Ansprechzeit ermöglicht die Erkennung selbst bei schnell beweglichem Papier.
10. Funktionsprinzip
Der LTH-306-01 ist ein transmissiver optischer Sensor. Er enthält zwei Hauptkomponenten in gegenüberliegenden Armen eines U-förmigen Gehäuses: eine Infrarot-Leuchtdiode (IR-LED) und einen Silizium-NPN-Fototransistor. Die IR-LED emittiert unsichtbares Infrarotlicht, wenn sie mit einem geeigneten Strom in Durchlassrichtung betrieben wird. Der Fototransistor ist für diese spezifische IR-Wellenlänge empfindlich ausgelegt. Wenn sich kein Objekt im Spalt zwischen ihnen befindet, scheint das IR-Licht direkt auf die Basisregion des Fototransistors. Dieses einfallende Licht erzeugt Elektron-Loch-Paare, die als Basisstrom wirken, den Transistor einschalten und einen signifikanten Kollektorstrom (IC) fließen lassen. Wenn ein undurchsichtiges Objekt in den Spalt eintritt, blockiert es den Lichtweg. Der Fototransistor empfängt kein (oder stark reduziertes) Licht, der effektive Basisstrom sinkt auf nahezu Null und der Transistor schaltet aus, wodurch der Kollektorstrom auf ein sehr niedriges Leckstromniveau (ICEO) reduziert wird. Diese Änderung des Ausgangsstroms/-spannung wird von einer externen Schaltung erfasst, um ein "Objekt vorhanden"-Ereignis zu registrieren.
11. Technologietrends
Das Gebiet der optoelektronischen Komponenten wie Foto-Unterbrecher entwickelt sich weiter. Allgemeine Trends in der Branche sind:
- Miniaturisierung: Entwicklung noch kleinerer Gehäuseabmessungen und niedrigerer Bauhöhen für immer kompaktere Verbraucher- und Industrieanwendungen.
- Erhöhte Integration: Integration zusätzlicher Schaltungen auf dem Chip, wie z.B. Schmitt-Trigger für Hysterese, eingebaute Vorwiderstände oder sogar digitale Schnittstellen (I2C), um das externe Design zu vereinfachen.
- Verbesserte Leistung: Höhere Empfindlichkeit (ermöglicht niedrigere LED-Treiberströme für Energieeinsparung), schnellere Ansprechzeiten für Hochgeschwindigkeitsautomatisierung und bessere Temperaturstabilität.
- Fokus auf Energieeffizienz: Designs, die gepulsten Betrieb mit sehr niedrigen Tastverhältnissen ermöglichen, um den durchschnittlichen Stromverbrauch zu minimieren, was für batteriebetriebene Anwendungen entscheidend ist.
- Robustheit: Verbesserte Widerstandsfähigkeit gegenüber Umwelteinflüssen wie Staub, Feuchtigkeit und mechanischen Stößen.
Diese Trends zielen darauf ab, optische Sensorlösungen zuverlässiger, einfacher zu implementieren und für ein breiteres Anwendungsspektrum geeignet zu machen.
LED-Spezifikations-Terminologie
Vollständige Erklärung der LED-Technikbegriffe
Photoelektrische Leistung
| Begriff | Einheit/Darstellung | Einfache Erklärung | Warum wichtig |
|---|---|---|---|
| Lichtausbeute | lm/W (Lumen pro Watt) | Lichtausgang pro Watt Strom, höher bedeutet energieeffizienter. | Bestimmt direkt den Energieeffizienzgrad und Stromkosten. |
| Lichtstrom | lm (Lumen) | Gesamtlicht, das von der Quelle emittiert wird, allgemein "Helligkeit" genannt. | Bestimmt, ob das Licht hell genug ist. |
| Betrachtungswinkel | ° (Grad), z.B. 120° | Winkel, bei dem die Lichtintensität auf die Hälfte abfällt, bestimmt die Strahlbreite. | Beeinflusst Beleuchtungsbereich und Gleichmäßigkeit. |
| Farbtemperatur | K (Kelvin), z.B. 2700K/6500K | Wärme/Kühle des Lichts, niedrigere Werte gelblich/warm, höhere weißlich/kühl. | Bestimmt Beleuchtungsatmosphäre und geeignete Szenarien. |
| Farbwiedergabeindex | Einheitenlos, 0–100 | Fähigkeit, Objektfarben genau wiederzugeben, Ra≥80 ist gut. | Beeinflusst Farbauthentizität, wird an anspruchsvollen Orten wie Einkaufszentren, Museen verwendet. |
| Farborttoleranz | MacAdam-Ellipsenschritte, z.B. "5-Schritt" | Metrik für Farbkonsistenz, kleinere Schritte bedeuten konsistentere Farbe. | Sichert einheitliche Farbe über dieselbe Charge von LEDs. |
| Dominante Wellenlänge | nm (Nanometer), z.B. 620nm (rot) | Wellenlänge, die der Farbe farbiger LEDs entspricht. | Bestimmt Farbton von roten, gelben, grünen monochromen LEDs. |
| Spektralverteilung | Wellenlänge vs. Intensitätskurve | Zeigt Intensitätsverteilung über Wellenlängen. | Beeinflusst Farbwiedergabe und Farbqualität. |
Elektrische Parameter
| Begriff | Symbol | Einfache Erklärung | Design-Überlegungen |
|---|---|---|---|
| Flussspannung | Vf | Mindestspannung zum Einschalten der LED, wie "Startschwelle". | Treiberspannung muss ≥ Vf sein, Spannungen addieren sich für serielle LEDs. |
| Flussstrom | If | Stromwert für normalen LED-Betrieb. | Normalerweise Konstantstromantrieb, Strom bestimmt Helligkeit & Lebensdauer. |
| Max. Pulsstrom | Ifp | Spitzenstrom, der für kurze Zeit erträglich ist, wird für Dimmen oder Blinken verwendet. | Pulsbreite & Tastverhältnis müssen streng kontrolliert werden, um Schäden zu vermeiden. |
| Sperrspannung | Vr | Maximale Sperrspannung, die die LED aushalten kann, darüber kann es zum Durchbruch kommen. | Schaltung muss verhindern, dass umgekehrte Verbindung oder Spannungsspitzen auftreten. |
| Wärmewiderstand | Rth (°C/W) | Widerstand gegen Wärmeübertragung vom Chip zum Lötpunkt, niedriger ist besser. | Hoher Wärmewiderstand erfordert stärkere Wärmeableitung. |
| ESD-Immunität | V (HBM), z.B. 1000V | Fähigkeit, elektrostatische Entladung zu widerstehen, höher bedeutet weniger anfällig. | In der Produktion sind antistatische Maßnahmen erforderlich, insbesondere für empfindliche LEDs. |
Wärmemanagement & Zuverlässigkeit
| Begriff | Schlüsselmetrik | Einfache Erklärung | Auswirkung |
|---|---|---|---|
| Sperrschichttemperatur | Tj (°C) | Tatsächliche Betriebstemperatur im LED-Chip. | Jede Reduzierung um 10°C kann die Lebensdauer verdoppeln; zu hoch verursacht Lichtabfall, Farbverschiebung. |
| Lichtstromrückgang | L70 / L80 (Stunden) | Zeit, bis die Helligkeit auf 70% oder 80% des Anfangswerts sinkt. | Definiert direkt die "Nutzungsdauer" der LED. |
| Lichtstromerhaltung | % (z.B. 70%) | Prozentsatz der nach Zeit verbleibenden Helligkeit. | Gibt die Fähigkeit an, die Helligkeit über die langfristige Nutzung zu erhalten. |
| Farbverschiebung | Δu′v′ oder MacAdam-Ellipse | Grad der Farbänderung während der Verwendung. | Beeinflusst die Farbkonsistenz in Beleuchtungsszenen. |
| Thermisches Altern | Materialabbau | Verschlechterung aufgrund langfristig hoher Temperatur. | Kann zu Helligkeitsabfall, Farbänderung oder Leiterunterbrechung führen. |
Verpackung & Materialien
| Begriff | Gängige Typen | Einfache Erklärung | Merkmale & Anwendungen |
|---|---|---|---|
| Gehäusetyp | EMC, PPA, Keramik | Chip schützendes Gehäusematerial, bietet optische/thermische Schnittstelle. | EMC: gute Wärmebeständigkeit, niedrige Kosten; Keramik: bessere Wärmeableitung, längere Lebensdauer. |
| Chip-Struktur | Front, Flip-Chip | Chip-Elektrodenanordnung. | Flip-Chip: bessere Wärmeableitung, höhere Effizienz, für Hochleistung. |
| Phosphorbeschichtung | YAG, Silikat, Nitrid | Bedeckt den blauen Chip, wandelt einen Teil in gelb/rot um, mischt zu weiß. | Verschiedene Phosphore beeinflussen Effizienz, CCT und CRI. |
| Linse/Optik | Flach, Mikrolinse, TIR | Optische Struktur auf der Oberfläche, die die Lichtverteilung steuert. | Bestimmt den Betrachtungswinkel und die Lichtverteilungskurve. |
Qualitätskontrolle & Binning
| Begriff | Binning-Inhalt | Einfache Erklärung | Zweck |
|---|---|---|---|
| Lichtstrom-Bin | Code z.B. 2G, 2H | Nach Helligkeit gruppiert, jede Gruppe hat Mindest-/Maximal-Lumenwerte. | Sichert einheitliche Helligkeit in derselben Charge. |
| Spannungs-Bin | Code z.B. 6W, 6X | Nach Flussspannungsbereich gruppiert. | Erleichtert Treiberabgleich, verbessert Systemeffizienz. |
| Farb-Bin | 5-Schritt MacAdam-Ellipse | Nach Farbkoordinaten gruppiert, sichert engen Bereich. | Garantiert Farbkonsistenz, vermeidet ungleichmäßige Farbe innerhalb der Leuchte. |
| CCT-Bin | 2700K, 3000K usw. | Nach CCT gruppiert, jede hat entsprechenden Koordinatenbereich. | Erfüllt verschiedene Szenario-CCT-Anforderungen. |
Prüfung & Zertifizierung
| Begriff | Standard/Test | Einfache Erklärung | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| LM-80 | Lichtstromerhaltungstest | Langzeitbeleuchtung bei konstanter Temperatur, Aufzeichnung von Helligkeitsabfall. | Wird zur Schätzung der LED-Lebensdauer (mit TM-21) verwendet. |
| TM-21 | Lebensdauerschätzstandard | Schätzt Lebensdauer unter tatsächlichen Bedingungen basierend auf LM-80-Daten. | Bietet wissenschaftliche Lebensdauervorhersage. |
| IESNA | Beleuchtungstechnische Gesellschaft | Deckt optische, elektrische, thermische Testmethoden ab. | Industrieanerkannte Testbasis. |
| RoHS / REACH | Umweltzertifizierung | Stellt sicher, dass keine schädlichen Substanzen (Blei, Quecksilber) enthalten sind. | Marktzugangsvoraussetzung international. |
| ENERGY STAR / DLC | Energieeffizienzzertifizierung | Energieeffizienz- und Leistungszertifizierung für Beleuchtungsprodukte. | Wird in staatlichen Beschaffungen, Subventionsprogrammen verwendet, steigert Wettbewerbsfähigkeit. |