Inhaltsverzeichnis
- 1. Produktübersicht
- 2. Hauptmerkmale und Kernvorteile
- 3. Detaillierte Analyse der technischen Parameter
- 3.1 Absolute Maximalwerte
- 3.2 Elektrische & Optische Kennwerte (TA=25°C)
- 3.3 Binning-System für den Kollektorstrom im leitenden Zustand (IC(ON))
- 4. Analyse der Kennlinien
- 4.1 Kollektordunkelstrom vs. Umgebungstemperatur (Abb. 1)
- 4.2 Kollektorverlustleistung vs. Umgebungstemperatur (Abb. 2)
- 4.3 Anstiegs- und Abfallzeit vs. Lastwiderstand (Abb. 3)
- 4.4 Relativer Kollektorstrom vs. Bestrahlungsstärke (Abb. 4)
- 4.5 Empfindlichkeitsdiagramm (Abb. 5)
- 5. Mechanische und Gehäuseinformationen
- 5.1 Gehäuseabmessungen
- 5.2 Polaritätskennzeichnung
- 6. Löt- und Montagerichtlinien
- 7. Anwendungsvorschläge und Designüberlegungen
- 7.1 Typische Anwendungsszenarien
- 7.2 Kritische Designaspekte
- 8. Technischer Vergleich und Differenzierung
- 9. Häufig gestellte Fragen (basierend auf technischen Parametern)
- 9.1 Was bedeutet die "BIN"-Spezifikation und wie wähle ich aus?
- 9.2 Warum ist der Dunkelstrom wichtig?
- 9.3 Wie beeinflusst der Lastwiderstand die Leistung?
- 9.4 Kann ich diesen unter hellem Sonnenlicht verwenden?
- 10. Praktische Design- und Anwendungsfallstudie
- 11. Funktionsprinzip
- 12. Branchentrends und Entwicklungen
1. Produktübersicht
Der LTR-1650D ist ein Silizium-NPN-Fototransistor für Infrarot-Erkennungsanwendungen. Er ist in einem kostengünstigen, dunkeltransparenten Kunststoffgehäuse untergebracht, das eine effektive Filterung von sichtbarem Licht ermöglicht, während Infrarotwellenlängen, hauptsächlich um 940nm, durchgelassen werden. Die integrierte Linse erhöht die Empfindlichkeit des Bauteils, indem sie einfallende Infrarotstrahlung auf den aktiven Bereich des Transistors fokussiert. Diese Komponente ist für Zuverlässigkeit und Leistung über einen breiten Betriebstemperaturbereich ausgelegt und eignet sich für verschiedene Erfassungs- und Steuerungssysteme.
2. Hauptmerkmale und Kernvorteile
- Breiter Kollektorstrombereich:Das Bauteil bietet mehrere Leistungsklassen (A bis F) mit einer großen Auswahl an Kollektorströmen im leitenden Zustand (IC(ON)) von mindestens 0,2mA bis über 9,6mA, sodass Entwickler ein Teil entsprechend spezifischer Empfindlichkeitsanforderungen auswählen können.
- Hochempfindliche Linse:Die integrierte Epoxidlinse vergrößert die effektive Sammelfläche für Infrarotlicht, verbessert das Signal-Rausch-Verhältnis und die Gesamtresponsivität.
- Kostengünstiges Kunststoffgehäuse:Verwendet ein standardmäßiges, wirtschaftliches Kunststoffgehäuse für die Massenproduktion und breite Marktakzeptanz.
- Spezielles dunkeltransparentes Gehäuse:Das Gehäusematerial ist getönt, um sichtbares Licht zu dämpfen, Störungen durch Umgebungslichtquellen zu reduzieren und die Leistung in Umgebungen mit schwankenden Lichtverhältnissen zu verbessern.
3. Detaillierte Analyse der technischen Parameter
3.1 Absolute Maximalwerte
Diese Werte definieren die Belastungsgrenzen, jenseits derer dauerhafte Schäden am Bauteil auftreten können. Ein Betrieb unter diesen Bedingungen ist nicht garantiert.
- Verlustleistung (PD):100 mW bei TA=25°C. Dies ist die maximale Leistung, die das Bauteil sicher als Wärme abführen kann.
- Kollektor-Emitter-Spannung (VCEO):30 V. Die maximale Spannung, die zwischen den Kollektor- und Emitteranschlüssen bei offener Basis angelegt werden kann.
- Emitter-Kollektor-Spannung (VECO):5 V. Die maximale Sperrspannung, die zwischen Emitter und Kollektor angelegt werden kann.
- Betriebstemperaturbereich (Topr):-40°C bis +85°C. Der Umgebungstemperaturbereich, für den der Betrieb des Bauteils spezifiziert ist.
- Lagertemperaturbereich (Tstg):-55°C bis +100°C.
- Löttemperatur der Anschlüsse:260°C für 5 Sekunden in einem Abstand von 1,6mm vom Gehäuse. Dies ist kritisch für Wellen- oder Reflow-Lötprozesse.
3.2 Elektrische & Optische Kennwerte (TA=25°C)
Die folgenden Parameter werden unter spezifischen Bedingungen getestet und definieren die Leistung des Bauteils.
- Kollektor-Emitter-Durchbruchspannung (V(BR)CEO):30 V (Min). Getestet bei IC= 1mA ohne Bestrahlung (Ee= 0 mW/cm²).
- Emitter-Kollektor-Durchbruchspannung (V(BR)ECO):5 V (Min). Getestet bei IE= 100µA ohne Bestrahlung.
- Kollektor-Emitter-Sättigungsspannung (VCE(SAT)):0,4 V (Max). Der Spannungsabfall über dem Transistor, wenn er vollständig "eingeschaltet" ist, getestet bei IC= 100µA und Ee= 1 mW/cm². Ein niedriger VCE(SAT)ist für effizientes Schalten wünschenswert.
- Anstiegszeit (Tr) & Abfallzeit (Tf):10 µs (Typ). Diese Schaltgeschwindigkeitsparameter werden mit VCC=5V, IC=1mA und RL=1kΩ gemessen. Sie bestimmen, wie schnell der Fototransistor auf Änderungen der Lichtintensität reagieren kann.
- Kollektordunkelstrom (ICEO):100 nA (Max). Dies ist der Leckstrom, der durch den Kollektor fließt, wenn das Bauteil in völliger Dunkelheit (Ee= 0 mW/cm²) bei VCE= 10V ist. Ein niedriger Dunkelstrom ist für ein gutes Signal-Rausch-Verhältnis bei der Schwachlichterkennung unerlässlich.
3.3 Binning-System für den Kollektorstrom im leitenden Zustand (IC(ON))
Der LTR-1650D wird basierend auf seiner Empfindlichkeit in verschiedene Klassen eingeteilt, definiert durch den Kollektorstrom im leitenden Zustand unter standardisierten Bedingungen (VCE= 5V, Ee= 1 mW/cm², λ = 940nm). Dies ermöglicht eine präzise Auswahl basierend auf den Anwendungsverstärkungsanforderungen.
- Klasse A:0,2 - 0,6 mA
- Klasse B:0,4 - 1,2 mA
- Klasse C:0,8 - 2,4 mA
- Klasse D:1,6 - 4,8 mA
- Klasse E:3,2 - 9,6 mA
- Klasse F:6,4 mA (Min)
Entwickler sollten beim Bestellen den spezifischen Bincode konsultieren, um sicherzustellen, dass der Fototransistor die Empfindlichkeits- und Ausgangsstromanforderungen der Schaltung erfüllt.
4. Analyse der Kennlinien
Das Datenblatt enthält mehrere charakteristische Kurven, die zeigen, wie sich Schlüsselparameter mit Umwelt- und elektrischen Bedingungen ändern.
4.1 Kollektordunkelstrom vs. Umgebungstemperatur (Abb. 1)
Diese Kurve zeigt, dass der Kollektordunkelstrom (ICEO) exponentiell mit steigender Umgebungstemperatur zunimmt. Dies ist ein grundlegendes Halbleiterverhalten, bei dem thermisch erzeugte Ladungsträger häufiger werden. In Hochtemperaturanwendungen kann dieser erhöhte Leckstrom eine bedeutende Rauschquelle werden und muss beim Design der Schwellwertschaltung des Erfassungsverstärkers berücksichtigt werden.
4.2 Kollektorverlustleistung vs. Umgebungstemperatur (Abb. 2)
Das Diagramm zeigt die Reduzierung der maximal zulässigen Verlustleistung mit steigender Umgebungstemperatur. Bei 25°C kann das Bauteil 100mW verarbeiten. Mit steigender Temperatur nimmt dieser Wert linear ab. Für einen zuverlässigen Betrieb über 25°C muss die tatsächliche Verlustleistung (VCE* IC) unterhalb der reduzierten Kurve gehalten werden. Dies ist entscheidend, um thermisches Durchgehen zu verhindern und die Langzeitzuverlässigkeit sicherzustellen.
4.3 Anstiegs- und Abfallzeit vs. Lastwiderstand (Abb. 3)
Diese Kurve zeigt den Kompromiss zwischen Schaltgeschwindigkeit und Lastwiderstand (RL). Anstiegs- und Abfallzeiten nehmen mit größeren Lastwiderständen zu. Dies liegt daran, dass ein größerer RLeine größere RC-Zeitkonstante mit der Sperrschichtkapazität des Fototransistors erzeugt. Für Anwendungen, die eine schnelle Impulserkennung erfordern, sollte ein kleinerer Lastwiderstand verwendet werden, allerdings auf Kosten einer reduzierten Ausgangsspannungsamplitude.
4.4 Relativer Kollektorstrom vs. Bestrahlungsstärke (Abb. 4)
Diese Darstellung zeigt die Beziehung zwischen einfallender Infrarot-Bestrahlungsstärke (Ee) und dem resultierenden Kollektorstrom. Die Antwort ist über einen bestimmten Bereich im Allgemeinen linear, was ideal für analoge Lichtsensoranwendungen ist. Die Steigung dieser Linie repräsentiert die Responsivität des Bauteils. Das Verständnis dieser Charakteristik ist entscheidend für die Kalibrierung der Sensorausgabe auf ein bestimmtes Lichtintensitätsniveau.
4.5 Empfindlichkeitsdiagramm (Abb. 5)
Dieses Polardiagramm veranschaulicht die Winkelabhängigkeit der Empfindlichkeit des Fototransistors. Die Empfindlichkeit ist typischerweise am höchsten, wenn Infrarotlicht senkrecht auf die Linse einfällt (0°). Sie nimmt mit zunehmendem Einfallswinkel ab. Diese Eigenschaft ist entscheidend für das Design des optischen Pfads in einer Anwendung, z. B. um eine korrekte Ausrichtung in einem schlitzförmigen Unterbrecher sicherzustellen oder das Sichtfeld für einen Näherungssensor zu definieren.
5. Mechanische und Gehäuseinformationen
5.1 Gehäuseabmessungen
Das Bauteil verwendet ein standardmäßiges 3mm (T-1) Radialgehäuse mit Anschlussdrähten. Wichtige Abmessungen sind:
- Gehäusedurchmesser: ca. 5,0mm.
- Gehäusehöhe: ca. 3,2mm (ohne Anschlüsse).
- Anschlussabstand: Gemessen an der Stelle, an der die Anschlüsse aus dem Gehäuse austreten, typischerweise 2,54mm (0,1").
- Ein maximaler Harzüberstand von 1,5mm unter dem Flansch ist zulässig.
Hinweis:Alle Abmessungen sind in Millimetern mit einer Standardtoleranz von ±0,25mm, sofern nicht anders angegeben. Entwickler müssen sich für die genaue Bestückungsfläche und Platzierungsplanung auf die detaillierte mechanische Zeichnung beziehen.
5.2 Polaritätskennzeichnung
Der Fototransistor hat zwei Anschlüsse: den Kollektor und den Emitter. Der längere Anschluss ist typischerweise der Kollektor. Das Gehäuse kann auch eine flache Seite oder andere Markierungen in der Nähe des Kollektoranschlusses aufweisen. Die korrekte Polarität ist für den ordnungsgemäßen Schaltungsbetrieb und das Anlegen der richtigen Vorspannung unerlässlich.
6. Löt- und Montagerichtlinien
- Handlöten:Verwenden Sie eine temperaturgeregelte Lötspitze. Begrenzen Sie die Lötzeit, um eine übermäßige Wärmeübertragung auf den Halbleiterchip zu verhindern.
- Wellen-/Reflow-Löten:Halten Sie sich strikt an den Maximalwert: 260°C für 5 Sekunden, gemessen 1,6mm vom Gehäuse entfernt. Eine Überschreitung kann die internen Bonddrähte oder das Epoxidgehäuse beschädigen.
- Reinigung:Verwenden Sie geeignete Lösungsmittel, die mit dem dunkeltransparenten Epoxidharz kompatibel sind. Vermeiden Sie Ultraschallreinigung, sofern nicht als sicher für das Gehäuse verifiziert.
- Lagerung:Lagern Sie in einer trockenen, antistatischen Umgebung innerhalb des spezifizierten Temperaturbereichs von -55°C bis +100°C, um Feuchtigkeitsaufnahme (die während des Reflow-Lötens zu "Popcorning" führen kann) und elektrostatische Entladungsschäden zu verhindern.
7. Anwendungsvorschläge und Designüberlegungen
7.1 Typische Anwendungsszenarien
- Objekterkennung & Unterbrechung:Verwendung in schlitzförmigen optischen Schaltern (z. B. Papiererkennung in Druckern, Endanschlagserkennung in 3D-Druckern).
- Näherungserkennung:Gepaart mit einer Infrarot-LED zur berührungslosen Erkennung von Objekten.
- Encoder:Erkennung von Mustern auf rotierenden Scheiben für Geschwindigkeits- oder Positionsmessung.
- Industrielle Steuerung:Erfassung in automatisierten Geräten, bei denen Immunität gegen Umgebungslicht erforderlich ist.
- Unterhaltungselektronik:IR-Fernbedienungsempfänger (obwohl oft mit dedizierten ICs verwendet, kann ein Fototransistor die Frontend-Stufe bilden).
7.2 Kritische Designaspekte
- Vorspannungsschaltung:Der Fototransistor kann entweder in einer Schalter- (Emitter-Schaltung) oder Follower-Konfiguration (Emitterfolger) verwendet werden. Die Emitterschaltung bietet Spannungsverstärkung und ist üblich für digitales Schalten. Ein Pull-up-Widerstand (RL) ist erforderlich.
- Auswahl von RL:Der Wert des Lastwiderstands beinhaltet einen Kompromiss. Ein größerer RLergibt eine größere Ausgangsspannungsamplitude für einen gegebenen Fotostrom, verlangsamt aber die Schaltgeschwindigkeit (siehe Abb. 3). Wählen Sie basierend auf der erforderlichen Geschwindigkeit und dem Signalpegel.
- Unterdrückung von Umgebungslicht:Obwohl das dunkle Gehäuse hilft, können starke Umgebungs-IR-Quellen (Sonnenlicht, Glühlampen) den Sensor sättigen. Erwägen Sie die Verwendung von optischen Filtern, die Modulation der IR-Quelle und synchrone Detektionstechniken.
- Temperaturkompensation:Für präzise analoge Erfassung muss die Variation von Dunkelstrom und Empfindlichkeit mit der Temperatur (Abb. 1 & 2) in der Signalaufbereitungsschaltung kompensiert werden.
- Elektrisches Rauschen:Der hochohmige Knoten am Kollektor kann anfällig für elektromagnetische Störungen (EMI) sein. Halten Sie Leiterbahnverbindungen kurz, verwenden Sie bei Bedarf Abschirmung und ziehen Sie in Betracht, einen kleinen Kondensator (z. B. 10-100pF) parallel zu RLzu schalten, um hochfrequentes Rauschen zu filtern, wobei dessen Auswirkung auf die Geschwindigkeit zu beachten ist.
8. Technischer Vergleich und Differenzierung
Im Vergleich zu einer einfachen Fotodiode bietet ein Fototransistor wie der LTR-1650D eine interne Verstärkung, die einen viel größeren Ausgangsstrom für denselben Lichteinfall erzeugt, was in einfachen Schaltanwendungen oft einen zusätzlichen externen Verstärker überflüssig macht. Im Vergleich zu einem Foto-Darlington-Transistor bietet er schnellere Ansprechzeiten (µs vs. Zehner/Hunderter µs), aber eine geringere Verstärkung. Das spezifische Binning-System für IC(ON)ermöglicht im Vergleich zu Bauteilen mit einer einzigen, breiten Spezifikation ein engeres Systemdesign. Das dunkeltransparente Gehäuse ist ein wichtiger Unterscheidungsfaktor gegenüber klaren Gehäusen und bietet eine eingebaute Unterdrückung von sichtbarem Licht.
9. Häufig gestellte Fragen (basierend auf technischen Parametern)
9.1 Was bedeutet die "BIN"-Spezifikation und wie wähle ich aus?
Der BIN-Code (A bis F) spezifiziert den garantierten Bereich der Empfindlichkeit des Fototransistors (IC(ON)). Wählen Sie eine Klasse basierend auf dem erforderlichen Ausgangsstrom für Ihre spezifische Bestrahlungsstärke. Für Anwendungen mit höherer Empfindlichkeit/niedrigerem Lichtpegel wählen Sie einen höheren Buchstaben (z. B. E oder F). Für kostenkritische Anwendungen, bei denen hohe Verstärkung nicht entscheidend ist, kann eine niedrigere Klasse (A oder B) ausreichen.
9.2 Warum ist der Dunkelstrom wichtig?
Dunkelstrom (ICEO) ist das Ausgangssignal, das vorhanden ist, wenn kein Licht einfällt. Er setzt die untere Grenze des detektierbaren Lichts und wirkt als Rauschquelle. Bei digitalen Schaltanwendungen muss der Detektionsschwellwert der Schaltung über dem maximal erwarteten Dunkelstrom liegen, insbesondere bei hohen Temperaturen, wo er signifikant zunimmt.
9.3 Wie beeinflusst der Lastwiderstand die Leistung?
Der Lastwiderstand (RL) beeinflusst direkt zwei Schlüsselparameter:Ausgangsspannung(Vout= IC* RL) undSchaltgeschwindigkeit(siehe Abb. 3). Sie müssen RLso wählen, dass die erforderliche Spannungsamplitude für Ihre Logikpegel oder ADC-Eingänge erreicht wird, während gleichzeitig sichergestellt wird, dass die Anstiegs-/Abfallzeiten für die Datenrate oder Ansprechzeit Ihrer Anwendung schnell genug sind.
9.4 Kann ich diesen unter hellem Sonnenlicht verwenden?
Das dunkeltransparente Gehäuse bietet eine gewisse Unterdrückung, aber direktes Sonnenlicht enthält intensive Infrarotstrahlung, die den Sensor leicht sättigen kann. Für den Außeneinsatz sind zusätzliche Maßnahmen zwingend erforderlich: physikalische Abschattung (Hauben), schmalbandige optische Filter, die auf die Wellenlänge Ihrer IR-Quelle abgestimmt sind (z. B. 940nm), und vorzugsweise die Verwendung einer modulierten IR-Quelle mit synchroner Detektion in der Empfängerschaltung, um das Signal von der konstanten DC-Komponente des Sonnenlichts zu unterscheiden.
10. Praktische Design- und Anwendungsfallstudie
Szenario: Entwurf eines Papiererkennungssensors für einen Drucker.
- Auswahl:Wählen Sie eine mittlere Empfindlichkeitsklasse (z. B. Klasse C oder D), um eine zuverlässige Auslösung sicherzustellen, ohne übermäßig empfindlich auf Staub oder Reflexionen zu reagieren.
- Schaltungskonfiguration:Verwenden Sie eine Emitterschaltung als Schalter. Kombinieren Sie den LTR-1650D mit einer Infrarot-LED (z. B. 940nm), die auf der gegenüberliegenden Seite des Papierwegs platziert ist.
- Dimensionierung der Bauteile:Wählen Sie einen RL-Wert (z. B. 4,7kΩ), der einen Logik-Low-Ausgang (nahe 0V) liefert, wenn Papier vorhanden ist (Licht blockiert, ICist niedrig) und einen Logik-High-Ausgang (nahe VCC), wenn kein Papier vorhanden ist (Licht vorhanden, ICist hoch). Überprüfen Sie, ob die Spannungspegel mit den Eingangsanschlüssen des Mikrocontrollers kompatibel sind.
- Störfestigkeit:Fügen Sie einen 10nF-Kondensator parallel zu RLhinzu, um elektrisches Rauschen von Druckermotoren zu unterdrücken. Die resultierende Geschwindigkeit (~100µs) ist immer noch weitaus schneller als die mechanische Papierbewegung.
- Ausrichtung:Verwenden Sie das Empfindlichkeitsdiagramm (Abb. 5) als Leitfaden für das mechanische Design. Stellen Sie sicher, dass die IR-LED und der Fototransistor innerhalb des hochempfindlichen Kegels (z. B. ±20°) ausgerichtet sind, um die Signalstärke zu maximieren.
- Testen:Testen Sie den Sensor unter ungünstigsten Bedingungen: hohe Temperatur (um den erhöhten Dunkelstrom zu prüfen) und mit verschiedenen Papiersorten (einige können für IR durchlässiger sein).
11. Funktionsprinzip
Ein Fototransistor ist im Wesentlichen ein Bipolartransistor (BJT), bei dem der Basisstrom durch Licht erzeugt wird und nicht elektrisch zugeführt wird. Einfallende Photonen mit einer Energie größer als die Bandlücke des Halbleiters werden in der Basis-Kollektor-Sperrschichtregion absorbiert und erzeugen Elektron-Loch-Paare. Das elektrische Feld in der in Sperrrichtung vorgespannten Kollektor-Basis-Sperrschicht trennt diese Ladungsträger und erzeugt effektiv einen Fotostrom, der als Basisstrom (IB) wirkt. Dieser photogenerierte Basisstrom wird dann durch die Stromverstärkung des Transistors (hFE) verstärkt, was zu einem viel größeren Kollektorstrom führt (IC= hFE* IB). Diese interne Verstärkung ist der Hauptvorteil gegenüber einer einfachen Fotodiode. Das dunkeltransparente Gehäusematerial wirkt als Langpassfilter, das Infrarotwellenlängen (wie 940nm) durchlässt, während kürzere sichtbare Wellenlängen absorbiert werden, wodurch das Signal-Rausch-Verhältnis in Umgebungen mit sichtbarem Licht verbessert wird.
12. Branchentrends und Entwicklungen
Der optoelektronische Sektor entwickelt sich ständig weiter. Während diskrete Fototransistoren wie der LTR-1650D für kostensensitive, hochvolumige oder spezifische Leistungsanwendungen weiterhin wichtig bleiben, umfassen breitere Trends:
- Integration:Zunehmende Integration des Fotodetektors mit analogen Frontend-Verstärkern, Analog-Digital-Wandlern (ADCs) und digitaler Logik in Ein-Chip-Lösungen (z. B. Umgebungslichtsensoren, Näherungssensormodule). Diese bieten kalibrierte digitale Ausgabe, kleineren Platzbedarf und vereinfachtes Design, können aber zu höheren Stückkosten führen.
- Miniaturisierung:Nachfrage nach kleineren Gehäusegrößen (z. B. Chip-Scale-Packages), um in immer kleiner werdende Unterhaltungselektronik zu passen.
- Verbesserte Leistung:Entwicklung von Bauteilen mit niedrigeren Dunkelströmen, schnelleren Ansprechzeiten (im Nanosekundenbereich) und höherer Empfindlichkeit für anspruchsvollere Anwendungen wie LiDAR und Hochgeschwindigkeitskommunikation.
- Spezialisierung:Sensoren, die auf bestimmte Wellenlängen zugeschnitten sind (z. B. für Herzfrequenzmessung, Gassensorik) oder mit eingebauten Spektralfiltern.
Diskrete Fototransistoren werden voraussichtlich ihre Position in Anwendungen behalten, in denen ihre Einfachheit, Robustheit, niedrige Kosten und spezifischen Leistungsmerkmale (wie das dunkle Gehäuse des LTR-1650D) eine optimale Lösung bieten.
LED-Spezifikations-Terminologie
Vollständige Erklärung der LED-Technikbegriffe
Photoelektrische Leistung
| Begriff | Einheit/Darstellung | Einfache Erklärung | Warum wichtig |
|---|---|---|---|
| Lichtausbeute | lm/W (Lumen pro Watt) | Lichtausgang pro Watt Strom, höher bedeutet energieeffizienter. | Bestimmt direkt den Energieeffizienzgrad und Stromkosten. |
| Lichtstrom | lm (Lumen) | Gesamtlicht, das von der Quelle emittiert wird, allgemein "Helligkeit" genannt. | Bestimmt, ob das Licht hell genug ist. |
| Betrachtungswinkel | ° (Grad), z.B. 120° | Winkel, bei dem die Lichtintensität auf die Hälfte abfällt, bestimmt die Strahlbreite. | Beeinflusst Beleuchtungsbereich und Gleichmäßigkeit. |
| Farbtemperatur | K (Kelvin), z.B. 2700K/6500K | Wärme/Kühle des Lichts, niedrigere Werte gelblich/warm, höhere weißlich/kühl. | Bestimmt Beleuchtungsatmosphäre und geeignete Szenarien. |
| Farbwiedergabeindex | Einheitenlos, 0–100 | Fähigkeit, Objektfarben genau wiederzugeben, Ra≥80 ist gut. | Beeinflusst Farbauthentizität, wird an anspruchsvollen Orten wie Einkaufszentren, Museen verwendet. |
| Farborttoleranz | MacAdam-Ellipsenschritte, z.B. "5-Schritt" | Metrik für Farbkonsistenz, kleinere Schritte bedeuten konsistentere Farbe. | Sichert einheitliche Farbe über dieselbe Charge von LEDs. |
| Dominante Wellenlänge | nm (Nanometer), z.B. 620nm (rot) | Wellenlänge, die der Farbe farbiger LEDs entspricht. | Bestimmt Farbton von roten, gelben, grünen monochromen LEDs. |
| Spektralverteilung | Wellenlänge vs. Intensitätskurve | Zeigt Intensitätsverteilung über Wellenlängen. | Beeinflusst Farbwiedergabe und Farbqualität. |
Elektrische Parameter
| Begriff | Symbol | Einfache Erklärung | Design-Überlegungen |
|---|---|---|---|
| Flussspannung | Vf | Mindestspannung zum Einschalten der LED, wie "Startschwelle". | Treiberspannung muss ≥ Vf sein, Spannungen addieren sich für serielle LEDs. |
| Flussstrom | If | Stromwert für normalen LED-Betrieb. | Normalerweise Konstantstromantrieb, Strom bestimmt Helligkeit & Lebensdauer. |
| Max. Pulsstrom | Ifp | Spitzenstrom, der für kurze Zeit erträglich ist, wird für Dimmen oder Blinken verwendet. | Pulsbreite & Tastverhältnis müssen streng kontrolliert werden, um Schäden zu vermeiden. |
| Sperrspannung | Vr | Maximale Sperrspannung, die die LED aushalten kann, darüber kann es zum Durchbruch kommen. | Schaltung muss verhindern, dass umgekehrte Verbindung oder Spannungsspitzen auftreten. |
| Wärmewiderstand | Rth (°C/W) | Widerstand gegen Wärmeübertragung vom Chip zum Lötpunkt, niedriger ist besser. | Hoher Wärmewiderstand erfordert stärkere Wärmeableitung. |
| ESD-Immunität | V (HBM), z.B. 1000V | Fähigkeit, elektrostatische Entladung zu widerstehen, höher bedeutet weniger anfällig. | In der Produktion sind antistatische Maßnahmen erforderlich, insbesondere für empfindliche LEDs. |
Wärmemanagement & Zuverlässigkeit
| Begriff | Schlüsselmetrik | Einfache Erklärung | Auswirkung |
|---|---|---|---|
| Sperrschichttemperatur | Tj (°C) | Tatsächliche Betriebstemperatur im LED-Chip. | Jede Reduzierung um 10°C kann die Lebensdauer verdoppeln; zu hoch verursacht Lichtabfall, Farbverschiebung. |
| Lichtstromrückgang | L70 / L80 (Stunden) | Zeit, bis die Helligkeit auf 70% oder 80% des Anfangswerts sinkt. | Definiert direkt die "Nutzungsdauer" der LED. |
| Lichtstromerhaltung | % (z.B. 70%) | Prozentsatz der nach Zeit verbleibenden Helligkeit. | Gibt die Fähigkeit an, die Helligkeit über die langfristige Nutzung zu erhalten. |
| Farbverschiebung | Δu′v′ oder MacAdam-Ellipse | Grad der Farbänderung während der Verwendung. | Beeinflusst die Farbkonsistenz in Beleuchtungsszenen. |
| Thermisches Altern | Materialabbau | Verschlechterung aufgrund langfristig hoher Temperatur. | Kann zu Helligkeitsabfall, Farbänderung oder Leiterunterbrechung führen. |
Verpackung & Materialien
| Begriff | Gängige Typen | Einfache Erklärung | Merkmale & Anwendungen |
|---|---|---|---|
| Gehäusetyp | EMC, PPA, Keramik | Chip schützendes Gehäusematerial, bietet optische/thermische Schnittstelle. | EMC: gute Wärmebeständigkeit, niedrige Kosten; Keramik: bessere Wärmeableitung, längere Lebensdauer. |
| Chip-Struktur | Front, Flip-Chip | Chip-Elektrodenanordnung. | Flip-Chip: bessere Wärmeableitung, höhere Effizienz, für Hochleistung. |
| Phosphorbeschichtung | YAG, Silikat, Nitrid | Bedeckt den blauen Chip, wandelt einen Teil in gelb/rot um, mischt zu weiß. | Verschiedene Phosphore beeinflussen Effizienz, CCT und CRI. |
| Linse/Optik | Flach, Mikrolinse, TIR | Optische Struktur auf der Oberfläche, die die Lichtverteilung steuert. | Bestimmt den Betrachtungswinkel und die Lichtverteilungskurve. |
Qualitätskontrolle & Binning
| Begriff | Binning-Inhalt | Einfache Erklärung | Zweck |
|---|---|---|---|
| Lichtstrom-Bin | Code z.B. 2G, 2H | Nach Helligkeit gruppiert, jede Gruppe hat Mindest-/Maximal-Lumenwerte. | Sichert einheitliche Helligkeit in derselben Charge. |
| Spannungs-Bin | Code z.B. 6W, 6X | Nach Flussspannungsbereich gruppiert. | Erleichtert Treiberabgleich, verbessert Systemeffizienz. |
| Farb-Bin | 5-Schritt MacAdam-Ellipse | Nach Farbkoordinaten gruppiert, sichert engen Bereich. | Garantiert Farbkonsistenz, vermeidet ungleichmäßige Farbe innerhalb der Leuchte. |
| CCT-Bin | 2700K, 3000K usw. | Nach CCT gruppiert, jede hat entsprechenden Koordinatenbereich. | Erfüllt verschiedene Szenario-CCT-Anforderungen. |
Prüfung & Zertifizierung
| Begriff | Standard/Test | Einfache Erklärung | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| LM-80 | Lichtstromerhaltungstest | Langzeitbeleuchtung bei konstanter Temperatur, Aufzeichnung von Helligkeitsabfall. | Wird zur Schätzung der LED-Lebensdauer (mit TM-21) verwendet. |
| TM-21 | Lebensdauerschätzstandard | Schätzt Lebensdauer unter tatsächlichen Bedingungen basierend auf LM-80-Daten. | Bietet wissenschaftliche Lebensdauervorhersage. |
| IESNA | Beleuchtungstechnische Gesellschaft | Deckt optische, elektrische, thermische Testmethoden ab. | Industrieanerkannte Testbasis. |
| RoHS / REACH | Umweltzertifizierung | Stellt sicher, dass keine schädlichen Substanzen (Blei, Quecksilber) enthalten sind. | Marktzugangsvoraussetzung international. |
| ENERGY STAR / DLC | Energieeffizienzzertifizierung | Energieeffizienz- und Leistungszertifizierung für Beleuchtungsprodukte. | Wird in staatlichen Beschaffungen, Subventionsprogrammen verwendet, steigert Wettbewerbsfähigkeit. |