Sprache auswählen

PLCC-6 RGB-LED Datenblatt - 120° Abstrahlwinkel - Rot 1,95V, Grün 2,75V, Blau 3,00V @20mA - Automotive-Qualität

Technisches Datenblatt für eine RGB-LED im PLCC-6-Gehäuse. Merkmale: 120° Abstrahlwinkel, hohe Lichtstärke (Rot 900mcd, Grün 2200mcd, Blau 280mcd), AEC-Q102-Qualifizierung, RoHS-, REACH- und halogenfrei konform. Für Automotive-Innenraum- und Ambientebeleuchtung.
smdled.org | PDF Size: 0.6 MB
Bewertung: 4.5/5
Ihre Bewertung
Sie haben dieses Dokument bereits bewertet
PDF-Dokumentendeckel - PLCC-6 RGB-LED Datenblatt - 120° Abstrahlwinkel - Rot 1,95V, Grün 2,75V, Blau 3,00V @20mA - Automotive-Qualität

1. Produktübersicht

Dieses Dokument beschreibt die Spezifikationen einer hochwertigen, oberflächenmontierbaren RGB-LED (Rot, Grün, Blau) im PLCC-6-Gehäuse. Die Bauteile sind für lebendige Farbmischung mit einem breiten Abstrahlwinkel von 120 Grad ausgelegt, was sie für Anwendungen mit gleichmäßiger Ausleuchtung prädestiniert. Ein Schlüsselmerkmal ist die Qualifizierung nach dem AEC-Q102-Standard, was ihre Robustheit und Zuverlässigkeit für den anspruchsvollen Automotive-Einsatz unterstreicht. Das Produkt erfüllt wichtige Umwelt- und Sicherheitsvorschriften, darunter RoHS, EU REACH und halogenfreie Anforderungen.

1.1 Kernvorteile

1.2 Zielmarkt

Die primäre Anwendung für diese LED liegt im Bereich derAutomotive-Innenraumbeleuchtung, wie beispielsweise Instrumententafel-Hintergrundbeleuchtung, Schalterbeleuchtung und Ambientebeleuchtungssysteme. Ihre Eigenschaften machen sie auch für allgemeine dekorative und Anzeigebeleuchtung geeignet, wo eine zuverlässige Farbwiedergabe erforderlich ist.

2. Detaillierte Analyse der technischen Parameter

Der folgende Abschnitt bietet eine detaillierte, objektive Interpretation der im Datenblatt angegebenen Schlüsselparameter für elektrische, optische und thermische Eigenschaften.

2.1 Photometrische und elektrische Kenngrößen

Die typischen Betriebsbedingungen für die angegebenen Parameter sind ein Durchlassstrom (IF) von 20mA und eine Umgebungstemperatur von 25°C.

2.2 Absolute Grenzwerte und Wärmemanagement

Ein Betrieb außerhalb dieser Grenzwerte kann dauerhafte Schäden verursachen.

3. Analyse der Kennlinien

Die Diagramme im Datenblatt liefern wichtige Einblicke in das Verhalten des Bauteils unter verschiedenen Bedingungen.

3.1 I-V-Kennlinie und relative Intensität

Das DiagrammDurchlassstrom vs. Durchlassspannungzeigt die für Dioden typische exponentielle Beziehung. Die Kurven für Rot, Grün und Blau sind unterschiedlich und bestätigen die verschiedenen VF-Werte. Das DiagrammRelative Lichtstärke vs. Durchlassstromist bis zum typischen 20mA-Punkt nahezu linear, danach kann der Wirkungsgrad abfallen (Efficiency Droop), insbesondere bei den grünen und blauen LEDs.

3.2 Temperaturabhängigkeit

Das DiagrammRelative Lichtstärke vs. Sperrschichttemperaturzeigt, dass die Lichtausbeute mit steigender Temperatur abnimmt. Die rote LED reagiert am empfindlichsten auf Temperaturänderungen. Das DiagrammRelative Durchlassspannung vs. Sperrschichttemperaturzeigt, dass VF einen negativen Temperaturkoeffizienten hat und um etwa 2mV/°C abnimmt. Dies ist wichtig für Konstantstromtreiber. Das DiagrammRelative Wellenlängenverschiebung vs. Sperrschichttemperaturzeigt, dass sich die dominante Wellenlänge mit der Temperatur verschiebt (typ. 0,1-0,3 nm/°C), was die Farbpunktstabilität in Präzisionsanwendungen beeinflussen kann.

3.3 Spektrale Verteilung und Abstrahlcharakteristik

Das DiagrammRelative spektrale Verteilungzeigt die für moderne LEDs charakteristischen schmalen Emissionspeaks. DasTypische Diagramm der Abstrahlcharakteristik für jede Farbe bestätigt visuell den 120°-Abstrahlwinkel mit einem glatten, abgerundeten Intensitätsprofil.

4. Mechanische und Gehäuseinformationen

4.1 Gehäuseabmessungen

Das Bauteil verwendet ein standardmäßiges PLCC-6-Gehäuse (Plastic Leaded Chip Carrier) für die Oberflächenmontage. Die mechanische Zeichnung gibt die genauen Längen-, Breiten-, Höhen- und Anschlussabstände an. Diese Informationen sind entscheidend für das PCB-Footprint-Design, um eine korrekte Platzierung und Lötung sicherzustellen.

4.2 Empfohlenes Lötpad und Polarität

Eine Lötflächenempfehlung wird bereitgestellt, um zuverlässige Lötstellen und mechanische Stabilität zu gewährleisten. Das Pinout-Diagramm identifiziert die Anode und Kathode für jeden der drei LED-Chips (Rot, Grün, Blau) und die gemeinsame Kathodenkonfiguration, was für die korrekte Schaltungsverbindung wesentlich ist.

5. Löt- und Montagerichtlinien

5.1 Reflow-Lötprofil

Das Datenblatt spezifiziert ein Reflow-Profil mit einer Spitzentemperatur von 260°C für maximal 30 Sekunden. Dies ist ein Standard-Profil für bleifreies Löten. Die Einhaltung dieses Profils ist notwendig, um thermische Schäden am Kunststoffgehäuse oder dem LED-Chip zu verhindern.

5.2 Anwendungshinweise

6. Anwendungsvorschläge und Designüberlegungen

6.1 Typische Anwendungsschaltungen

Für Automotive-12V-Systeme umfasst eine typische Schaltung einen Spannungsregler (z.B. auf 5V oder 3,3V), gefolgt von separaten Konstantstromtreibern oder strombegrenzenden Widerständen für jeden RGB-Kanal. Die Verwendung einer PWM-Steuerung von einem Mikrocontroller ist die Standardmethode für dynamische Farbmischung und Dimmung.

6.2 Thermische Designüberlegungen

Angesichts des thermischen Widerstands und der Verlustleistung muss die Leiterplatte als Kühlkörper fungieren. Dies beinhaltet die Verwendung einer ausreichenden Kupferfläche, die mit dem thermischen Pad des LED-Footprints verbunden ist, und möglicherweise thermischer Durchkontaktierungen zu inneren oder unteren Lagen zur Wärmeverteilung. Ein Versagen im Wärmemanagement verringert die Lichtausbeute, verschiebt die Farbe und verkürzt die Lebensdauer.

6.3 Optische Designüberlegungen

Der 120°-Abstrahlwinkel macht oft sekundäre Optiken in der Ambientebeleuchtung überflüssig. Für fokussierteres Licht können externe Linsen oder Lichtleiter verwendet werden. Die unterschiedlichen Intensitäten der drei Farben müssen in der Software/Firmware kalibriert werden, um einen Ziel-Weißpunkt (z.B. D65) zu erreichen.

7. Häufig gestellte Fragen (basierend auf technischen Parametern)

7.1 Wie erzeuge ich mit dieser RGB-LED weißes Licht?

Weißes Licht wird durch Mischen der drei Grundfarben in spezifischen Intensitätsverhältnissen erzeugt. Aufgrund der unterschiedlichen Lichtausbeuten (Grün ist bei 20mA am hellsten, Blau am dunkelsten) können Sie nicht einfach alle drei Kanäle mit demselben Strom betreiben. Sie müssen die Treiberströme oder PWM-Tastverhältnisse kalibrieren. Beispielsweise könnten Sie Rot mit 20mA, Grün mit einem niedrigeren Strom oder Tastverhältnis und Blau mit 20mA oder mehr betreiben und anpassen, bis der gewünschte weiße Farbort auf einem Ziel erreicht ist.

7.2 Kann ich diese LED mit mehr als 20mA für höhere Helligkeit betreiben?

Sie können, aber Sie müssen unbedingt dieDerating-Kurven für den Durchlassstrom konsultieren. Mit steigender Lötpad-Temperatur sinkt der maximal zulässige Strom. Beispielsweise beträgt das absolute Maximum für die rote LED 50mA, aber dies ist nur erlaubt, wenn das Lötpad bei oder unter 103°C liegt. Bei 110°C beträgt der maximale Strom nur noch 35mA. Das Überschreiten dieser Grenzwerte überhitzt die Sperrschicht und führt zu schnellem Leistungsabfall.

7.3 Ist ein Kühlkörper erforderlich?

Ein separater Metallkühlkörper ist für eine einzelne LED bei 20mA im PLCC-6-Gehäuse typischerweise nicht erforderlich. Eingut gestaltetes PCB-Wärmepad ist jedoch absolut notwendig und fungiert als primärer Kühlkörper. Für LED-Arrays oder Betrieb bei hohen Umgebungstemperaturen muss zusätzliches Wärmemanagement basierend auf der Gesamtverlustleistung und dem Wärmewiderstandspfad bewertet werden.

8. Funktionsprinzip und Technologietrends

8.1 Grundlegendes Funktionsprinzip

Eine LED ist eine Halbleiterdiode. Wenn eine Durchlassspannung angelegt wird, die ihre Bandlückenenergie übersteigt, rekombinieren Elektronen mit Löchern im aktiven Bereich und setzen Energie in Form von Photonen (Licht) frei. Die Farbe (Wellenlänge) des Lichts wird durch die Bandlückenenergie der verwendeten Halbleitermaterialien bestimmt (z.B. AlInGaP für Rot, InGaN für Grün und Blau). Das PLCC-Gehäuse beinhaltet den LED-Chip, einen reflektierenden Hohlraum und eine transparente Epoxidlinse, die den Lichtaustritt formt.

8.2 Branchentrends

Der Markt für Automotive-LEDs wächst weiter, angetrieben durch Innenraum-Ambientebeleuchtung, externe Signalisierung und fortschrittliche Anwendungen wie pixelierte Scheinwerfer. Trends umfassen:

Diese PLCC-6 RGB-LED stellt eine ausgereifte, zuverlässige Lösung dar, die den Kernanforderungen aktueller Automotive-Beleuchtungsdesigns entspricht und Zuverlässigkeit, regulatorische Konformität und Leistung betont.

LED-Spezifikations-Terminologie

Vollständige Erklärung der LED-Technikbegriffe

Photoelektrische Leistung

Begriff Einheit/Darstellung Einfache Erklärung Warum wichtig
Lichtausbeute lm/W (Lumen pro Watt) Lichtausgang pro Watt Strom, höher bedeutet energieeffizienter. Bestimmt direkt den Energieeffizienzgrad und Stromkosten.
Lichtstrom lm (Lumen) Gesamtlicht, das von der Quelle emittiert wird, allgemein "Helligkeit" genannt. Bestimmt, ob das Licht hell genug ist.
Betrachtungswinkel ° (Grad), z.B. 120° Winkel, bei dem die Lichtintensität auf die Hälfte abfällt, bestimmt die Strahlbreite. Beeinflusst Beleuchtungsbereich und Gleichmäßigkeit.
Farbtemperatur K (Kelvin), z.B. 2700K/6500K Wärme/Kühle des Lichts, niedrigere Werte gelblich/warm, höhere weißlich/kühl. Bestimmt Beleuchtungsatmosphäre und geeignete Szenarien.
Farbwiedergabeindex Einheitenlos, 0–100 Fähigkeit, Objektfarben genau wiederzugeben, Ra≥80 ist gut. Beeinflusst Farbauthentizität, wird an anspruchsvollen Orten wie Einkaufszentren, Museen verwendet.
Farborttoleranz MacAdam-Ellipsenschritte, z.B. "5-Schritt" Metrik für Farbkonsistenz, kleinere Schritte bedeuten konsistentere Farbe. Sichert einheitliche Farbe über dieselbe Charge von LEDs.
Dominante Wellenlänge nm (Nanometer), z.B. 620nm (rot) Wellenlänge, die der Farbe farbiger LEDs entspricht. Bestimmt Farbton von roten, gelben, grünen monochromen LEDs.
Spektralverteilung Wellenlänge vs. Intensitätskurve Zeigt Intensitätsverteilung über Wellenlängen. Beeinflusst Farbwiedergabe und Farbqualität.

Elektrische Parameter

Begriff Symbol Einfache Erklärung Design-Überlegungen
Flussspannung Vf Mindestspannung zum Einschalten der LED, wie "Startschwelle". Treiberspannung muss ≥ Vf sein, Spannungen addieren sich für serielle LEDs.
Flussstrom If Stromwert für normalen LED-Betrieb. Normalerweise Konstantstromantrieb, Strom bestimmt Helligkeit & Lebensdauer.
Max. Pulsstrom Ifp Spitzenstrom, der für kurze Zeit erträglich ist, wird für Dimmen oder Blinken verwendet. Pulsbreite & Tastverhältnis müssen streng kontrolliert werden, um Schäden zu vermeiden.
Sperrspannung Vr Maximale Sperrspannung, die die LED aushalten kann, darüber kann es zum Durchbruch kommen. Schaltung muss verhindern, dass umgekehrte Verbindung oder Spannungsspitzen auftreten.
Wärmewiderstand Rth (°C/W) Widerstand gegen Wärmeübertragung vom Chip zum Lötpunkt, niedriger ist besser. Hoher Wärmewiderstand erfordert stärkere Wärmeableitung.
ESD-Immunität V (HBM), z.B. 1000V Fähigkeit, elektrostatische Entladung zu widerstehen, höher bedeutet weniger anfällig. In der Produktion sind antistatische Maßnahmen erforderlich, insbesondere für empfindliche LEDs.

Wärmemanagement & Zuverlässigkeit

Begriff Schlüsselmetrik Einfache Erklärung Auswirkung
Sperrschichttemperatur Tj (°C) Tatsächliche Betriebstemperatur im LED-Chip. Jede Reduzierung um 10°C kann die Lebensdauer verdoppeln; zu hoch verursacht Lichtabfall, Farbverschiebung.
Lichtstromrückgang L70 / L80 (Stunden) Zeit, bis die Helligkeit auf 70% oder 80% des Anfangswerts sinkt. Definiert direkt die "Nutzungsdauer" der LED.
Lichtstromerhaltung % (z.B. 70%) Prozentsatz der nach Zeit verbleibenden Helligkeit. Gibt die Fähigkeit an, die Helligkeit über die langfristige Nutzung zu erhalten.
Farbverschiebung Δu′v′ oder MacAdam-Ellipse Grad der Farbänderung während der Verwendung. Beeinflusst die Farbkonsistenz in Beleuchtungsszenen.
Thermisches Altern Materialabbau Verschlechterung aufgrund langfristig hoher Temperatur. Kann zu Helligkeitsabfall, Farbänderung oder Leiterunterbrechung führen.

Verpackung & Materialien

Begriff Gängige Typen Einfache Erklärung Merkmale & Anwendungen
Gehäusetyp EMC, PPA, Keramik Chip schützendes Gehäusematerial, bietet optische/thermische Schnittstelle. EMC: gute Wärmebeständigkeit, niedrige Kosten; Keramik: bessere Wärmeableitung, längere Lebensdauer.
Chip-Struktur Front, Flip-Chip Chip-Elektrodenanordnung. Flip-Chip: bessere Wärmeableitung, höhere Effizienz, für Hochleistung.
Phosphorbeschichtung YAG, Silikat, Nitrid Bedeckt den blauen Chip, wandelt einen Teil in gelb/rot um, mischt zu weiß. Verschiedene Phosphore beeinflussen Effizienz, CCT und CRI.
Linse/Optik Flach, Mikrolinse, TIR Optische Struktur auf der Oberfläche, die die Lichtverteilung steuert. Bestimmt den Betrachtungswinkel und die Lichtverteilungskurve.

Qualitätskontrolle & Binning

Begriff Binning-Inhalt Einfache Erklärung Zweck
Lichtstrom-Bin Code z.B. 2G, 2H Nach Helligkeit gruppiert, jede Gruppe hat Mindest-/Maximal-Lumenwerte. Sichert einheitliche Helligkeit in derselben Charge.
Spannungs-Bin Code z.B. 6W, 6X Nach Flussspannungsbereich gruppiert. Erleichtert Treiberabgleich, verbessert Systemeffizienz.
Farb-Bin 5-Schritt MacAdam-Ellipse Nach Farbkoordinaten gruppiert, sichert engen Bereich. Garantiert Farbkonsistenz, vermeidet ungleichmäßige Farbe innerhalb der Leuchte.
CCT-Bin 2700K, 3000K usw. Nach CCT gruppiert, jede hat entsprechenden Koordinatenbereich. Erfüllt verschiedene Szenario-CCT-Anforderungen.

Prüfung & Zertifizierung

Begriff Standard/Test Einfache Erklärung Bedeutung
LM-80 Lichtstromerhaltungstest Langzeitbeleuchtung bei konstanter Temperatur, Aufzeichnung von Helligkeitsabfall. Wird zur Schätzung der LED-Lebensdauer (mit TM-21) verwendet.
TM-21 Lebensdauerschätzstandard Schätzt Lebensdauer unter tatsächlichen Bedingungen basierend auf LM-80-Daten. Bietet wissenschaftliche Lebensdauervorhersage.
IESNA Beleuchtungstechnische Gesellschaft Deckt optische, elektrische, thermische Testmethoden ab. Industrieanerkannte Testbasis.
RoHS / REACH Umweltzertifizierung Stellt sicher, dass keine schädlichen Substanzen (Blei, Quecksilber) enthalten sind. Marktzugangsvoraussetzung international.
ENERGY STAR / DLC Energieeffizienzzertifizierung Energieeffizienz- und Leistungszertifizierung für Beleuchtungsprodukte. Wird in staatlichen Beschaffungen, Subventionsprogrammen verwendet, steigert Wettbewerbsfähigkeit.