Inhaltsverzeichnis
- 1. Produktübersicht
- 1.1 Kernvorteile und Zielmarkt
- 2. Technische Parameter: Detaillierte objektive Interpretation
- 2.1 Absolute Maximalwerte
- 2.2 Elektrische und optische Kenngrößen
- 3. Erklärung des Binning-Systems
- 3.1 Lichtstärke-Bin-Code
- 4. Analyse der Kennlinien
- 4.1 Durchlassstrom vs. Durchlassspannung (I-V-Kennlinie)
- 4.2 Lichtstärke vs. Durchlassstrom
- 4.3 Spektrale Verteilung
- 5. Mechanische und Gehäuseinformationen
- 5.1 Gehäuseabmessungen und Polaritätskennzeichnung
- 5.2 Empfohlene PCB-Lötflächengeometrie
- 6. Löt- und Montagerichtlinien
- 6.1 Reflow-Lötparameter
- 6.2 Handlötung (Lötkolben)
- 6.3 Lagerbedingungen
- 6.4 Reinigung
- 7. Anwendungsvorschläge und Designüberlegungen
- 7.1 Treiberschaltungsdesign
- 7.2 Wärmemanagement
- 7.3 Vorsichtsmaßnahmen gegen elektrostatische Entladung (ESD)
- 8. Verpackungs- und Bestellinformationen
- 8.1 Band- und Spulenspezifikationen
- 9. Technischer Vergleich und Differenzierung
- 10. Häufig gestellte Fragen (basierend auf technischen Parametern)
- 10.1 Was ist der Unterschied zwischen Spitzenwellenlänge und dominanter Wellenlänge?
- 10.2 Warum ist ein strombegrenzender Widerstand notwendig, selbst wenn ich die LED mit ihrer typischen Durchlassspannung betreibe?
- 10.3 Kann ich diese LED direkt mit einem 3,3V- oder 5V-Logiksignal ansteuern?
- 11. Praktisches Anwendungsbeispiel
- 12. Einführung in das Funktionsprinzip
- 13. Technologietrends
1. Produktübersicht
Die LTST-C190KEKT ist eine oberflächenmontierbare (SMD) LED-Lampe, die für die automatisierte Leiterplattenbestückung (PCB) konzipiert ist. Sie gehört zu einer Familie von Miniatur-LEDs, die für platzbeschränkte Anwendungen in einem breiten Spektrum elektronischer Geräte vorgesehen sind.
1.1 Kernvorteile und Zielmarkt
Diese LED bietet mehrere entscheidende Vorteile, die sie für die moderne Elektronikfertigung geeignet machen. Zu ihren Hauptmerkmalen zählen die Konformität mit der RoHS-Richtlinie (Beschränkung gefährlicher Stoffe), die Verwendung eines ultrahellen AlInGaP-Halbleiterchips (Aluminium-Indium-Gallium-Phosphid) für effiziente Rotlichtemission und die Verpackung auf 8 mm breitem Trägerband, das auf 7-Zoll-Durchmesser-Spulen gewickelt ist und mit Standard-Pick-and-Place-Automaten kompatibel ist. Die Bauteile sind zudem für Infrarot-Reflow-Lötprozesse ausgelegt, dem Industriestandard für die Hochvolumen-SMD-Montage.
Die Zielanwendungen sind vielfältig und spiegeln die Vielseitigkeit des Bauteils wider. Zu den Hauptmärkten zählen Telekommunikationsgeräte (z. B. schnurlose und Mobiltelefone), Geräte der Büroautomatisierung (z. B. Notebooks, Netzwerksysteme), Haushaltsgeräte sowie Innenraum-Beschilderung oder Display-Anwendungen. Spezifische Funktionen in diesen Geräten umfassen die Hintergrundbeleuchtung von Tastaturen, Statusanzeigen, Mikrodisplays sowie die Beleuchtung von Signalen oder Symbolen.
2. Technische Parameter: Detaillierte objektive Interpretation
Die Leistung der LTST-C190KEKT wird durch eine Reihe von absoluten Maximalwerten und standardmäßigen elektrischen/optischen Kenngrößen definiert, alle spezifiziert bei einer Umgebungstemperatur (Ta) von 25°C.
2.1 Absolute Maximalwerte
Diese Werte definieren die Grenzen, deren Überschreitung zu dauerhaften Schäden am Bauteil führen kann. Sie dürfen unter keinen Betriebsbedingungen überschritten werden.
- Verlustleistung (Pd):75 mW. Dies ist die maximale Leistung, die das LED-Gehäuse als Wärme abführen kann.
- Spitzen-Durchlassstrom (IF(PEAK)):80 mA. Dies ist der maximale momentane Durchlassstrom, der nur unter gepulsten Bedingungen mit einem Tastverhältnis von 1/10 und einer Pulsbreite von 0,1 ms zulässig ist.
- DC-Durchlassstrom (IF):30 mA. Dies ist der maximale kontinuierliche Durchlassstrom für einen zuverlässigen Dauerbetrieb.
- Sperrspannung (VR):5 V. Das Anlegen einer Sperrspannung über diesem Wert kann zum Durchbruch des pn-Übergangs führen.
- Betriebs- & Lagertemperaturbereich:-55°C bis +85°C.
- Infrarot-Lötbedingung:Hält einer Spitzentemperatur von 260°C für 10 Sekunden stand, was typisch für bleifreie (Pb-free) Reflow-Lötprofile ist.
2.2 Elektrische und optische Kenngrößen
Dies sind die typischen Leistungsparameter, gemessen unter Standardtestbedingungen.
- Lichtstärke (IV):28,0 bis 112,0 mcd (Millicandela) bei einem Durchlassstrom (IF) von 20mA. Die Intensität wird mit einer Sensor- und Filterkombination gemessen, die der photopischen (CIE) Augenempfindlichkeitskurve entspricht.
- Abstrahlwinkel (2θ1/2):130 Grad. Dies ist der volle Winkel, bei dem die Lichtstärke auf die Hälfte des auf der Mittelachse (0°) gemessenen Wertes abfällt. Ein derart breiter Abstrahlwinkel eignet sich für Anwendungen, die eine breite, diffuse Ausleuchtung und keinen fokussierten Strahl erfordern.
- Spitzen-Emissionswellenlänge (λP):632,0 nm (Nanometer). Dies ist die Wellenlänge, bei der die spektrale Leistungsabgabe am höchsten ist.
- Dominante Wellenlänge (λd):617,0 bis 631,0 nm bei IF=20mA. Dieser Wert wird aus dem CIE-Farbdiagramm abgeleitet und repräsentiert die einzelne Wellenlänge, die die wahrgenommene Lichtfarbe am besten beschreibt. Der Bereich zeigt mögliche Schwankungen zwischen einzelnen Bauteilen an.
- Spektrale Halbwertsbreite (Δλ):20 nm. Dies gibt die spektrale Bandbreite an, gemessen als volle Breite auf halber Höhe (FWHM) des Emissionspeaks.
- Durchlassspannung (VF):1,7 bis 2,5 V bei IF=20mA. Dies ist der Spannungsabfall über der LED im Betrieb. Der Bereich berücksichtigt normale Fertigungstoleranzen im Halbleitermaterial.
- Sperrstrom (IR):Maximal 10 μA (Mikroampere) bei einer Sperrspannung (VR) von 5V.
3. Erklärung des Binning-Systems
Um eine gleichmäßige Helligkeit in Endprodukten zu gewährleisten, werden LEDs nach der Fertigung oft in Leistungsklassen (Bins) sortiert.
3.1 Lichtstärke-Bin-Code
Für die LTST-C190KEKT in Rot wird die Lichtstärke wie folgt in Bins kategorisiert, gemessen bei 20mA:
- Bin-Code N:Minimum 28,0 mcd, Maximum 45,0 mcd.
- Bin-Code P:Minimum 45,0 mcd, Maximum 71,0 mcd.
- Bin-Code Q:Minimum 71,0 mcd, Maximum 112,0 mcd.
Auf die Grenzen jedes Bins wird eine Toleranz von +/-15% angewendet. Dieses Binning ermöglicht es Konstrukteuren, LEDs mit einer garantierten Mindesthelligkeit für ihre Anwendung auszuwählen, was für ein einheitliches Erscheinungsbild in Multi-LED-Arrays entscheidend ist.
4. Analyse der Kennlinien
Während im Datenblatt auf spezifische grafische Kurven verwiesen wird (z. B. auf Seite 5/11), werden hier deren typische Implikationen analysiert.
4.1 Durchlassstrom vs. Durchlassspannung (I-V-Kennlinie)
Die I-V-Kennlinie einer LED ist nichtlinear. Für das hier verwendete AlInGaP-Material liegt die typische Durchlassspannung bei 20mA im Bereich von 1,7V bis 2,5V. Die Kurve zeigt, dass ein geringer Spannungsanstieg über die Schwellspannung hinaus zu einem raschen Anstieg des Stroms führt. Daher müssen LEDs von einer strombegrenzten Quelle und nicht von einer Konstantspannungsquelle angesteuert werden, um thermisches Durchgehen und Zerstörung zu verhindern.
4.2 Lichtstärke vs. Durchlassstrom
Die Lichtausbeute (Lichtstärke) ist über einen signifikanten Betriebsbereich annähernd proportional zum Durchlassstrom. Die Effizienz kann jedoch bei sehr hohen Strömen aufgrund erhöhter Wärmeentwicklung im Chip abfallen. Der Betrieb bei oder unterhalb der empfohlenen 20mA-Testbedingung gewährleistet optimale Leistung und Langlebigkeit.
4.3 Spektrale Verteilung
Das Emissionsspektrum ist um 632 nm (Peak) zentriert mit einer Halbwertsbreite von etwa 20 nm. Dies definiert eine relativ reine rote Farbe. Die dominante Wellenlänge (617-631 nm) bestimmt den wahrgenommenen Farbton. Schwankungen innerhalb dieses Bereichs sind normal und werden durch den Fertigungsprozess gesteuert.
5. Mechanische und Gehäuseinformationen
5.1 Gehäuseabmessungen und Polaritätskennzeichnung
Die LED ist in einem Standard-SMD-Gehäuse untergebracht. Die Linsenfarbe ist wasserklar, während die Lichtquelle rotes Licht vom AlInGaP-Chip emittiert. Alle Abmessungen sind in Millimetern mit einer Standardtoleranz von ±0,1 mm angegeben, sofern nicht anders spezifiziert. Das Gehäuse enthält Merkmale zur korrekten Ausrichtung (Polarität) während der Platzierung, typischerweise angezeigt durch eine Markierung auf dem Gehäuse oder eine asymmetrische Form. Die korrekte Polarität ist für die Funktion des Bauteils essentiell.
5.2 Empfohlene PCB-Lötflächengeometrie
Eine empfohlene Lötflächengeometrie (Footprint) für die Leiterplatte wird bereitgestellt, um eine ordnungsgemäße Lötstellenbildung, mechanische Stabilität und Wärmemanagement während und nach dem Reflow-Prozess zu gewährleisten. Die Einhaltung dieses Designs ist entscheidend für zuverlässige Lötverbindungen und die Ableitung der Wärme vom LED-Übergang über die Leiterbahn.
6. Löt- und Montagerichtlinien
6.1 Reflow-Lötparameter
Das Bauteil ist mit Infrarot-Reflow-Lötprozessen kompatibel, die für bleifreie (Pb-free) Montage unerlässlich sind. Ein empfohlenes Profil gemäß JEDEC-Standards wird bereitgestellt. Wichtige Parameter sind:
- Vorwärmen:150°C bis 200°C.
- Vorwärmzeit:Maximal 120 Sekunden.
- Spitzentemperatur:Maximal 260°C.
- Zeit oberhalb Liquidus (am Peak):Maximal 10 Sekunden. Das Bauteil kann dieses Profil maximal zweimal überstehen.
Es wird betont, dass das optimale Profil vom spezifischen PCB-Design, den Komponenten, der Lötpaste und dem Ofen abhängt. Eine Charakterisierung für die spezifische Anwendung wird empfohlen.
6.2 Handlötung (Lötkolben)
Falls Handlötung notwendig ist, ist äußerste Vorsicht geboten:
- Kolbentemperatur:Maximal 300°C.
- Lötzeit:Maximal 3 Sekunden pro Lötfläche.
- Häufigkeit:Dies sollte nur einmal durchgeführt werden, um thermische Belastung zu vermeiden.
6.3 Lagerbedingungen
Eine sachgemäße Lagerung ist entscheidend, um die Lötbarkeit und Bauteilintegrität zu erhalten.
- Verschlossene Verpackung (Feuchtigkeitssperrbeutel):Lagern bei ≤30°C und ≤90% relativer Luftfeuchtigkeit (RH). Die Haltbarkeit beträgt ein Jahr bei Lagerung im Original-Feuchtigkeitsschutzbeutel mit Trockenmittel.
- Geöffnete Verpackung:Die Umgebung sollte 30°C oder 60% RH nicht überschreiten. Komponenten, die aus ihrer Originalverpackung entnommen wurden, sollten innerhalb einer Woche IR-reflowgelötet werden (entspricht Feuchtesensitivitätsstufe 3, MSL 3). Für längere Lagerung außerhalb des Originalbeutels verwenden Sie einen verschlossenen Behälter mit Trockenmittel oder einen Stickstoff-Exsikkator. Komponenten, die länger als eine Woche offen gelagert wurden, müssen vor dem Löten etwa 20 Stunden bei ca. 60°C getrocknet (gebrannt) werden, um aufgenommene Feuchtigkeit zu entfernen und \"Popcorning\" während des Reflows zu verhindern.
6.4 Reinigung
Wenn nach dem Löten eine Reinigung erforderlich ist, sollten nur spezifizierte Lösungsmittel verwendet werden. Das Eintauchen der LED in Ethylalkohol oder Isopropylalkohol bei Raumtemperatur für weniger als eine Minute ist akzeptabel. Nicht spezifizierte Chemikalien können das Kunststoffgehäuse oder die Linse beschädigen.
7. Anwendungsvorschläge und Designüberlegungen
7.1 Treiberschaltungsdesign
Eine LED ist ein stromgesteuertes Bauteil. Um eine gleichmäßige Helligkeit zu gewährleisten, insbesondere wenn mehrere LEDs parallel verwendet werden, sollte jede LED ihren eigenen in Reihe geschalteten strombegrenzenden Widerstand haben. Der Widerstandswert (R) wird mit dem Ohmschen Gesetz berechnet: R = (Vversorgung- VF) / IF, wobei VFdie Durchlassspannung der LED beim gewünschten Strom IFist. Die Verwendung eines gemeinsamen Widerstands für mehrere parallel geschaltete LEDs wird aufgrund von Schwankungen der individuellen VF-Werte nicht empfohlen, da dies zu erheblichen Unterschieden im Strom und somit in der Helligkeit führen kann.
7.2 Wärmemanagement
Obwohl die Verlustleistung relativ gering ist (max. 75mW), verlängert ein ordnungsgemäßes thermisches Design die LED-Lebensdauer und hält die Lichtausbeute stabil. Die Verwendung der empfohlenen PCB-Lötflächengeometrie hilft, Wärme vom LED-Übergang abzuleiten. Der Betrieb der LED mit Strömen unterhalb des maximalen DC-Nennstroms von 30mA verringert die Sperrschichttemperatur und verbessert die Langzeitzuverlässigkeit.
7.3 Vorsichtsmaßnahmen gegen elektrostatische Entladung (ESD)
LEDs sind empfindlich gegenüber elektrostatischer Entladung und Spannungsspitzen. Handhabungsvorsichtsmaßnahmen sind notwendig, um latente oder katastrophale Schäden zu verhindern. Es wird empfohlen, beim Umgang mit den Bauteilen ein geerdetes Handgelenkband oder antistatische Handschuhe zu verwenden. Alle Geräte, einschließlich Arbeitsplätze und Lötkolben, müssen ordnungsgemäß geerdet sein.
8. Verpackungs- und Bestellinformationen
8.1 Band- und Spulenspezifikationen
Die LTST-C190KEKT wird standardmäßig auf 8 mm breitem, geprägtem Trägerband geliefert, das auf Spulen mit 7 Zoll (178 mm) Durchmesser aufgewickelt ist. Diese Verpackung entspricht den ANSI/EIA-481-Spezifikationen für die automatisierte Handhabung.
- Stückzahl pro Spule:4000 Stück.
- Mindestbestellmenge (MOQ) für Restposten:500 Stück.
- Taschenabdeckung:Leere Komponententaschen auf dem Band sind mit einem Deckband versiegelt.
- Fehlende Komponenten:Die maximal zulässige Anzahl aufeinanderfolgender fehlender Lampen auf einer Spule beträgt zwei.
Detaillierte Maßzeichnungen für die Bandtasche und die Spule sind im Datenblatt zur Maschineneinrichtung und Kompatibilitätsprüfung enthalten.
9. Technischer Vergleich und Differenzierung
Die LTST-C190KEKT nutzt ein AlInGaP-Halbleitermaterial (Aluminium-Indium-Gallium-Phosphid). Im Vergleich zu älteren Technologien wie Standard-GaAsP-roten LEDs (Galliumarsenidphosphid) bietet AlInGaP eine deutlich höhere Lichtausbeute, was bei gleichem Treiberstrom zu einer helleren Abstrahlung führt. Typischerweise bietet es auch eine bessere Temperaturstabilität von Lichtausbeute und Wellenlänge. Der breite 130-Grad-Abstrahlwinkel ist eine Designentscheidung, die sie von LEDs mit engeren Strahlen unterscheidet und sie ideal für Flächenbeleuchtung und Statusanzeigen macht, die aus einem weiten Blickwinkel sichtbar sein müssen.
10. Häufig gestellte Fragen (basierend auf technischen Parametern)
10.1 Was ist der Unterschied zwischen Spitzenwellenlänge und dominanter Wellenlänge?
Spitzenwellenlänge (λP):Die spezifische Wellenlänge, bei der die LED die meiste optische Leistung emittiert. Es ist eine physikalische Messung aus dem Spektrum.
Dominante Wellenlänge (λd):Ein berechneter Wert aus dem CIE-Farbdiagramm, der der vom menschlichen Auge wahrgenommenen Lichtfarbe entspricht. Für eine monochromatische Quelle wie eine rote LED liegen sie oft nahe beieinander, aber λdist der Parameter, der für die Farbangabe und das Binning verwendet wird.
10.2 Warum ist ein strombegrenzender Widerstand notwendig, selbst wenn ich die LED mit ihrer typischen Durchlassspannung betreibe?
Die Durchlassspannung (VF) hat einen Toleranzbereich (1,7V bis 2,5V). Wenn Sie eine konstante Spannung von 2,0V anlegen, könnte eine LED mit einer niedrigen VFvon 1,7V einen übermäßigen Strom ziehen, während eine mit einer hohen VFvon 2,5V möglicherweise überhaupt nicht leuchtet. Noch kritischer ist, dass VFmit steigender Temperatur abnimmt. Eine Konstantspannungsquelle kann zu thermischem Durchgehen führen: Wenn die LED sich erwärmt, sinkt VF, der Strom steigt, verursacht mehr Wärme, senkt VFweiter, bis zum Ausfall. Ein Reihenwiderstand (oder besser ein Konstantstromtreiber) sorgt für Gegenkopplung und stabilisiert den Arbeitspunkt.
10.3 Kann ich diese LED direkt mit einem 3,3V- oder 5V-Logiksignal ansteuern?
Nein. Ein direkter Anschluss an einen 3,3V- oder 5V-Digitalausgangspin würde diese Spannung über die LED anlegen. Bei einer typischen VFvon ~2,0V würde die überschüssige Spannung einen sehr hohen Stromfluss verursachen, begrenzt nur durch den geringen Innenwiderstand des Chips und des Ausgangspins, was die LED wahrscheinlich sofort zerstören würde. Sie müssen beim Ansteuern einer LED aus einer Spannungsquelle immer einen Reihenstrombegrenzungswiderstand verwenden.
11. Praktisches Anwendungsbeispiel
Szenario: Entwurf eines Multi-LED-Statusanzeigepanels für einen Netzwerkrouter.
Das Panel benötigt 5 rote Status-LEDs, um Netzteil, Internetverbindung, Wi-Fi-Aktivität usw. anzuzeigen. Das System verwendet eine 3,3V-Versorgungsschiene.
Entwurfsschritte:
1. Betriebsstrom wählen:Wählen Sie IF= 20mA, was der Standardtestbedingung entspricht und gute Helligkeit im sicheren Betriebsbereich bietet.
2. Widerstandswert berechnen:Verwenden Sie für ein konservatives Design, das sicherstellt, dass alle LEDs auch mit hohen VF-Teilen leuchten, das Maximum VFaus dem Datenblatt (2,5V). R = (3,3V - 2,5V) / 0,020A = 40 Ohm. Der nächstgelegene Standardwert ist 39 Ohm oder 43 Ohm.
3. Leistung am Widerstand prüfen: PR= IF2* R = (0,02)2* 39 = 0,0156W. Ein Standard-1/10W (0,1W) Widerstand ist mehr als ausreichend.
4. Schaltungsaufbau:Implementieren Sie fünf identische Schaltungen, jeweils mit einer LED und einem 39-Ohm-Widerstand in Reihe, alle zwischen der 3,3V-Schiene und einzelnen Mikrocontroller-GPIO-Pins, die als Ausgänge konfiguriert sind, angeschlossen. Das Setzen eines Pins auf LOW (0V) schließt den Stromkreis und schaltet die LED ein.
5. PCB-Design:Verwenden Sie die empfohlene Lötflächengeometrie aus dem Datenblatt. Stellen Sie eine ausreichende Leiterbahnbreite für den 20mA-Strom sicher.
12. Einführung in das Funktionsprinzip
Leuchtdioden (LEDs) sind Halbleiterbauelemente, die Licht durch einen Prozess namens Elektrolumineszenz emittieren. Wenn eine Durchlassspannung über den pn-Übergang des Halbleitermaterials (in diesem Fall AlInGaP) angelegt wird, werden Elektronen aus dem n-dotierten Bereich und Löcher aus dem p-dotierten Bereich in den Übergangsbereich injiziert. Wenn sich ein Elektron mit einem Loch rekombiniert, fällt es von einem höheren Energieniveau im Leitungsband zu einem niedrigeren Energieniveau im Valenzband. Die Energiedifferenz wird in Form eines Photons (Lichtteilchen) freigesetzt. Die Wellenlänge (Farbe) des emittierten Lichts wird durch die Bandlückenenergie des Halbleitermaterials bestimmt, eine grundlegende Eigenschaft der hier verwendeten AlInGaP-Verbindung, die zur Emission von rotem Licht führt.
13. Technologietrends
Die Optoelektronikbranche entwickelt sich ständig weiter, wobei mehrere Schlüsseltrends SMD-LEDs wie die LTST-C190KEKT beeinflussen. Es gibt einen ständigen Drang zur Steigerung der Lichtausbeute (mehr Lichtausbeute pro elektrischem Watt Eingang), was die Energieeffizienz verbessert. Die Miniaturisierung bleibt entscheidend und treibt kleinere Gehäusegrößen bei gleichbleibender oder verbesserter optischer Leistung voran. Erhöhte Zuverlässigkeit und längere Betriebslebensdauer unter verschiedenen Umweltbedingungen sind ebenfalls wichtige Entwicklungsziele. Darüber hinaus werden engere Binning-Toleranzen für Farbe und Helligkeit zum Standard, um den Anforderungen hochwertiger Display- und Beleuchtungsanwendungen gerecht zu werden, bei denen Farbkonstanz von größter Bedeutung ist.
LED-Spezifikations-Terminologie
Vollständige Erklärung der LED-Technikbegriffe
Photoelektrische Leistung
| Begriff | Einheit/Darstellung | Einfache Erklärung | Warum wichtig |
|---|---|---|---|
| Lichtausbeute | lm/W (Lumen pro Watt) | Lichtausgang pro Watt Strom, höher bedeutet energieeffizienter. | Bestimmt direkt den Energieeffizienzgrad und Stromkosten. |
| Lichtstrom | lm (Lumen) | Gesamtlicht, das von der Quelle emittiert wird, allgemein "Helligkeit" genannt. | Bestimmt, ob das Licht hell genug ist. |
| Betrachtungswinkel | ° (Grad), z.B. 120° | Winkel, bei dem die Lichtintensität auf die Hälfte abfällt, bestimmt die Strahlbreite. | Beeinflusst Beleuchtungsbereich und Gleichmäßigkeit. |
| Farbtemperatur | K (Kelvin), z.B. 2700K/6500K | Wärme/Kühle des Lichts, niedrigere Werte gelblich/warm, höhere weißlich/kühl. | Bestimmt Beleuchtungsatmosphäre und geeignete Szenarien. |
| Farbwiedergabeindex | Einheitenlos, 0–100 | Fähigkeit, Objektfarben genau wiederzugeben, Ra≥80 ist gut. | Beeinflusst Farbauthentizität, wird an anspruchsvollen Orten wie Einkaufszentren, Museen verwendet. |
| Farborttoleranz | MacAdam-Ellipsenschritte, z.B. "5-Schritt" | Metrik für Farbkonsistenz, kleinere Schritte bedeuten konsistentere Farbe. | Sichert einheitliche Farbe über dieselbe Charge von LEDs. |
| Dominante Wellenlänge | nm (Nanometer), z.B. 620nm (rot) | Wellenlänge, die der Farbe farbiger LEDs entspricht. | Bestimmt Farbton von roten, gelben, grünen monochromen LEDs. |
| Spektralverteilung | Wellenlänge vs. Intensitätskurve | Zeigt Intensitätsverteilung über Wellenlängen. | Beeinflusst Farbwiedergabe und Farbqualität. |
Elektrische Parameter
| Begriff | Symbol | Einfache Erklärung | Design-Überlegungen |
|---|---|---|---|
| Flussspannung | Vf | Mindestspannung zum Einschalten der LED, wie "Startschwelle". | Treiberspannung muss ≥ Vf sein, Spannungen addieren sich für serielle LEDs. |
| Flussstrom | If | Stromwert für normalen LED-Betrieb. | Normalerweise Konstantstromantrieb, Strom bestimmt Helligkeit & Lebensdauer. |
| Max. Pulsstrom | Ifp | Spitzenstrom, der für kurze Zeit erträglich ist, wird für Dimmen oder Blinken verwendet. | Pulsbreite & Tastverhältnis müssen streng kontrolliert werden, um Schäden zu vermeiden. |
| Sperrspannung | Vr | Maximale Sperrspannung, die die LED aushalten kann, darüber kann es zum Durchbruch kommen. | Schaltung muss verhindern, dass umgekehrte Verbindung oder Spannungsspitzen auftreten. |
| Wärmewiderstand | Rth (°C/W) | Widerstand gegen Wärmeübertragung vom Chip zum Lötpunkt, niedriger ist besser. | Hoher Wärmewiderstand erfordert stärkere Wärmeableitung. |
| ESD-Immunität | V (HBM), z.B. 1000V | Fähigkeit, elektrostatische Entladung zu widerstehen, höher bedeutet weniger anfällig. | In der Produktion sind antistatische Maßnahmen erforderlich, insbesondere für empfindliche LEDs. |
Wärmemanagement & Zuverlässigkeit
| Begriff | Schlüsselmetrik | Einfache Erklärung | Auswirkung |
|---|---|---|---|
| Sperrschichttemperatur | Tj (°C) | Tatsächliche Betriebstemperatur im LED-Chip. | Jede Reduzierung um 10°C kann die Lebensdauer verdoppeln; zu hoch verursacht Lichtabfall, Farbverschiebung. |
| Lichtstromrückgang | L70 / L80 (Stunden) | Zeit, bis die Helligkeit auf 70% oder 80% des Anfangswerts sinkt. | Definiert direkt die "Nutzungsdauer" der LED. |
| Lichtstromerhaltung | % (z.B. 70%) | Prozentsatz der nach Zeit verbleibenden Helligkeit. | Gibt die Fähigkeit an, die Helligkeit über die langfristige Nutzung zu erhalten. |
| Farbverschiebung | Δu′v′ oder MacAdam-Ellipse | Grad der Farbänderung während der Verwendung. | Beeinflusst die Farbkonsistenz in Beleuchtungsszenen. |
| Thermisches Altern | Materialabbau | Verschlechterung aufgrund langfristig hoher Temperatur. | Kann zu Helligkeitsabfall, Farbänderung oder Leiterunterbrechung führen. |
Verpackung & Materialien
| Begriff | Gängige Typen | Einfache Erklärung | Merkmale & Anwendungen |
|---|---|---|---|
| Gehäusetyp | EMC, PPA, Keramik | Chip schützendes Gehäusematerial, bietet optische/thermische Schnittstelle. | EMC: gute Wärmebeständigkeit, niedrige Kosten; Keramik: bessere Wärmeableitung, längere Lebensdauer. |
| Chip-Struktur | Front, Flip-Chip | Chip-Elektrodenanordnung. | Flip-Chip: bessere Wärmeableitung, höhere Effizienz, für Hochleistung. |
| Phosphorbeschichtung | YAG, Silikat, Nitrid | Bedeckt den blauen Chip, wandelt einen Teil in gelb/rot um, mischt zu weiß. | Verschiedene Phosphore beeinflussen Effizienz, CCT und CRI. |
| Linse/Optik | Flach, Mikrolinse, TIR | Optische Struktur auf der Oberfläche, die die Lichtverteilung steuert. | Bestimmt den Betrachtungswinkel und die Lichtverteilungskurve. |
Qualitätskontrolle & Binning
| Begriff | Binning-Inhalt | Einfache Erklärung | Zweck |
|---|---|---|---|
| Lichtstrom-Bin | Code z.B. 2G, 2H | Nach Helligkeit gruppiert, jede Gruppe hat Mindest-/Maximal-Lumenwerte. | Sichert einheitliche Helligkeit in derselben Charge. |
| Spannungs-Bin | Code z.B. 6W, 6X | Nach Flussspannungsbereich gruppiert. | Erleichtert Treiberabgleich, verbessert Systemeffizienz. |
| Farb-Bin | 5-Schritt MacAdam-Ellipse | Nach Farbkoordinaten gruppiert, sichert engen Bereich. | Garantiert Farbkonsistenz, vermeidet ungleichmäßige Farbe innerhalb der Leuchte. |
| CCT-Bin | 2700K, 3000K usw. | Nach CCT gruppiert, jede hat entsprechenden Koordinatenbereich. | Erfüllt verschiedene Szenario-CCT-Anforderungen. |
Prüfung & Zertifizierung
| Begriff | Standard/Test | Einfache Erklärung | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| LM-80 | Lichtstromerhaltungstest | Langzeitbeleuchtung bei konstanter Temperatur, Aufzeichnung von Helligkeitsabfall. | Wird zur Schätzung der LED-Lebensdauer (mit TM-21) verwendet. |
| TM-21 | Lebensdauerschätzstandard | Schätzt Lebensdauer unter tatsächlichen Bedingungen basierend auf LM-80-Daten. | Bietet wissenschaftliche Lebensdauervorhersage. |
| IESNA | Beleuchtungstechnische Gesellschaft | Deckt optische, elektrische, thermische Testmethoden ab. | Industrieanerkannte Testbasis. |
| RoHS / REACH | Umweltzertifizierung | Stellt sicher, dass keine schädlichen Substanzen (Blei, Quecksilber) enthalten sind. | Marktzugangsvoraussetzung international. |
| ENERGY STAR / DLC | Energieeffizienzzertifizierung | Energieeffizienz- und Leistungszertifizierung für Beleuchtungsprodukte. | Wird in staatlichen Beschaffungen, Subventionsprogrammen verwendet, steigert Wettbewerbsfähigkeit. |