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SMD RGB LED LTSA-E35BCEGBW Datenblatt - 12mm Gehäuse - 5V Versorgung - ISELED Protokoll - Technische Dokumentation

Technisches Datenblatt für einen automobiltauglichen SMD RGB LED mit integriertem ISELED-Treiber. Merkmale: 5V Betrieb, serielle Kommunikation, Temperaturkompensation und AEC-Q102 Qualifizierung.
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PDF-Dokumentendeckel - SMD RGB LED LTSA-E35BCEGBW Datenblatt - 12mm Gehäuse - 5V Versorgung - ISELED Protokoll - Technische Dokumentation

1. Produktübersicht

Dieses Dokument erläutert die Spezifikationen eines hochleistungsfähigen, oberflächenmontierbaren RGB LED-Moduls für anspruchsvolle Kfz-Zubehörbeleuchtungen. Das Bauteil integriert rote, grüne und blaue LED-Chips mit einem dedizierten Treiber-IC, der das ISELED-Digitalkommunikationsprotokoll unterstützt. Diese Integration ermöglicht eine präzise Farbsteuerung, das Hintereinanderschalten mehrerer Einheiten und erweiterte Funktionen wie die Temperaturkompensation direkt im LED-Gehäuse.

1.1 Kernmerkmale und Vorteile

Der Hauptvorteil dieses Produkts ist die Kombination aus hoher LED-Leuchtkraft und intelligenter digitaler Steuerung in einem kompakten SMD-Gehäuse. Zu den wichtigsten Merkmalen zählen:

1.2 Zielmarkt und Anwendungen

Der primäre Zielmarkt ist die Automobilindustrie, insbesondere für Innen- und Außen-Zubehörbeleuchtungen, bei denen zuverlässige Leistung, präzise Farbsteuerung und Vernetzbarkeit erforderlich sind. Mögliche Anwendungsfälle sind Ambientebeleuchtung, Statusanzeigen und dekorative Beleuchtungselemente.

2. Technische Parameter: Detaillierte objektive Analyse

2.1 Absolute Maximalwerte und Betriebsbedingungen

Das Verständnis der Betriebsgrenzen ist entscheidend für ein zuverlässiges Design. Das Gerät arbeitet mit einer Versorgungsspannung von 4,5V bis 5,5V, die Nennspannung beträgt 5,0V. Der Umgebungsbetriebstemperaturbereich ist mit -40°C bis +110°C spezifiziert, die maximale Sperrschichttemperatur beträgt 125°C. Das Gerät ist für eine ESD-Festigkeit von 2 kV ausgelegt (HBM, Klasse H1C nach AEC-Q101-001). Die Lagerung sollte im Bereich von -40°C bis +125°C erfolgen.

2.2 Lichttechnische und optische Eigenschaften

Die optische Leistung wird bei einer Sperrschichttemperatur von 25°C unter Vollhelligkeitsbefehlen gemessen. Zu den wichtigsten Kennwerten gehören:

2.3 Elektrische und thermische Eigenschaften

Die elektrischen Eigenschaften zeigen den Leistungsverbrauch und die Anforderungen an das thermische Management des Geräts.

2.4 Einschalt-Reset und Kommunikationsschnittstelle

Das Gerät verfügt über eine Einschalt-Reset-Schaltung mit einem typischen Schwellwert von 4,2V (min 4,0V, max 4,4V). Die serielle Kommunikationsschnittstelle verwendet differenzielle Signalübertragung an den Pins SIO_P und SIO_N, wobei die Spannungspegel dem Vcc-Versorgungsbereich (4,5V bis 5,5V) entsprechen.

3. Analyse der Leistungskurven

3.1 Temperaturabhängigkeit der Lichtstärke

Die bereitgestellten Diagramme zeigen die relative Lichtstärke (normalisiert auf den Wert bei 25°C) in Abhängigkeit von der Sperrschichttemperatur für jede Primärfarbe und für Weiß. Eine wichtige Beobachtung ist der signifikante Abfall der Intensität der roten LED bei steigender Temperatur, was eine bekannte Eigenschaft von AlInGaP-Materialien ist. Dies unterstreicht die Bedeutung der integrierten Temperaturkompensationsfunktion, die den PWM-Tastgrad für Rot anpasst, um diesen Rückgang auszugleichen und die Farbstabilität zu erhalten.

3.2 Temperaturabhängigkeit der Farbart

Zusätzliche Diagramme zeigen die Verschiebung der Farbwertkoordinaten (ΔCx, ΔCy) mit der Sperrschichttemperatur. Diese Verschiebungen sind für die roten und blauen Kanäle am ausgeprägtesten. Die Daten bilden eine Grundlage für das Verständnis der Farbdrift im unkompensierten Betrieb und heben den Wert der Onboard-Kompensation und das Potenzial für eine systemweite Farbkalibrierung über die digitale Schnittstelle hervor.

4. Mechanische und Gehäuseinformationen

4.1 Gehäuseabmessungen und Umriss

Das Gerät verwendet ein oberflächenmontierbares Gehäuse. Die Maßzeichnung zeigt den physischen Bauraum und die Höhe. Alle kritischen Abmessungen sind in Millimetern mit einer allgemeinen Toleranz von ±0,2 mm angegeben, sofern nicht anders angegeben. Die Linse ist diffundiert, um den breiten Abstrahlwinkel von 120 Grad zu erreichen.

4.2 Pinbelegung und Funktion

Das Gerät hat eine 8-Pin-Konfiguration:

  1. PRG5:Masse (für LED-Fertigung/Test).
  2. SIO1_N:Serielle Kommunikation Master-Seite, negative differentielle Leitung.
  3. SIO1_P:Serielle Kommunikation Master-Seite, positive differentielle Leitung.
  4. GND:Masse (Pin 4).
  5. GND:Masse (Pin 5).
  6. SIO2_P:Serielle Kommunikation Slave-Seite, positive differentielle Leitung (zum Hintereinanderschalten).
  7. SIO2_N:Serielle Kommunikation Slave-Seite, negative differentielle Leitung.
  8. Vcc_5V:IC-Stromversorgung (5V).

Die doppelten Massepins (4 & 5) und die separaten Kommunikationsports ermöglichen eine robuste Stromverteilung und ein einfaches Hintereinanderschalten mehrerer Geräte.

5. Löt- und Montagerichtlinien

5.1 IR-Reflow-Lötprofil

Ein empfohlenes Reflow-Profil für bleifreies Löten wird bereitgestellt, das J-STD-020B entspricht. Das Profil legt wichtige Parameter fest, einschließlich Vorwärmung, Haltephase, Reflow-Spitzentemperatur (maximal 260°C für 10 Sekunden) und Abkühlraten. Die Einhaltung dieses Profils ist entscheidend, um thermische Schäden an den LED-Chips, dem Treiber-IC und den internen Bonddrähten zu verhindern und so die Langzeitzuverlässigkeit sicherzustellen.

5.2 Handhabungs- und Lagerhinweise

Das Gerät ist für JEDEC Level 2 vorbereitet. Das bedeutet, die feuchtigkeitsempfindlichen Komponenten werden getrocknet und mit einem Trockenmittel verpackt. Sobald der versiegelte Trockenbeutel geöffnet ist, müssen die Bauteile innerhalb einer bestimmten Zeitspanne (typischerweise 1 Jahr bei<10 % relativer Luftfeuchtigkeit oder kürzere Zeiten bei höherer Luftfeuchtigkeit) montiert oder gemäß den Herstelleranweisungen erneut getrocknet werden, um ein \"Popcorning\" während des Reflow-Lötens zu verhindern.

6. Funktionsbeschreibung und Systemarchitektur

6.1 Überblick über das interne Blockschaltbild

Das Funktionsblockschaltbild zeigt ein integriertes System. Der Kern ist ein \"Main Unit\"-Mikrocontroller, der die Kommunikation, PWM-Erzeugung und Systemfunktionen verwaltet. Er empfängt Befehle über die ISELED-Serialschnittstelle. Drei unabhängige, konfigurierbare Konstantstromsenken treiben die Anoden der roten, grünen und blauen LEDs an (Low-Side-Ansteuerung). Ein integrierter Analog-Digital-Wandler (ADC) misst periodisch die Gerätetemperatur über einen internen Sensor. Diese Daten werden von der Main Unit verwendet, um den PWM-Tastgrad für die rote LED dynamisch anzupassen und deren thermischen Abfall zu kompensieren. Der ADC kann auch beauftragt werden, andere analoge Werte zu messen. Ein One-Time Programmable (OTP) nichtflüchtiger Speicher speichert individuelle Gerätekalibrierungsdaten (z. B. für LED-Durchlassspannungsvariationen), die beim Einschalten in Register geladen werden.

6.2 PWM und Kommunikationsprotokoll

Die Helligkeit für jede Farbe wird über Pulsweitenmodulation (PWM) mit 8-Bit-Auflösung (256 Stufen) gesteuert. Das ISELED-Protokoll übernimmt die Übertragung dieser Helligkeitswerte, die Geräteadressierung und das Zurücklesen von Statusinformationen (wie Temperatur). Die bidirektionale Natur ermöglicht Diagnosekommunikation, um die Anwesenheit und den Zustand von Geräten in einer Kette zu überprüfen.

7. Anwendungsvorschläge und Designüberlegungen

7.1 Typische Anwendungsschaltungen

In einer typischen Anwendung würde ein Host-Mikrocontroller mit einem ISELED-Transceiver an die SIO1_P/N-Pins der ersten LED in einer Kette angeschlossen. Die SIO2_P/N-Pins dieser LED werden mit den SIO1_P/N-Pins der nächsten LED verbunden und so weiter. Eine einzelne 5V-Stromversorgungsleitung, die ausreichend mit lokalen Kondensatoren entkoppelt ist, versorgt alle LEDs in der Kette. Das Leiterplattenlayout muss niederohmige Masseverbindungen und ein ordnungsgemäßes thermisches Management gewährleisten, indem ausreichend große Kupferflächen verwendet werden, die mit den Massepins und dem thermischen Pad (falls im Footprint vorhanden) des Geräts verbunden sind, um Wärme abzuleiten.

7.2 Designüberlegungen

8. Technischer Vergleich und Differenzierung

Im Vergleich zu traditionellen analogen RGB LEDs bietet dieses Gerät erhebliche Vorteile:Präzision:Digitale Steuerung eliminiert Farbvariationen, die durch Durchlassspannungsunterschiede und Toleranzen analoger Treiber verursacht werden.Einfachheit:Reduziert die Anzahl der Steuerleitungen von mehreren PWM-Leitungen pro LED auf ein einziges Differenzpaar für eine ganze Kette.Intelligenz:Integrierte Temperaturkompensation und im OTP gespeicherte Kalibrierung gewährleisten eine konsistente Leistung ohne komplexe externe Schaltungen.Diagnose:Der bidirektionale Bus ermöglicht eine systemweite Zustandsüberwachung. Der Hauptnachteil ist die erhöhte Komplexität der Software für das digitale Kommunikationsprotokoll im Vergleich zur einfachen PWM-Erzeugung.

9. Häufig gestellte Fragen (basierend auf technischen Parametern)

F: Wie viele dieser LEDs kann ich in Reihe schalten?

A: Bis zu 4079 Geräte können über die ISELED-Schnittstelle in einer einzigen Daisy-Chain verbunden werden.

F: Funktioniert die Temperaturkompensation automatisch?

A: Ja, der interne Treiber-IC misst automatisch die Temperatur und passt den PWM-Tastgrad der roten LED an, um eine konstante Lichtstärke zu erhalten. Dies ist eine Hardware-Funktion, die unabhängig vom Host-Controller arbeitet.

F: Was ist der Zweck des OTP-Speichers?

A: Der OTP speichert individuelle Kalibrierungsdaten für jedes Gerät, wie z. B. Trim-Werte für die Stromsenken oder Farbkalibrierungskoeffizienten. Dies ermöglicht eine sehr einheitliche Leistung aller Einheiten in einer Produktionscharge.

F: Kann ich einen 3,3V-Mikrocontroller zur Kommunikation mit der 5V-LED verwenden?

A: Die SIO-Pins arbeiten auf dem Vcc-Pegel (4,5-5,5V). Eine direkte Verbindung mit einem 3,3V-Logikgerät ist möglicherweise nicht zuverlässig. Ein Pegelwandler oder ein ISELED-Transceiver-IC, der für einen niedrigeren Betriebsspannungsbereich ausgelegt ist, wäre erforderlich.

10. Praktisches Anwendungsbeispiel

Szenario: Ambientebeleuchtung für Automobiltürverkleidungen.Ein Designer möchte eine mehrzonige, farbwechselnde Ambientebeleuchtung entlang der Türverkleidung und der Armlehne implementieren. Mit dieser LED kann er eine lange Kette von LEDs (z. B. 50 Stück) erstellen, die von einem einzigen ISELED-Master im Türmodul gesteuert wird. Jede LED kann einzeln adressiert oder gruppiert werden. Der Host kann Befehle senden, um beliebige Farben oder dynamische Lichtmuster einzustellen. Die integrierte Temperaturkompensation stellt sicher, dass die Rotintensität stabil bleibt, selbst wenn sich die Türverkleidung durch Sonneneinstrahlung erwärmt, und verhindert so eine unerwünschte Farbverschiebung in Richtung Blau/Grün. Die Daisy-Chain-Verkabelung reduziert die Anzahl der benötigten Drähte im Vergleich zu einer parallelen RGB+Treiber-Lösung drastisch, vereinfacht das Kabelbaumdesign und senkt Kosten und Gewicht.

11. Einführung in das Funktionsprinzip

Das Gerät arbeitet nach einem Mixed-Signal-Prinzip. Der digitale Kern empfängt serielle Daten, decodiert Befehle und setzt Register, die die PWM-Tastgrade für drei unabhängige Hardware-PWM-Generatoren definieren. Diese PWM-Signale treiben Low-Side-MOSFETs an, die als Konstantstromsenken für die LEDs fungieren. Der Strompegel für jeden Kanal ist intern festgelegt (wahrscheinlich durch die OTP-Kalibrierung eingestellt). Die analoge Frontend umfasst den Temperatursensor, dessen Spannungsausgang vom ADC digitalisiert wird. Die digitale Logik verwendet diese Temperaturmessung, um eine vordefinierte Kompensationskurve anzuwenden und den Rot-PWM-Registerwert in Echtzeit zu ändern. Diese geschlossene Regelung (Temperatur messen, Ansteuerung anpassen) erfolgt autonom innerhalb des Geräts.

12. Technologietrends und Kontext

Dieses Produkt ist Teil eines klaren Trends in der LED-Beleuchtung: der Übergang von analogen zu digitalen, intelligenten Knoten. Das ISELED-Protokoll ist ein spezifisches Ökosystem, das für die Automobilbeleuchtung entwickelt wurde und mit anderen Standards wie SPI-basierten adressierbaren LEDs (z. B. WS2812B) oder Automotive Ethernet konkurriert. Die Integration von Sensorik (Temperatur) und Verarbeitung direkt in das LED-Gehäuse ermöglicht \"Smart Lighting\", bei dem jeder Lichtpunkt individuell kalibriert, überwacht und gesteuert werden kann. Dies erleichtert erweiterte Funktionen wie vorausschauende Wartung (Erkennung von LED-Degradation), komplexe adaptive Lichtmuster und nahtlose Farbabstimmung über verschiedene Materialien und Produktionschargen hinweg. Der Fokus auf AEC-Q-Qualifizierung und robuste Kommunikation macht es für die rauen elektrischen und umweltbedingten Bedingungen von Automobilanwendungen geeignet, einem wichtigen Wachstumsbereich für fortschrittliche LED-Technologie.

LED-Spezifikations-Terminologie

Vollständige Erklärung der LED-Technikbegriffe

Photoelektrische Leistung

Begriff Einheit/Darstellung Einfache Erklärung Warum wichtig
Lichtausbeute lm/W (Lumen pro Watt) Lichtausgang pro Watt Strom, höher bedeutet energieeffizienter. Bestimmt direkt den Energieeffizienzgrad und Stromkosten.
Lichtstrom lm (Lumen) Gesamtlicht, das von der Quelle emittiert wird, allgemein "Helligkeit" genannt. Bestimmt, ob das Licht hell genug ist.
Betrachtungswinkel ° (Grad), z.B. 120° Winkel, bei dem die Lichtintensität auf die Hälfte abfällt, bestimmt die Strahlbreite. Beeinflusst Beleuchtungsbereich und Gleichmäßigkeit.
Farbtemperatur K (Kelvin), z.B. 2700K/6500K Wärme/Kühle des Lichts, niedrigere Werte gelblich/warm, höhere weißlich/kühl. Bestimmt Beleuchtungsatmosphäre und geeignete Szenarien.
Farbwiedergabeindex Einheitenlos, 0–100 Fähigkeit, Objektfarben genau wiederzugeben, Ra≥80 ist gut. Beeinflusst Farbauthentizität, wird an anspruchsvollen Orten wie Einkaufszentren, Museen verwendet.
Farborttoleranz MacAdam-Ellipsenschritte, z.B. "5-Schritt" Metrik für Farbkonsistenz, kleinere Schritte bedeuten konsistentere Farbe. Sichert einheitliche Farbe über dieselbe Charge von LEDs.
Dominante Wellenlänge nm (Nanometer), z.B. 620nm (rot) Wellenlänge, die der Farbe farbiger LEDs entspricht. Bestimmt Farbton von roten, gelben, grünen monochromen LEDs.
Spektralverteilung Wellenlänge vs. Intensitätskurve Zeigt Intensitätsverteilung über Wellenlängen. Beeinflusst Farbwiedergabe und Farbqualität.

Elektrische Parameter

Begriff Symbol Einfache Erklärung Design-Überlegungen
Flussspannung Vf Mindestspannung zum Einschalten der LED, wie "Startschwelle". Treiberspannung muss ≥ Vf sein, Spannungen addieren sich für serielle LEDs.
Flussstrom If Stromwert für normalen LED-Betrieb. Normalerweise Konstantstromantrieb, Strom bestimmt Helligkeit & Lebensdauer.
Max. Pulsstrom Ifp Spitzenstrom, der für kurze Zeit erträglich ist, wird für Dimmen oder Blinken verwendet. Pulsbreite & Tastverhältnis müssen streng kontrolliert werden, um Schäden zu vermeiden.
Sperrspannung Vr Maximale Sperrspannung, die die LED aushalten kann, darüber kann es zum Durchbruch kommen. Schaltung muss verhindern, dass umgekehrte Verbindung oder Spannungsspitzen auftreten.
Wärmewiderstand Rth (°C/W) Widerstand gegen Wärmeübertragung vom Chip zum Lötpunkt, niedriger ist besser. Hoher Wärmewiderstand erfordert stärkere Wärmeableitung.
ESD-Immunität V (HBM), z.B. 1000V Fähigkeit, elektrostatische Entladung zu widerstehen, höher bedeutet weniger anfällig. In der Produktion sind antistatische Maßnahmen erforderlich, insbesondere für empfindliche LEDs.

Wärmemanagement & Zuverlässigkeit

Begriff Schlüsselmetrik Einfache Erklärung Auswirkung
Sperrschichttemperatur Tj (°C) Tatsächliche Betriebstemperatur im LED-Chip. Jede Reduzierung um 10°C kann die Lebensdauer verdoppeln; zu hoch verursacht Lichtabfall, Farbverschiebung.
Lichtstromrückgang L70 / L80 (Stunden) Zeit, bis die Helligkeit auf 70% oder 80% des Anfangswerts sinkt. Definiert direkt die "Nutzungsdauer" der LED.
Lichtstromerhaltung % (z.B. 70%) Prozentsatz der nach Zeit verbleibenden Helligkeit. Gibt die Fähigkeit an, die Helligkeit über die langfristige Nutzung zu erhalten.
Farbverschiebung Δu′v′ oder MacAdam-Ellipse Grad der Farbänderung während der Verwendung. Beeinflusst die Farbkonsistenz in Beleuchtungsszenen.
Thermisches Altern Materialabbau Verschlechterung aufgrund langfristig hoher Temperatur. Kann zu Helligkeitsabfall, Farbänderung oder Leiterunterbrechung führen.

Verpackung & Materialien

Begriff Gängige Typen Einfache Erklärung Merkmale & Anwendungen
Gehäusetyp EMC, PPA, Keramik Chip schützendes Gehäusematerial, bietet optische/thermische Schnittstelle. EMC: gute Wärmebeständigkeit, niedrige Kosten; Keramik: bessere Wärmeableitung, längere Lebensdauer.
Chip-Struktur Front, Flip-Chip Chip-Elektrodenanordnung. Flip-Chip: bessere Wärmeableitung, höhere Effizienz, für Hochleistung.
Phosphorbeschichtung YAG, Silikat, Nitrid Bedeckt den blauen Chip, wandelt einen Teil in gelb/rot um, mischt zu weiß. Verschiedene Phosphore beeinflussen Effizienz, CCT und CRI.
Linse/Optik Flach, Mikrolinse, TIR Optische Struktur auf der Oberfläche, die die Lichtverteilung steuert. Bestimmt den Betrachtungswinkel und die Lichtverteilungskurve.

Qualitätskontrolle & Binning

Begriff Binning-Inhalt Einfache Erklärung Zweck
Lichtstrom-Bin Code z.B. 2G, 2H Nach Helligkeit gruppiert, jede Gruppe hat Mindest-/Maximal-Lumenwerte. Sichert einheitliche Helligkeit in derselben Charge.
Spannungs-Bin Code z.B. 6W, 6X Nach Flussspannungsbereich gruppiert. Erleichtert Treiberabgleich, verbessert Systemeffizienz.
Farb-Bin 5-Schritt MacAdam-Ellipse Nach Farbkoordinaten gruppiert, sichert engen Bereich. Garantiert Farbkonsistenz, vermeidet ungleichmäßige Farbe innerhalb der Leuchte.
CCT-Bin 2700K, 3000K usw. Nach CCT gruppiert, jede hat entsprechenden Koordinatenbereich. Erfüllt verschiedene Szenario-CCT-Anforderungen.

Prüfung & Zertifizierung

Begriff Standard/Test Einfache Erklärung Bedeutung
LM-80 Lichtstromerhaltungstest Langzeitbeleuchtung bei konstanter Temperatur, Aufzeichnung von Helligkeitsabfall. Wird zur Schätzung der LED-Lebensdauer (mit TM-21) verwendet.
TM-21 Lebensdauerschätzstandard Schätzt Lebensdauer unter tatsächlichen Bedingungen basierend auf LM-80-Daten. Bietet wissenschaftliche Lebensdauervorhersage.
IESNA Beleuchtungstechnische Gesellschaft Deckt optische, elektrische, thermische Testmethoden ab. Industrieanerkannte Testbasis.
RoHS / REACH Umweltzertifizierung Stellt sicher, dass keine schädlichen Substanzen (Blei, Quecksilber) enthalten sind. Marktzugangsvoraussetzung international.
ENERGY STAR / DLC Energieeffizienzzertifizierung Energieeffizienz- und Leistungszertifizierung für Beleuchtungsprodukte. Wird in staatlichen Beschaffungen, Subventionsprogrammen verwendet, steigert Wettbewerbsfähigkeit.