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SMD RGB-LED mit integriertem Treiber - LTSA-E27CQEGBW Datenblatt - Technisches Dokument

Technisches Datenblatt für den LTSA-E27CQEGBW, eine oberflächenmontierbare RGB-LED mit integriertem Konstantstromtreiber, Temperaturkompensation und serieller Schnittstelle.
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PDF-Dokumentendeckel - SMD RGB-LED mit integriertem Treiber - LTSA-E27CQEGBW Datenblatt - Technisches Dokument

1. Produktübersicht

Das LTSA-E27CQEGBW ist ein hochleistungsfähiges, oberflächenmontierbares RGB-LED-Modul, das für automatisierte Bestückung und platzbeschränkte Anwendungen konzipiert ist. Es integriert einzelne AlInGaP-Rot-, InGaN-Grün- und InGaN-Blau-LED-Chips in einem einzigen, kompakten Gehäuse. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal dieses Produkts ist der integrierte 8-16-Bit, 3-Kanal-Konstantstromtreiber und Steuer-IC, der fortschrittliche Funktionen wie PWM-Dimmung, Temperaturkompensation und serielle Datenkommunikation bietet. Diese Integration vereinfacht das Systemdesign, indem externe Bauteile und der Leiterplattenplatzbedarf reduziert werden.

Das Modul ist in einem Gehäuse mit Streulinse untergebracht, die das Licht der einzelnen Farbchips vermischt, um eine gleichmäßigere Farbausgabe und einen größeren Betrachtungswinkel zu erzeugen. Es wird auf 8-mm-Tape geliefert, das auf 7-Zoll-Durchmesser-Spulen aufgewickelt ist, wodurch es vollständig mit schnellen automatischen Pick-and-Place-Bestückungsgeräten kompatibel ist. Das Bauteil ist für die Einhaltung der RoHS-Standards ausgelegt und gemäß JEDEC Level 2 vorbehandelt, um die Zuverlässigkeit zu erhöhen.

1.1 Kernmerkmale und Vorteile

1.2 Zielanwendungen und Märkte

Diese LED ist für Anwendungen konzipiert, die zuverlässige, kompakte und intelligente Mehrfarben-Beleuchtungslösungen erfordern. Ihre primären Zielmärkte umfassen:

2. Analyse der technischen Parameter

Der folgende Abschnitt bietet eine detaillierte, objektive Analyse der im Datenblatt spezifizierten elektrischen, optischen und thermischen Parameter. Das Verständnis dieser Parameter ist entscheidend für ein korrektes Schaltungsdesign und die Leistungsvorhersage.

2.1 Absolute Maximalwerte

Diese Werte definieren die Belastungsgrenzen, jenseits derer dauerhafte Schäden am Bauteil auftreten können. Ein Betrieb unter diesen Bedingungen ist nicht garantiert.

2.2 Elektrische und optische Kenngrößen

Diese Parameter werden unter typischen Bedingungen (Ta=25°C, VDD=5V, 8-Bit-PWM-Einstellung bei maximalem Farbwert) gemessen und definieren die erwartete Leistung.

2.3 Thermische Kenngrößen

Das Wärmemanagement ist entscheidend für die Lebensdauer und Leistungsstabilität der LED.

3. Binning und Farbkonstanz

Das Datenblatt verweist auf ein Binning-System basierend auf dem D65-Weißpunkt mit einer Toleranz von 3 MacAdam-Ellipsen (3-Schritt). Dies ist eine Standardmethode in der Beleuchtungsindustrie, um Farbkonstanz zu definieren.

4. Analyse der Leistungskurven

Die typischen Leistungskurven geben Aufschluss über das Verhalten des Bauteils unter verschiedenen Bedingungen.

4.1 Spektrale Verteilung

Das Diagramm der relativen Intensität gegenüber der Wellenlänge (Abb.1) zeigt das Lichtausgangsspektrum für jeden Farbchip (Rot, Grün, Blau). Wichtige Beobachtungen umfassen die schmalen, klar definierten Peaks, die für moderne LED-Halbleiter charakteristisch sind. Der rote AlInGaP-Chip zeigt typischerweise einen Peak bei etwa 620 nm, der grüne InGaN-Chip bei etwa 525 nm und der blaue InGaN-Chip bei etwa 465 nm. Die Breite dieser Peaks (Full Width at Half Maximum, FWHM) beeinflusst die Farbreinheit.

3.2 Temperatur vs. Leistung

Die Kurve Max. Farb-Sollwert vs. Temperatur (Abb.2) zeigt wahrscheinlich, wie sich der maximal erreichbare PWM-Tastgrad oder Strom-Sollwert für einen stabilen Betrieb mit der Umgebungstemperatur ändern kann. Dieses Diagramm ist für die Entwicklung von Systemen, die über den gesamten Temperaturbereich zuverlässig arbeiten, unerlässlich, um sicherzustellen, dass der Treiber-IC nicht in einen thermischen Abschaltzustand gerät oder die Ausgabe vorzeitig reduziert.

4.3 Räumliches Abstrahlverhalten

Die Darstellung der räumlichen Verteilung (Abb.3) visualisiert den 120-Grad-Betrachtungswinkel. Sie zeigt, wie die Lichtintensität als Funktion des Winkels von der Mittelachse (0 Grad) verteilt ist. Die Streulinse erzeugt ein lambertisches oder nahezu lambertisches Muster, bei dem die Intensität in der Mitte am höchsten ist und zu den Rändern hin gleichmäßig abnimmt, was eine gleichmäßige Sichtbarkeit außerhalb der Achse bietet.

5. Mechanische und Gehäuseinformationen

5.1 Gehäuseabmessungen und Toleranzen

Das Bauteil entspricht einem Standard-SMD-Fußabdruck. Alle kritischen Abmessungen sind in Millimetern angegeben. Die allgemeine Toleranz für Gehäuseabmessungen beträgt ±0,2 mm, es sei denn, ein bestimmtes Merkmal hat eine andere Angabe. Entwickler müssen sich auf die detaillierte mechanische Zeichnung im Datenblatt beziehen, um das genaue Pad-Layout, die Bauteilhöhe und die Linsenabmessungen zu ermitteln, um ein korrektes Leiterplatten-Land-Pattern-Design und ausreichenden Abstand zu umgebenden Bauteilen sicherzustellen.

5.2 Pinbelegung und Funktion

Das 8-polige Bauteil hat folgende Pinbelegung und Funktionen:

1. LED VDD: Versorgungseingang für den gemeinsamen Anodenanschluss der LEDs. Muss zusammen mit Pin 7 versorgt werden.

2. CKO: Clock-Signal-Ausgang für kaskadierte Bauteile.

3. DAO: Serieller Datenausgang für Kaskadierung.

4. VPP: Hochspannungsversorgung (9-10 V) für die Programmierung des OTP-Speichers (One-Time Programmable). Wird für Lese-/Standby-Betrieb auf 5 V gehalten.

5. CKI: Clock-Signal-Eingang.

6. DAI: Serieller Dateneingang.

7. VDD: Primäre Versorgungsspannung (3,3-5,5 V) für den internen IC.

8. GND: Massebezug.

Wichtiger Hinweis:Sowohl LED VDD (Pin 1) als auch VDD (Pin 7) müssen gleichzeitig mit Spannung versorgt werden, um einen korrekten Betrieb zu gewährleisten.

6. Löt- und Bestückungsrichtlinien

6.1 Empfohlenes Reflow-Profil

Das Datenblatt enthält ein empfohlenes Infrarot-Reflow-Lötprofil für bleifreie Prozesse. Typische Schlüsselparameter umfassen:

- Vorwärmen:Ein allmählicher Anstieg, um das Flussmittel zu aktivieren und thermischen Schock zu minimieren.

- Haltephase (Thermische Stabilisierung):Ein Plateau, um eine gleichmäßige Erwärmung der Leiterplatte und des Bauteils sicherzustellen.

- Reflow:Die Spitzentemperaturzone, für die das Datenblatt maximal 260°C für bis zu 10 Sekunden (gemessen an den Bauteilanschlüssen) angibt. Dies ist ein Standard-JEDEC-Profil für feuchtigkeitsempfindliche Bauteile.

- Abkühlung:Eine kontrollierte Abkühlphase, um die Lötstellen ordnungsgemäß zu verfestigen.

Es ist zwingend erforderlich, dieses Profil einzuhalten, um Schäden am LED-Gehäuse, der Linse oder den internen Bonddrähten durch übermäßige Hitze oder thermische Belastung zu verhindern.

6.2 Pick-and-Place und Handhabung

Das Bauteil wird auf 8-mm-Tape auf 7\"-Spulen geliefert und ist mit Standard-SMT-Bestückungsgeräten kompatibel. Die geringe Bauhöhe (typ. 0,65 mm) erfordert eine sorgfältige Handhabung, um mechanische Belastungen zu vermeiden. Während des Pick-and-Place sollten Vakuumdüsen mit geeigneter Größe und Druck verwendet werden, um Schäden an der Linse oder dem Gehäuse zu verhindern. Die empfohlenen Werkzeuge für diesen Prozess sind in den Revisionshinweisen des Datenblatts spezifiziert.

7. Funktionsbeschreibung und Anwendungsschaltung

7.1 Internes Blockschaltbild und Funktionsprinzip

Das Kernstück des Moduls ist ein dreikanaliger Konstantstrom-Senken-Treiber. Jeder Kanal regelt unabhängig den Strom durch seine jeweilige LED (Rot, Grün, Blau) auf den programmierten Wert, unabhängig von Schwankungen der Durchlassspannung (Vf) der LED-Chips. Dies gewährleistet eine konsistente Farbausgabe über verschiedene Einheiten und im Zeitverlauf. Der Strompegel für jeden Kanal wird über ein 7-Bit-Register eingestellt (ermöglicht 128 diskrete Strompegel). Dimmen und Farbmischen werden durch einen hochauflösenden 16-Bit-PWM-Controller für jeden Kanal erreicht, der über 65.000 Helligkeitsstufen für extrem sanfte Übergänge bietet.

7.2 Typische Anwendungsschaltung

Eine grundlegende Anwendungsschaltung erfordert:

1. Eine stabile 3,3-V- bis 5,5-V-Versorgung, die sowohl an VDD (Pin 7) als auch an LED VDD (Pin 1) angeschlossen wird.

2. Einen 0,1-µF-Entkopplungskondensator, der möglichst nah zwischen dem VDD-Pin (7) und GND (Pin 8) platziert wird, um hochfrequentes Rauschen zu filtern und einen stabilen IC-Betrieb zu gewährleisten.

3. Für die seriellen Kommunikationsleitungen (CKI und DAI) wird empfohlen, Platz für kleine RC-Tiefpassfilter (Widerstand und Kondensator gegen Masse) auf der Leiterplatte vorzusehen. Diese Filter helfen, die Signalintegrität in elektrisch gestörten Umgebungen oder bei langen Leiterbahnlängen zu verbessern. Die genauen Bauteilwerte sollten basierend auf der spezifischen Systemtaktfrequenz und den Rauscheigenschaften bestimmt werden.

4. Der VPP-Pin (4) muss an eine Spannungsquelle angeschlossen werden. Für den Normalbetrieb (OTP-Lesen, Standby) kann er mit 5 V verbunden werden. Um den OTP-Speicher zu programmieren (zum Speichern von Standardeinstellungen wie Farbkalibrierung), muss während des Programmiervorgangs eine Spannung zwischen 9,0 V und 10,0 V an diesen Pin angelegt werden.

7.3 Datenkommunikation und Kaskadierung

Das Bauteil verwendet ein synchrones serielles Protokoll. Zur Steuerung muss ein Mikrocontroller 56-Bit-Datenrahmen senden. Es gibt zwei Hauptrahmentypen, die durch ein 3-Bit-Kommando-Feld ausgewählt werden:

- PWM-Daten (CMD=001):Dieser 56-Bit-Rahmen enthält die 16-Bit-PWM-Werte für jeden der drei Farbkanäle (insgesamt 48 Bit) sowie Kommando- und CRC-Bits. Diese Daten steuern die momentane Helligkeit.

- Primäre Registerdaten (CMD=010):Dieser Rahmen programmiert die Konfigurationsregister des Bauteils, Einstellungen wie globale Stromgrenzen, PWM-Konfiguration und das Aktivieren von Funktionen wie Temperaturkompensation oder Schlafmodus.

Mehrere Bauteile können durch Verbinden von DAO und CKO des ersten Bauteils mit DAI und CKI des nächsten in Reihe geschaltet werden. Ein einzelner Datenstrom wird zum ersten Bauteil gesendet und durchläuft die Kette. Alle Bauteile in der Kette übernehmen ihre neuen Daten gleichzeitig, wenn die Taktleitung (CKI) für mehr als 150 Mikrosekunden (das Latch-Signal) hoch gehalten wird.

8. Designüberlegungen und Anwendungshinweise

8.1 Wärmemanagement

Trotz des integrierten Treibers bleibt die Wärmeableitung entscheidend. Der thermische Widerstand von der Sperrschicht zur Lötstelle (Rth JS) ist angegeben. Entwickler müssen die erwartete Verlustleistung berechnen (P_diss = Vf_Rot * I_Rot + Vf_Grün * I_Grün + Vf_Blau * I_Blau + (VDD * I_IC)) und sicherstellen, dass die Leiterplatte einen ausreichenden Wärmepfad bietet (durch Wärmevias, Kupferflächen), um die Sperrschichttemperatur (Tj) deutlich unter dem Maximum von 125°C, idealerweise unter 85°C für langfristige Zuverlässigkeit, zu halten. Der eingebaute Temperatursensor und die Kompensation für die rote LED helfen, die optische Leistung aufrechtzuerhalten, beseitigen aber nicht die Notwendigkeit eines guten physikalischen Wärmedesigns.

8.2 Versorgungsreihenfolge und Entkopplung

Die Anforderung, sowohl VDD als auch LED VDD gemeinsam zu versorgen, ist kritisch. Eine Einschaltsequenz, bei der eine vor der anderen aktiviert wird, könnte den internen IC oder die LEDs in einen undefinierten Zustand versetzen und möglicherweise Latch-up oder Schäden verursachen. Der 0,1-µF-Entkopplungskondensator an VDD ist nicht optional; er ist notwendig, um Spannungseinbrüche während schneller PWM-Schaltvorgänge zu verhindern, die dazu führen könnten, dass der IC zurückgesetzt wird oder sich unvorhersehbar verhält.

8.3 Signalintegrität bei Kaskadierung

Bei der Kaskadierung vieler Bauteile kann es zu Signalverschlechterungen entlang der Takt- und Datenleitungen kommen. Die empfohlenen RC-Filter an den CKI- und DAI-Eingängen jedes Bauteils helfen, Überschwinger und Rauschen zu unterdrücken. Für sehr lange Ketten oder hohe Taktfrequenzen können zusätzliche Maßnahmen wie eine ordnungsgemäße Impedanzanpassung, kürzere Leiterbahnen oder Puffer-Chips erforderlich sein, um eine zuverlässige Kommunikation zum letzten Bauteil in der Kette sicherzustellen.

9. Vergleich und Differenzierung

Im Vergleich zu einer Standard-RGB-LED ohne Treiber bietet das LTSA-E27CQEGBW erhebliche Vorteile:

- Vereinfachtes Design:Keine externen strombegrenzenden Widerstände oder Transistortreiber für jeden Kanal erforderlich.

- Präzision und Konsistenz:Der Konstantstromtreiber stellt sicher, dass in jeder LED derselbe Strom fließt, was zu einer konsistenteren Farbe und Helligkeit von Einheit zu Einheit führt, unabhängig von geringfügigen Vf-Schwankungen.

- Fortschrittliche Funktionen:Integrierte Temperaturkompensation, hochauflösende PWM und serielle Steuerung sind Funktionen, die typischerweise nur in externen Treiber-ICs, nicht jedoch im LED-Gehäuse selbst zu finden sind.

- Reduzierte Bauteilanzahl und Leiterplattenplatz:Integriert die Treiberfunktionalität in den LED-Fußabdruck und spart wertvollen Leiterplattenplatz.

Der Kompromiss ist eine erhöhte Komplexität in der Steuerungssoftware (Handhabung des seriellen Protokolls) und etwas höhere Bauteilkosten im Vergleich zu einer einfachen LED.

10. Häufig gestellte Fragen (FAQ)

F1: Kann ich diese LED mit einem einfachen Mikrocontroller-GPIO-Pin und einem Widerstand ansteuern?

A: Nein. Die LED-Anoden sind intern mit den Stromsenken des Treiber-ICs verbunden. Sie müssen den LED-VDD-Pin mit Strom versorgen und das Bauteil über seine serielle Schnittstelle (CKI, DAI) steuern. Ein direkter Anschluss an GPIO funktioniert nicht und kann das Bauteil beschädigen.

F2: Welchen Zweck hat der OTP-Speicher?

A: Der einmal programmierbare Speicher (OTP) ermöglicht es, Standardkonfigurationseinstellungen (wie Anfangshelligkeit, Farbkalibrierungs-Offsets oder Funktionsfreigaben) dauerhaft im LED-Modul zu speichern. Bei Spannungsversorgung kann der IC diese Einstellungen aus dem OTP lesen und sich automatisch konfigurieren, wodurch der Initialisierungscode im Host-Mikrocontroller reduziert wird.

F3: Wie berechne ich den Gesamtstromverbrauch?

A: Sie müssen sowohl die LED-Leistung als auch die IC-Leistung berücksichtigen. Für LEDs: P_led = (Avg_Current_Rot * Vf_Rot) + (Avg_Current_Grün * Vf_Grün) + (Avg_Current_Blau * Vf_Blau). Vf kann aus der IV-Kurve oder typischen Werten für die Chip-Technologie geschätzt werden (~2,0 V für Rot AlInGaP, ~3,2 V für Grün/Blau InGaN). Für den IC: P_ic ≈ VDD * I_q (Ruhestrom, aus den Anwendungshinweisen). Die Durchschnittsströme hängen von Ihren PWM-Tastverhältnissen ab.

F4: Ist ein Kühlkörper erforderlich?

A: Für die meisten Anwendungen mit niedrigem bis mittlerem Tastverhältnis bei Raumtemperatur ist der Wärmepfad über die Lötstellen auf der Leiterplatte ausreichend. Für Anwendungen, bei denen alle drei LEDs kontinuierlich mit voller Helligkeit betrieben werden oder in hohen Umgebungstemperaturen, ist jedoch ein sorgfältiges thermisches Design der Leiterplatte (Wärmevias, Kupferfläche) unerlässlich. Ein separater Metallkühlkörper wird typischerweise nicht direkt an dieses SMD-Gehäuse angebracht.

LED-Spezifikations-Terminologie

Vollständige Erklärung der LED-Technikbegriffe

Photoelektrische Leistung

Begriff Einheit/Darstellung Einfache Erklärung Warum wichtig
Lichtausbeute lm/W (Lumen pro Watt) Lichtausgang pro Watt Strom, höher bedeutet energieeffizienter. Bestimmt direkt den Energieeffizienzgrad und Stromkosten.
Lichtstrom lm (Lumen) Gesamtlicht, das von der Quelle emittiert wird, allgemein "Helligkeit" genannt. Bestimmt, ob das Licht hell genug ist.
Betrachtungswinkel ° (Grad), z.B. 120° Winkel, bei dem die Lichtintensität auf die Hälfte abfällt, bestimmt die Strahlbreite. Beeinflusst Beleuchtungsbereich und Gleichmäßigkeit.
Farbtemperatur K (Kelvin), z.B. 2700K/6500K Wärme/Kühle des Lichts, niedrigere Werte gelblich/warm, höhere weißlich/kühl. Bestimmt Beleuchtungsatmosphäre und geeignete Szenarien.
Farbwiedergabeindex Einheitenlos, 0–100 Fähigkeit, Objektfarben genau wiederzugeben, Ra≥80 ist gut. Beeinflusst Farbauthentizität, wird an anspruchsvollen Orten wie Einkaufszentren, Museen verwendet.
Farborttoleranz MacAdam-Ellipsenschritte, z.B. "5-Schritt" Metrik für Farbkonsistenz, kleinere Schritte bedeuten konsistentere Farbe. Sichert einheitliche Farbe über dieselbe Charge von LEDs.
Dominante Wellenlänge nm (Nanometer), z.B. 620nm (rot) Wellenlänge, die der Farbe farbiger LEDs entspricht. Bestimmt Farbton von roten, gelben, grünen monochromen LEDs.
Spektralverteilung Wellenlänge vs. Intensitätskurve Zeigt Intensitätsverteilung über Wellenlängen. Beeinflusst Farbwiedergabe und Farbqualität.

Elektrische Parameter

Begriff Symbol Einfache Erklärung Design-Überlegungen
Flussspannung Vf Mindestspannung zum Einschalten der LED, wie "Startschwelle". Treiberspannung muss ≥ Vf sein, Spannungen addieren sich für serielle LEDs.
Flussstrom If Stromwert für normalen LED-Betrieb. Normalerweise Konstantstromantrieb, Strom bestimmt Helligkeit & Lebensdauer.
Max. Pulsstrom Ifp Spitzenstrom, der für kurze Zeit erträglich ist, wird für Dimmen oder Blinken verwendet. Pulsbreite & Tastverhältnis müssen streng kontrolliert werden, um Schäden zu vermeiden.
Sperrspannung Vr Maximale Sperrspannung, die die LED aushalten kann, darüber kann es zum Durchbruch kommen. Schaltung muss verhindern, dass umgekehrte Verbindung oder Spannungsspitzen auftreten.
Wärmewiderstand Rth (°C/W) Widerstand gegen Wärmeübertragung vom Chip zum Lötpunkt, niedriger ist besser. Hoher Wärmewiderstand erfordert stärkere Wärmeableitung.
ESD-Immunität V (HBM), z.B. 1000V Fähigkeit, elektrostatische Entladung zu widerstehen, höher bedeutet weniger anfällig. In der Produktion sind antistatische Maßnahmen erforderlich, insbesondere für empfindliche LEDs.

Wärmemanagement & Zuverlässigkeit

Begriff Schlüsselmetrik Einfache Erklärung Auswirkung
Sperrschichttemperatur Tj (°C) Tatsächliche Betriebstemperatur im LED-Chip. Jede Reduzierung um 10°C kann die Lebensdauer verdoppeln; zu hoch verursacht Lichtabfall, Farbverschiebung.
Lichtstromrückgang L70 / L80 (Stunden) Zeit, bis die Helligkeit auf 70% oder 80% des Anfangswerts sinkt. Definiert direkt die "Nutzungsdauer" der LED.
Lichtstromerhaltung % (z.B. 70%) Prozentsatz der nach Zeit verbleibenden Helligkeit. Gibt die Fähigkeit an, die Helligkeit über die langfristige Nutzung zu erhalten.
Farbverschiebung Δu′v′ oder MacAdam-Ellipse Grad der Farbänderung während der Verwendung. Beeinflusst die Farbkonsistenz in Beleuchtungsszenen.
Thermisches Altern Materialabbau Verschlechterung aufgrund langfristig hoher Temperatur. Kann zu Helligkeitsabfall, Farbänderung oder Leiterunterbrechung führen.

Verpackung & Materialien

Begriff Gängige Typen Einfache Erklärung Merkmale & Anwendungen
Gehäusetyp EMC, PPA, Keramik Chip schützendes Gehäusematerial, bietet optische/thermische Schnittstelle. EMC: gute Wärmebeständigkeit, niedrige Kosten; Keramik: bessere Wärmeableitung, längere Lebensdauer.
Chip-Struktur Front, Flip-Chip Chip-Elektrodenanordnung. Flip-Chip: bessere Wärmeableitung, höhere Effizienz, für Hochleistung.
Phosphorbeschichtung YAG, Silikat, Nitrid Bedeckt den blauen Chip, wandelt einen Teil in gelb/rot um, mischt zu weiß. Verschiedene Phosphore beeinflussen Effizienz, CCT und CRI.
Linse/Optik Flach, Mikrolinse, TIR Optische Struktur auf der Oberfläche, die die Lichtverteilung steuert. Bestimmt den Betrachtungswinkel und die Lichtverteilungskurve.

Qualitätskontrolle & Binning

Begriff Binning-Inhalt Einfache Erklärung Zweck
Lichtstrom-Bin Code z.B. 2G, 2H Nach Helligkeit gruppiert, jede Gruppe hat Mindest-/Maximal-Lumenwerte. Sichert einheitliche Helligkeit in derselben Charge.
Spannungs-Bin Code z.B. 6W, 6X Nach Flussspannungsbereich gruppiert. Erleichtert Treiberabgleich, verbessert Systemeffizienz.
Farb-Bin 5-Schritt MacAdam-Ellipse Nach Farbkoordinaten gruppiert, sichert engen Bereich. Garantiert Farbkonsistenz, vermeidet ungleichmäßige Farbe innerhalb der Leuchte.
CCT-Bin 2700K, 3000K usw. Nach CCT gruppiert, jede hat entsprechenden Koordinatenbereich. Erfüllt verschiedene Szenario-CCT-Anforderungen.

Prüfung & Zertifizierung

Begriff Standard/Test Einfache Erklärung Bedeutung
LM-80 Lichtstromerhaltungstest Langzeitbeleuchtung bei konstanter Temperatur, Aufzeichnung von Helligkeitsabfall. Wird zur Schätzung der LED-Lebensdauer (mit TM-21) verwendet.
TM-21 Lebensdauerschätzstandard Schätzt Lebensdauer unter tatsächlichen Bedingungen basierend auf LM-80-Daten. Bietet wissenschaftliche Lebensdauervorhersage.
IESNA Beleuchtungstechnische Gesellschaft Deckt optische, elektrische, thermische Testmethoden ab. Industrieanerkannte Testbasis.
RoHS / REACH Umweltzertifizierung Stellt sicher, dass keine schädlichen Substanzen (Blei, Quecksilber) enthalten sind. Marktzugangsvoraussetzung international.
ENERGY STAR / DLC Energieeffizienzzertifizierung Energieeffizienz- und Leistungszertifizierung für Beleuchtungsprodukte. Wird in staatlichen Beschaffungen, Subventionsprogrammen verwendet, steigert Wettbewerbsfähigkeit.