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SMD Seiten-LED 57-11UTC/S827-1/TR8 Datenblatt - P-LCC-4 Gehäuse - Weiß - 20mA - Technisches Dokument

Umfassendes technisches Datenblatt für die SMD Seitenansichts-Weißlicht-LED 57-11UTC/S827-1/TR8. Merkmale: P-LCC-4 Gehäuse, hohe Lichtstärke, großer Betrachtungswinkel, RoHS/REACH konform. Enthält elektrische, optische und mechanische Spezifikationen.
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PDF-Dokumentendeckel - SMD Seiten-LED 57-11UTC/S827-1/TR8 Datenblatt - P-LCC-4 Gehäuse - Weiß - 20mA - Technisches Dokument

Inhaltsverzeichnis

1. Produktübersicht

Die 57-11UTC/S827-1/TR8 ist eine hochleistungsfähige, weiße Leuchtdiode (LED) in einem kompakten P-LCC-4 Oberflächenmontagegehäuse (SMD). Diese Seitenansichts-LED ist für eine effiziente und zuverlässige Beleuchtung in einer Vielzahl moderner elektronischer Anwendungen konzipiert, bei denen Platz und Stromverbrauch kritische Einschränkungen darstellen.

Das Bauteil verfügt über ein weißes Gehäuse mit wasserklarem Harz und nutzt InGaN-Chip-Technologie zur Erzeugung von weißem Licht. Ein wesentlicher Designaspekt ist der große Betrachtungswinkel, der durch ein optimiertes Inter-Reflektor-Design innerhalb des Gehäuses erreicht wird. Dieses Design verbessert die Lichteinkopplung und macht die LED besonders geeignet für Anwendungen mit Lichtleitern, bei denen eine gleichmäßige Seitenbeleuchtung erforderlich ist. Ihr geringer Strombedarf macht sie zudem zu einer idealen Komponente für batteriebetriebene tragbare Geräte und andere Anwendungen, bei denen Energieeffizienz oberste Priorität hat.

Das Produkt entspricht strengen Umwelt- und Qualitätsstandards, ist bleifrei, erfüllt die EU-RoHS- und REACH-Verordnungen und entspricht halogenfreien Anforderungen (Br<900ppm, Cl<900ppm, Br+Cl<1500ppm). Es ist zudem gemäß JEDEC J-STD-020D Level 3 für Feuchtigkeitssensitivität vorkonditioniert.

1.1 Kernvorteile und Zielmarkt

Kernvorteile:

Zielanwendungen:

2. Vertiefung der technischen Parameter

Dieser Abschnitt bietet eine detaillierte, objektive Analyse der im Datenblatt angegebenen wesentlichen elektrischen, optischen und thermischen Parameter.

2.1 Absolute Maximalwerte

Diese Werte definieren die Grenzen, jenseits derer dauerhafte Schäden am Bauteil auftreten können. Ein Betrieb unter diesen Bedingungen ist nicht garantiert.

2.2 Elektro-optische Eigenschaften (Ta=25°C)

Dies sind die typischen Leistungsparameter, gemessen unter Standardtestbedingungen.

3. Erklärung des Binning-Systems

Um Konsistenz in der Massenproduktion zu gewährleisten, werden LEDs in Leistungsgruppen oder "Bins" sortiert. Dies ermöglicht es Designern, Bauteile auszuwählen, die spezifische Helligkeits- und elektrische Anforderungen erfüllen.

3.1 Lichtstärke-Binning

LEDs werden basierend auf ihrer gemessenen Lichtstärke bei 20mA in drei Bins kategorisiert:

Dieses Binning stellt sicher, dass die Helligkeitsschwankung innerhalb einer Produktionscharge kontrolliert wird. Für Anwendungen, die eine gleichmäßige Helligkeit über mehrere LEDs hinweg erfordern, ist die Spezifikation eines einzelnen, engeren Bins (z.B. W1) wesentlich.

3.2 Durchlassspannungs-Binning

LEDs werden auch nach ihrem Durchlassspannungsabfall in vier Gruppen gebinnt:

Das Spannungs-Binning ist entscheidend für den Entwurf von strombegrenzenden Widerstandsnetzwerken, insbesondere beim Treiben mehrerer LEDs in Reihe. Die Verwendung von LEDs aus demselben Spannungs-Bin minimiert Stromungleichgewichte in parallel geschalteten Strängen.

3.3 Farbort-Binning

Der Weißpunkt wird durch seine Koordinaten im CIE-1931-Farbtafeld definiert. Das Datenblatt definiert vier primäre Bins:

Dieses Binning ermöglicht die Auswahl von LEDs für Anwendungen, bei denen Farbkonsistenz wichtig ist, wie z.B. LCD-Hintergrundbeleuchtung oder Multi-LED-Indikatoren.

4. Analyse der Kennlinien

Die bereitgestellten Kennlinien bieten wertvolle Einblicke in das Verhalten der LED unter nicht standardmäßigen Bedingungen.

4.1 Lichtstärke vs. Umgebungstemperatur

Die Kurve zeigt, dass die Lichtstärke von -40°C bis etwa 25°C relativ stabil ist und nahe bei 100% ihres Raumtemperaturwerts bleibt. Bei steigender Temperatur über 25°C hinaus nimmt die Intensität allmählich ab. Bei der maximalen Betriebstemperatur von 85°C kann die Ausgangsleistung etwa 80-85% ihres 25°C-Werts betragen. Dieser thermische Quenching-Effekt ist typisch für LEDs und muss in Designs, die in warmen Umgebungen arbeiten, berücksichtigt werden.

4.2 Derating-Kurve für Durchlassstrom

Dieses Diagramm gibt den maximal zulässigen Dauer-Durchlassstrom in Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur vor. Bei 25°C sind die vollen 30mA erlaubt. Mit steigender Umgebungstemperatur muss der maximal erlaubte Strom linear reduziert werden, um die 110mW Verlustleistungsgrenze nicht zu überschreiten und die Sperrschichttemperatur zu managen. Dies ist eine kritische Designregel für die Zuverlässigkeit.

4.3 Durchlassstrom vs. Durchlassspannung (I-V-Kurve)

Die Kurve zeigt die klassische exponentielle Beziehung einer Diode. Die Durchlassspannung steigt mit dem Strom. Beim typischen Betriebsstrom von 20mA beträgt VFetwa 3.2V bis 3.4V (abhängig vom Bin). Diese Kurve ist wesentlich für die Auswahl eines geeigneten strombegrenzenden Widerstandswerts bei Verwendung einer Konstantspannungsquelle: R = (Vversorgung- VF) / IF.

4.4 Lichtstärke vs. Durchlassstrom

Die Lichtausbeute steigt im unteren Bereich etwa linear mit dem Strom, kann aber bei höheren Strömen (nahe 30-40mA) Anzeichen von Sättigung oder reduzierter Effizienz zeigen. Der Betrieb bei 20mA stellt einen guten Kompromiss zwischen Helligkeit und Effizienz/Zuverlässigkeit dar.

4.5 Spektrumverteilung und Abstrahlcharakteristik

Die Spektrenkurve zeigt eine für eine phosphorkonvertierte weiße LED typische Spitzenwellenlänge, wahrscheinlich im blauen Bereich (~450-460nm) mit einer breiten Phosphoremission im gelben Spektrum, die zusammen weißes Licht erzeugen. Das Abstrahldiagramm bestätigt visuell das breite, lambert'sche Abstrahlprofil mit einem 120° Betrachtungswinkel.

5. Mechanische und Verpackungsinformationen

5.1 Gehäuseabmessungen

Die LED ist in einem P-LCC-4-Gehäuse untergebracht. Wichtige Abmessungen (in mm) umfassen die Gesamtbaugröße, den Anschlussabstand und die Position der Kathodenkennzeichnung (typischerweise eine Kerbe oder ein grüner Punkt auf dem Gehäuse). Das empfohlene Leiterplatten-Pad-Layout (Footprint) wird ebenfalls bereitgestellt und zeigt die Lötpad-Abmessungen und Abstände, um ein korrektes Löten und Ausrichten zu gewährleisten.

5.2 Polaritätskennzeichnung

Die korrekte Polarität ist wesentlich. Das Datenblatt kennzeichnet den Kathoden- (negativen) Anschluss. Am Gehäuse ist dies oft durch einen grünen Punkt, eine Kerbe an einer Seite des Körpers oder eine abgeschrägte Ecke markiert. Der Leiterplatten-Footprint sollte eine entsprechende Polaritätsmarkierung enthalten.

6. Löt- und Montagerichtlinien

6.1 Reflow-Lötprofil

Ein detailliertes bleifreies Reflow-Profil wird bereitgestellt:

Die Einhaltung dieses Profils ist entscheidend, um thermischen Schock, Lötstellenfehler oder Schäden am LED-Epoxid zu verhindern.

6.2 Lagerung und Handhabung

6.3 Handlöten und Nacharbeit

Falls Handlöten notwendig ist:

7. Verpackungs- und Bestellinformationen

7.1 Band- und Rollenspezifikationen

Die LEDs werden in feuchtigkeitsbeständiger Verpackung auf geprägter Trägerbahn geliefert, die auf Rollen aufgewickelt ist.

7.2 Etikettenerklärung

Das Rollenetikett enthält wichtige Informationen:

8. Anwendungsdesign-Überlegungen

8.1 Strombegrenzung ist obligatorisch

Das Datenblatt warnt ausdrücklich: "Der Kunde muss Widerstände zum Schutz einsetzen, andernfalls führt eine geringe Spannungsänderung zu einer großen Stromänderung (Ausbrennen kann passieren)." LEDs sind stromgesteuerte Bauteile. Eine Konstantstromquelle oder, häufiger, ein serieller strombegrenzender Widerstand ist bei Verwendung einer Spannungsversorgung absolut erforderlich. Der Widerstandswert wird unter Verwendung des maximalen VFaus dem gewählten Bin berechnet, um sicherzustellen, dass der Strom selbst bei Versorgungsspannungstoleranzen niemals den absoluten Maximalwert überschreitet.

8.2 Thermomanagement

Obwohl das Gehäuse klein ist, erzeugt die Verlustleistung (bis zu 110mW) Wärme. Für Dauerbetrieb bei hohen Strömen oder erhöhten Umgebungstemperaturen ist Folgendes zu beachten:

8.3 Erzielen von Gleichmäßigkeit in Multi-LED-Arrays

Für Hintergrundbeleuchtungen oder Indikator-Arrays, bei denen konsistente Helligkeit und Farbe entscheidend sind:

9. Technischer Vergleich und Differenzierung

Im Vergleich zu generischen SMD-LEDs bietet die 57-11UTC/S827-1/TR8-Serie spezifische Vorteile:

10. Häufig gestellte Fragen (FAQ)

10.1 Was ist der typische Betriebsstrom?

Die elektro-optischen Eigenschaften werden bei IF= 20mA getestet, was der empfohlene typische Betriebspunkt für einen Ausgleich zwischen Helligkeit, Effizienz und Lebensdauer ist. Der absolute maximale Dauerstrom beträgt 30mA.

10.2 Wie wähle ich den richtigen strombegrenzenden Widerstand?

Verwenden Sie die Formel: R = (Vversorgung- VF) / IF. Verwenden Sie die maximale VFaus Ihrem gewählten Spannungs-Bin (z.B. 3.95V für Bin 8) und Ihren gewünschten IF(z.B. 20mA). Für eine 5V-Versorgung: R = (5V - 3.95V) / 0.02A = 52.5Ω. Wählen Sie den nächsthöheren Standardwert (z.B. 56Ω) und stellen Sie sicher, dass die Widerstandsleistung ausreicht (P = I2* R).

10.3 Kann ich PWM zum Dimmen verwenden?

Ja, PWM (Pulsweitenmodulation) ist eine ausgezeichnete Methode zum Dimmen von LEDs. Der Spitzenstrom im Puls sollte den IFP-Grenzwert von 100mA (bei 1/10 Tastverhältnis) nicht überschreiten. Stellen Sie sicher, dass der zeitliche Mittelwert des Stroms den kontinuierlichen IF-Grenzwert von 30mA nicht überschreitet.

10.4 Warum ist der Betrachtungswinkel für Lichtleiteranwendungen so wichtig?

Ein großer Betrachtungswinkel stellt sicher, dass das Licht über einen breiten Kegel abgestrahlt wird. Bei der Einkopplung in die Kante eines Lichtleiters (eines klaren Kunststoffleiters) fördert dieser weite Einkopplungswinkel die Totalreflexion und eine effiziente Lichtverteilung entlang der Länge des Leiters, was zu einer gleichmäßigen Hintergrundbeleuchtung mit minimalen Hotspots führt.

11. Praktische Design- und Anwendungsbeispiele

11.1 Tasten-Hintergrundbeleuchtung für Mobilgeräte

In einem Smartphone können mehrere dieser Seitenansichts-LEDs entlang der Kante der Hauptleiterplatte platziert werden, die direkt in einen dünnen, komplex geformten Lichtleiter einkoppeln, der kapazitive Touch-Tasten oder Navigationssymbole gleichmäßig beleuchtet. Der geringe Stromverbrauch schont die Akkulaufzeit.

11.2 Automobil-Klimaregelungs-Display

Ein Instrumentencluster oder Mittelkonsolen-Display kann eine einzelne Reihe dieser LEDs entlang einer oder zweier Kanten eines kleinen LCD-Panels verwenden. Der Lichtleiter verteilt das weiße Licht gleichmäßig über die Anzeigefläche. Der große Temperaturbereich (-40°C bis +85°C) macht es für die Automobilumgebung geeignet.

11.3 Industrielles Panel-Meter-Indikator

Die LED kann als hochheller, breitwinkliger Statusindikator (z.B. Ein, Alarm) auf einem Industrie-Steuerpult verwendet werden. Ihre Zuverlässigkeit und Kompatibilität mit automatisierter SMD-Montage rationalisiert die Fertigung.

12. Einführung in das Funktionsprinzip

Dies ist eine phosphorkonvertierte weiße LED. Der Kern ist ein Halbleiterchip aus Indiumgalliumnitrid (InGaN), der Licht im blauen Spektrum emittiert, wenn elektrischer Strom durch seinen P-N-Übergang fließt (Elektrolumineszenz). Dieses blaue Licht wird teilweise von einer Schicht gelben Phosphors absorbiert, die innerhalb des Gehäuses aufgebracht ist. Der Phosphor emittiert Licht über einen breiten Bereich gelber Wellenlängen neu. Die Kombination des verbleibenden blauen Lichts und des konvertierten gelben Lichts wird vom menschlichen Auge als weiß wahrgenommen. Das wasserklare Harz schützt den Chip und den Phosphor und ermöglicht gleichzeitig eine effiziente Lichtextraktion. Die Inter-Reflektor-Struktur um den Chip hilft, mehr des emittierten Lichts durch die Seite des Gehäuses zu lenken und erzeugt so den großen Betrachtungswinkel.

13. Technologietrends und Kontext

Seitenansichts-LEDs wie die 57-11-Serie repräsentieren eine ausgereifte und optimierte Lösung für spezifische räumliche Einschränkungen im Elektronikdesign. Der Trend in diesem Segment konzentriert sich weiterhin auf:

Während neuere Technologien wie Micro-LEDs und fortschrittliche COB-Gehäuse (Chip-on-Board) für Direktdisplay-Anwendungen entstehen, bleibt die dedizierte SMD-Seitenansichts-LED die dominierende und kosteneffektivste Lösung für Kantenbeleuchtungs- und kompakte Indikatoranwendungen, bei denen Lichtleiter eingesetzt werden.

LED-Spezifikations-Terminologie

Vollständige Erklärung der LED-Technikbegriffe

Photoelektrische Leistung

Begriff Einheit/Darstellung Einfache Erklärung Warum wichtig
Lichtausbeute lm/W (Lumen pro Watt) Lichtausgang pro Watt Strom, höher bedeutet energieeffizienter. Bestimmt direkt den Energieeffizienzgrad und Stromkosten.
Lichtstrom lm (Lumen) Gesamtlicht, das von der Quelle emittiert wird, allgemein "Helligkeit" genannt. Bestimmt, ob das Licht hell genug ist.
Betrachtungswinkel ° (Grad), z.B. 120° Winkel, bei dem die Lichtintensität auf die Hälfte abfällt, bestimmt die Strahlbreite. Beeinflusst Beleuchtungsbereich und Gleichmäßigkeit.
Farbtemperatur K (Kelvin), z.B. 2700K/6500K Wärme/Kühle des Lichts, niedrigere Werte gelblich/warm, höhere weißlich/kühl. Bestimmt Beleuchtungsatmosphäre und geeignete Szenarien.
Farbwiedergabeindex Einheitenlos, 0–100 Fähigkeit, Objektfarben genau wiederzugeben, Ra≥80 ist gut. Beeinflusst Farbauthentizität, wird an anspruchsvollen Orten wie Einkaufszentren, Museen verwendet.
Farborttoleranz MacAdam-Ellipsenschritte, z.B. "5-Schritt" Metrik für Farbkonsistenz, kleinere Schritte bedeuten konsistentere Farbe. Sichert einheitliche Farbe über dieselbe Charge von LEDs.
Dominante Wellenlänge nm (Nanometer), z.B. 620nm (rot) Wellenlänge, die der Farbe farbiger LEDs entspricht. Bestimmt Farbton von roten, gelben, grünen monochromen LEDs.
Spektralverteilung Wellenlänge vs. Intensitätskurve Zeigt Intensitätsverteilung über Wellenlängen. Beeinflusst Farbwiedergabe und Farbqualität.

Elektrische Parameter

Begriff Symbol Einfache Erklärung Design-Überlegungen
Flussspannung Vf Mindestspannung zum Einschalten der LED, wie "Startschwelle". Treiberspannung muss ≥ Vf sein, Spannungen addieren sich für serielle LEDs.
Flussstrom If Stromwert für normalen LED-Betrieb. Normalerweise Konstantstromantrieb, Strom bestimmt Helligkeit & Lebensdauer.
Max. Pulsstrom Ifp Spitzenstrom, der für kurze Zeit erträglich ist, wird für Dimmen oder Blinken verwendet. Pulsbreite & Tastverhältnis müssen streng kontrolliert werden, um Schäden zu vermeiden.
Sperrspannung Vr Maximale Sperrspannung, die die LED aushalten kann, darüber kann es zum Durchbruch kommen. Schaltung muss verhindern, dass umgekehrte Verbindung oder Spannungsspitzen auftreten.
Wärmewiderstand Rth (°C/W) Widerstand gegen Wärmeübertragung vom Chip zum Lötpunkt, niedriger ist besser. Hoher Wärmewiderstand erfordert stärkere Wärmeableitung.
ESD-Immunität V (HBM), z.B. 1000V Fähigkeit, elektrostatische Entladung zu widerstehen, höher bedeutet weniger anfällig. In der Produktion sind antistatische Maßnahmen erforderlich, insbesondere für empfindliche LEDs.

Wärmemanagement & Zuverlässigkeit

Begriff Schlüsselmetrik Einfache Erklärung Auswirkung
Sperrschichttemperatur Tj (°C) Tatsächliche Betriebstemperatur im LED-Chip. Jede Reduzierung um 10°C kann die Lebensdauer verdoppeln; zu hoch verursacht Lichtabfall, Farbverschiebung.
Lichtstromrückgang L70 / L80 (Stunden) Zeit, bis die Helligkeit auf 70% oder 80% des Anfangswerts sinkt. Definiert direkt die "Nutzungsdauer" der LED.
Lichtstromerhaltung % (z.B. 70%) Prozentsatz der nach Zeit verbleibenden Helligkeit. Gibt die Fähigkeit an, die Helligkeit über die langfristige Nutzung zu erhalten.
Farbverschiebung Δu′v′ oder MacAdam-Ellipse Grad der Farbänderung während der Verwendung. Beeinflusst die Farbkonsistenz in Beleuchtungsszenen.
Thermisches Altern Materialabbau Verschlechterung aufgrund langfristig hoher Temperatur. Kann zu Helligkeitsabfall, Farbänderung oder Leiterunterbrechung führen.

Verpackung & Materialien

Begriff Gängige Typen Einfache Erklärung Merkmale & Anwendungen
Gehäusetyp EMC, PPA, Keramik Chip schützendes Gehäusematerial, bietet optische/thermische Schnittstelle. EMC: gute Wärmebeständigkeit, niedrige Kosten; Keramik: bessere Wärmeableitung, längere Lebensdauer.
Chip-Struktur Front, Flip-Chip Chip-Elektrodenanordnung. Flip-Chip: bessere Wärmeableitung, höhere Effizienz, für Hochleistung.
Phosphorbeschichtung YAG, Silikat, Nitrid Bedeckt den blauen Chip, wandelt einen Teil in gelb/rot um, mischt zu weiß. Verschiedene Phosphore beeinflussen Effizienz, CCT und CRI.
Linse/Optik Flach, Mikrolinse, TIR Optische Struktur auf der Oberfläche, die die Lichtverteilung steuert. Bestimmt den Betrachtungswinkel und die Lichtverteilungskurve.

Qualitätskontrolle & Binning

Begriff Binning-Inhalt Einfache Erklärung Zweck
Lichtstrom-Bin Code z.B. 2G, 2H Nach Helligkeit gruppiert, jede Gruppe hat Mindest-/Maximal-Lumenwerte. Sichert einheitliche Helligkeit in derselben Charge.
Spannungs-Bin Code z.B. 6W, 6X Nach Flussspannungsbereich gruppiert. Erleichtert Treiberabgleich, verbessert Systemeffizienz.
Farb-Bin 5-Schritt MacAdam-Ellipse Nach Farbkoordinaten gruppiert, sichert engen Bereich. Garantiert Farbkonsistenz, vermeidet ungleichmäßige Farbe innerhalb der Leuchte.
CCT-Bin 2700K, 3000K usw. Nach CCT gruppiert, jede hat entsprechenden Koordinatenbereich. Erfüllt verschiedene Szenario-CCT-Anforderungen.

Prüfung & Zertifizierung

Begriff Standard/Test Einfache Erklärung Bedeutung
LM-80 Lichtstromerhaltungstest Langzeitbeleuchtung bei konstanter Temperatur, Aufzeichnung von Helligkeitsabfall. Wird zur Schätzung der LED-Lebensdauer (mit TM-21) verwendet.
TM-21 Lebensdauerschätzstandard Schätzt Lebensdauer unter tatsächlichen Bedingungen basierend auf LM-80-Daten. Bietet wissenschaftliche Lebensdauervorhersage.
IESNA Beleuchtungstechnische Gesellschaft Deckt optische, elektrische, thermische Testmethoden ab. Industrieanerkannte Testbasis.
RoHS / REACH Umweltzertifizierung Stellt sicher, dass keine schädlichen Substanzen (Blei, Quecksilber) enthalten sind. Marktzugangsvoraussetzung international.
ENERGY STAR / DLC Energieeffizienzzertifizierung Energieeffizienz- und Leistungszertifizierung für Beleuchtungsprodukte. Wird in staatlichen Beschaffungen, Subventionsprogrammen verwendet, steigert Wettbewerbsfähigkeit.